Am 22 Juni 1980 wurde Hansi Müller mit der deutschen Nationalmannschaft in Rom Europameister
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10 Fragen an Hansi Müller

»Unsere Mannschaftshotels wurden vom Trubel abgeschirmt«

von Daniela Müller
Montag, 25.04.2016
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Hansi Müller
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augenklick

Über 400 Spiele machte er für den VfB Stuttgart, Inter Mailand, Como und den FC Tirol. Und nicht nur auf dem Platz stellte der gebürtige Stuttgarter Rekorde auf: Als Liebling der Bundesliga musste er in einem Jahr 250.000 Autogramm­karten drucken lassen! Seine große Beliebtheit bei den weiblichen Fans brachte ihm seinen Spitznamen »Der schöne Hansi« ein, der ihm bis heute blieb. Nach der Beendigung seiner aktiven Laufbahn gründete Müller eine Firma, die sich mit der Vermarktung offizieller Fußball-Fanlabels beschäftigt, er ist ein viel gefragter Experte im TV und war u. a. als Fußballfunktionär aktiv.

  1. Sie wurden 1980 Europameister in Italien. Wissen Sie noch, wie Sie diesen Sieg gefeiert haben?
    Wir sind nach dem offiziellen Bankett im Hotel Holiday Inn in Rom zu sechst durch einen Hinterausgang aus dem Hotel in Richtung Innenstadt losgezogen, da die Hotelhalle mit Fans und Journalisten überfüllt war. Wir haben dann intensiv am Nachtleben teilgenommen und kamen bei Tageslicht wieder zurück ins Hotel.
  2. Sie waren als aktiver Spieler oft mit der Nationalmannschaft unterwegs. Welchen Komfort boten die Mannschaftsunterkünfte damals – verglichen mit denen heute?
    Auch wir waren früher zum Teil in wirklich guten Hotels untergebracht. Allerdings wurde immer Wert darauf gelegt, dass wir abgeschirmt waren und uns eher in der Abgeschiedenheit aufhielten. Das ist heute bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr der Fall.
  3. Und was gehört heute für Sie zu einem wirklich perfekten Fußballabend?
    Viele Tore, italienischer Rotwein und lustige Leute.
  4. Wie war das nach der gewonnenen EM – war es für Sie möglich, unerkannt Restaurants zu besuchen oder in Hotels abzusteigen? 
    Klar wird der Bekanntheitsgrad durch einen solchen Erfolg gesteigert. Aber es gehört nun mal zu diesem Beruf, dass man in der Öffentlichkeit erkannt und angesprochen wird. Wenn man seine absolute Ruhe haben möchte, sind die eigenen vier Wände die beste Lösung.

  5. Hansi Müller und Karl Heinz Rummenigge
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    Welche Services dürfen heute in keinem Hotel fehlen, in das Sie einchecken?
    Harte Matratze, Flatscreen und WLAN.
  6. Welche Lokalität in welcher Stadt ist Ihr Geheimtipp für einen genussvollen Abend unter Freunden? 
    Das Nannina im Stuttgarter Osten. Giovanna verwöhnt die Gäste mit besonderen italienischen Köstlichkeiten, ihre Familie ist im Service perfekt und sorgt durch ihre sympathische Art für eine angenehme Atmosphäre. Das Lokal ist sehr ­geschmackvoll eingerichtet, und bei schönem Wetter ist der traumhafte Biergarten angesagt. Kategorie: Champions League!
  7. Nehmen wir an, Sie haben einen Wunsch frei: Von wem würden Sie sich gerne einmal bekochen lassen? Und welche nationale oder internationale prominente Persönlichkeit sollte das Essen gemeinsam mit Ihnen genießen dürfen? 
    Von meiner Frau, sie kocht überragend, und am Tisch sollte Hape Kerkeling sitzen. Leider habe ich ihn nie kennengelernt. Er ist ein genialer ­Entertainer und beherrscht auch noch gut den schwäbischen Dialekt!
  8. Wie halten Sie sich fit – und inwiefern spielt Ihre Ernährung dabei eine Rolle? 
    Ich spiele einmal die Woche Fußball und bin leider zu selten auf dem Fahrrad in meinem Fitnessraum. Ich achte auf eine ausgewogene Ernährung und genieße die Kochkünste meiner Frau. Dazu gibt es verschiedene italienische Weine, das gehört einfach dazu. Meine Hauptsünde ist ein Stück Schokolade nach dem Essen, darauf kann ich leider nicht verzichten.
  9. Was glauben Sie, wer hat im Sommer die besten Chancen, Europameister zu werden? 
    Aus meiner Sicht ist unsere Nationalmannschaft als aktueller Weltmeister Top-Favorit. Die Mannschaft hat sich im Vergleich zu 2014 noch weiterentwickelt und wird eine sehr gute Rolle spielen. Mein Wunschfinale wäre Deutschland – Frankreich, das wir dann mit 3:1 gewinnen würden!
  10. Das Leben ist zu kurz, um …? 
    … auf Schlagfertigkeit, gute Witze und Ironie zu verzichten.

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