Inputs von außen gefragt

Familienfirmen brauchen Außenseiter als Chefs

Unabhängige Mitglieder in der Führung treffen als Nachfolge oftmals bessere Entscheidungen, wie eine aktuelle Studie der Harvard University belegt.

Montag, 15.06.2020, 10:35 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein
Business-Meeting

In Familienunternehmen können Führungskräfte von außen neue Perspektiven eröffnen und zum Erfolg beitragen. (© REDPIXEL – stock.adobe.com)

Im Vorstand von Familienunternehmen muss es unabhängige Mitglieder geben, die nicht Teil der Familie sind. Ein Außenseiter im Vorstand verringert Stress bei der Suche nach einem Nachfolger in der leitenden Position und verhindert Streit zwischen den Familienmitgliedern, zeigt eine Studie der Harvard University.

Hilfe bei „Wahl des Oberhauptes“

„Die Auswahl des nächsten Familienoberhauptes ist für die einzelnen Mitglieder emotional herausfordernd, aber auch für das Geschäft und für die Führung des Unternehmens. Um die Entscheidungskraft hierbei zu erhöhen, ist ein unabhängiges Vorstandsmitglied von großer Bedeutung. Es kann einen balancierten Blick auf das Unternehmen werfen und so im Interesse der Firma und all seiner Anleger handeln“, heißt es in der Studie.

Die Forscher haben für die Studie CEOs und Vorstandsmitglieder von mehreren US-Familienunternehmen befragt. Etwa ein Viertel der Vorstandsmitglieder dieser Firmen waren Mitglieder der Familie. Mehr als die Hälfte der Vorstandsvorsitzenden waren Familienangehörige. Den Befragten zufolge kann dieser hohe Anteil aber bei vielen Entscheidungen im Weg stehen. „Es ist gefährlich, wenn die Familie isoliert dasteht“, zitieren die Forscher ein Vorstandsmitglied.

Außenseiter muss „Familienwerte teilen“

Unabhängige Vorstandsmitglieder sind laut dem Team wichtig, um es der Familie leichter zu machen. Diese müssen allerdings auch die richtigen Qualifikationen mitbringen. Von den befragten Außenseitern hatten 37 Prozent bereits Erfahrungen als ein CEO. Fast die Hälfte (45 Prozent) hatte gleichzeitig einen Sitz im Vorstand von anderen Unternehmen.

„Die traditionellen Qualitäten eines unabhängigen Vorstandsmitglieds sind aber nur der Startpunkt. Sie müssen auch die Familienwerte sowie ihre Absichten teilen“, so einer der Befragten. Doch unter den richtigen Voraussetzungen kann so ein Außenstehender der Familie bei schwierigen Entscheidungen helfen und so besser bestimmen, wer die leitende Rolle im Familienbusiness innehaben sollte.

 

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