CU Hochschule Kärnten startet duales Hotel-Management-Studium
Die CU Hochschule Kärnten erweitert ihr Studienangebot: Mit dem Wintersemester 2026/27 startet erstmals ein dualer Bachelorstudienzweig. Im Bereich Hotel Management beginnen 17 Studenten ihre Ausbildung, die wissenschaftliche Inhalte und betriebliche Praxis miteinander verbindet.
Das Studium umfasst sechs Semester und 180 ECTS. Die Studenten wechseln dabei systematisch zwischen der Hochschule und einem von insgesamt 20 Partnerbetrieben. Beim offiziellen Kick-off am Campus Villach diskutierten Vertreter aus Hochschule, Hotellerie, Wirtschaft und Politik über das Potenzial dualer Studienmodelle für Fachkräfteentwicklung und Branchenattraktivität.
Duales Studium als Impuls für die Hochschulentwicklung
Für FH-Prof. Dr. Martin Waiguny, Geschäftsführer der CU Hochschule Kärnten, reicht die Bedeutung des neuen Studienformats über die Hotellerie hinaus: „Duale Studienformate sind in Österreich noch immer die Ausnahme – gleichzeitig zeigen die Erfahrungen anderer Länder, welches Potenzial in der engen Verbindung von Hochschule und betrieblicher Praxis liegt. Mit Hotel Management gehen wir an der Hochschule Kärnten deshalb ganz bewusst einen neuen Weg: Wir schaffen ein Studienangebot, bei dem wissenschaftliche Ausbildung und praktische Erfahrung von Beginn an gleichwertig zusammenspielen. Damit reagieren wir nicht nur auf einen konkreten Bedarf der Hotellerie, sondern setzen auch einen Impuls für die Weiterentwicklung der Hochschulbildung. Ich bin überzeugt, dass duale Studienmodelle künftig auch in Österreich eine stärkere Rolle spielen werden – überall dort, wo akademische Qualifikation, Praxisnähe und Fachkräfteentwicklung gemeinsam gedacht werden müssen“, betont Waiguny.
Der neue Studienzweig ist das erste duale Studienangebot der CU Hochschule Kärnten und zugleich erst das zweite duale Studienangebot mit touristischem Schwerpunkt in Österreich. 
Hochschule und Betriebe als gemeinsame Lernorte
Eine zentrale Rolle im Studienmodell spielen die Praxispartnerbetriebe. Die CU Hochschule Kärnten arbeitet zum Start mit 20 ausgewählten Hotels aus Kärnten, Salzburg, der Steiermark und Tirol zusammen. Das Netzwerk reicht von familiengeführten Betrieben über etablierte Hotelgruppen bis hin zu internationalen Markenbetrieben.
„Ein Hochschulstudium muss wissenschaftlich fundiert sein und zugleich Antworten auf aktuelle gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen geben. Genau das gelingt mit dem dualen Bachelorstudienzweig Hotel Management in besonderer Weise“, erklärt FH-Prof.in MMag.a Dr.in Kathrin Stainer-Hämmerle, künftige Rektorin der CU Hochschule Kärnten, und betont die Bedeutung dieser engen Verbindung zwischen Hochschule und betrieblicher Praxis: "Unsere Studenten lernen an zwei gleichwertigen Lernorten: an der Hochschule und in den Partnerbetrieben. Entscheidend ist dabei die enge Verzahnung – wissenschaftliche Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Praxis ein, Erfahrungen aus den Betrieben wiederum zurück in Lehre, Projekte und Forschung. Dass bereits zum Start so viele renommierte Hotelbetriebe mit uns zusammenarbeiten, zeigt die hohe Relevanz dieses Angebots. Diese Partnerschaften sind weit mehr als Praktikumskooperationen: Hochschule und Betriebe übernehmen gemeinsam Verantwortung für die Qualifizierung der Fach- und Führungskräfte von morgen."
Mehr als ein Praktikum: Theorie und Praxis greifen ineinander
Wie diese Verzahnung konkret funktioniert, stellten FH-Prof. Dipl.-Betrw. (FH) Stefan Nungesser, Programmleiter Hotel Management, und Elisabeth Schüppert, MA, Praxiskoordinatorin Duales Studium, im Rahmen des Kick-offs vor. Die Studenten wechseln im rund zwölfwöchigen Rhythmus zwischen Hochschule und Partnerbetrieb.
Die blockweise Organisation berücksichtigt dabei bewusst die Saisonalität der Hotellerie: Praxisphasen finden auch in zentralen Winter- und Sommermonaten statt und ermöglichen den Studenten, unterschiedliche betriebliche Anforderungen und Saisonverläufe unmittelbar mitzuerleben. Die Praxisphasen sind integraler Bestandteil des Studiums und werden durch Mentoren in den Betrieben, Zielvereinbarungen, Feedbackgespräche und die fachliche Begleitung durch die Hochschule qualitätsgesichert.
„Unser Anspruch war nicht, ein bestehendes Studium einfach um Praktika zu ergänzen. Wir haben ein duales Modell entwickelt, das zur Realität der Hotellerie passt: Die Praxis beginnt im ersten Semester, findet in zusammenhängenden Blöcken statt und ist auf die Saisonzeiten der Branche abgestimmt. Über sechs Praxisphasen übernehmen die Studenten Schritt für Schritt mehr Verantwortung. So soll aus Wissen Handlungskompetenz werden“, erklärt FH-Prof. Dipl.-Betrw. (FH) Stefan Nungesser, Programmleiter Hotel Management an der CU Hochschule Kärnten.
Die Praxisphasen bauen systematisch aufeinander auf: Zu Beginn steht das operative Kennenlernen zentraler Hotelbereiche im Vordergrund. Im weiteren Studienverlauf kommen administrative Aufgaben, Projekte und zunehmend mehr Verantwortung hinzu. Auch die Bachelorarbeit kann an eine konkrete betriebliche Fragestellung anknüpfen und damit den Transfer zwischen Hochschule und Praxis bis zum Studienabschluss fortführen.
Erwartungen der Studenten
Auch die ersten Studenten verbinden mit dem dualen Modell sehr konkrete Erwartungen. Ihre bisherigen Wege sind dabei unterschiedlich: Einige bringen bereits Erfahrung aus Gastronomie und Hotellerie mit, andere kommen über ein allgemeines Gymnasium oder ein anderes Studium zum Hotel Management.
Luca Trojer bringt bereits umfangreiche Erfahrung aus der Hotellerie und Gastronomie mit. Nach seiner Kochlehre in einem Drei-Hauben-Betrieb in Osttirol sammelte er weitere Berufserfahrung in der Hotellerie. Nun möchte er seine praktische Ausbildung um die Managementperspektive ergänzen.
„Für mich ist das duale Studium ein Investment in die Zukunft. Nach drei Jahren habe ich nicht nur den Bachelorabschluss, sondern bereits viel Praxiserfahrung gesammelt. Dass die Praxis fix ins Studium integriert ist, ist für mich ein großer Vorteil“, sagt Luca Trojer, einer der ersten Studenten des dualen Bachelorstudienzweigs Hotel Management.
Oliver Thoma kommt aus Südtirol und kennt die Gastronomie bereits aus der Praxis. Nach seiner Ausbildung zum Koch und einer Spezialisierung im Bereich Patisserie holte er die Matura nach. Das duale Studienmodell sieht er als Möglichkeit, auf dieser Erfahrung aufzubauen und sich fachlich weiterzuentwickeln. „Für mich ist das Studium jetzt der nächste Schritt, um meine Praxiserfahrung mit Managementwissen zu verbinden“, sagt Oliver Thoma, der seine Praxisphase in Tirol absolvieren wird. 
Impulse aus Wissenschaft, Hotellerie und Arbeitsmarkt
Ein weiterer Schwerpunkt des Kick-offs war die Frage, welchen Beitrag duale Studiengänge zur Fachkräfteentwicklung und zur Attraktivität der Hotellerie leisten können. FH-Prof. Dr. Florian Aubke von der FH Wien der WKW gab in seiner Keynote Einblicke in bestehende Erfahrungen mit dualen Studienmodellen im Tourismus.
Anschließend diskutierten Vertreter aus Hotellerie, Hochschule und Arbeitsmarkt über Chancen und Anforderungen des Modells.
Ein gemeinsames Zukunftsprojekt
Mit dem Kick-off beginnt nun die praktische Bewährungsphase des neuen Studienmodells. Studenten, Praxispartner und Hochschule wollen die Erfahrungen aus den kommenden Praxis- und Theoriephasen gemeinsam reflektieren und für die Weiterentwicklung des Modells nutzen. Damit versteht die CU Hotel Management Dual nicht nur als neues Studienformat, sondern als gemeinsames Lern- und Entwicklungsprojekt mit der Branche.
Für Programmleiter Stefan Nungesser ist der Start zugleich ein Lernprozess für die Hochschule selbst. Durch das duale Modell komme die betriebliche Realität vom ersten bis zum letzten Semester noch stärker in das Studium hinein. Erfahrungen und Entwicklungen aus den Praxisphasen sollen laufend zurück in die Lehre fließen und dort für die Weiterentwicklung des Studienangebots genutzt werden.
„Für uns ist das ein wichtiger Entwicklungsschritt. Wir wollen transparent begleiten, wie sich das Modell entwickelt, welche Erfahrungen Studenten und Praxispartner machen und welche Learnings wir daraus für die kommenden Jahre mitnehmen können“, sagt FH-Prof. Dipl. Betrw. (FH) Stefan Nungesser, Programmleiter Hotel Management an der CU Hochschule Kärnten.
Weitere Informationen zum dualen Bachelorstudienzweig Hotel Management: www.fh-kaernten.at/homa
(Hochschule Kärnten/SAKL)