Ratgeber

9 Tipps für Berufsausbilder zum Ausbildungsstart

Demnächst beginnen wieder tausende Lehrlinge ihre Berufsausbildung. Ausbilder können dabei einiges tun, um den Eintritt ins Berufsleben für ihre neuen Schützlinge so angenehm wie möglich zu gestalten.

Freitag, 31.07.2020, 09:30 Uhr, Autor: Kristina Presser
Ausbilder im Hotel zeigt seinen Auszubildenden etwas auf dem Tablet

Eine ausführliche Einweisung der neuen Auszubildenden in die Betriebsabläufe erleichtert den Berufseinstieg. (Foto: ©Phovoir/stock.adobe.com)

Der Beginn einer Berufsausbildung ist ein entscheidender Schritt im Leben: neues Umfeld, neue Kollegen, neue Aufgaben. Umso wichtiger, dass man sich von Anfang an herzlich willkommen und wohl fühlt. Denn bereits die ersten Tage können über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Was Ausbilder tun können, um ihren neuen Schützlingen den Berufseinstieg so angenehm wie möglich zu gestalten, dazu gibt die Deutsche Handwerkszeitung mehreren Tipps.

Vor Start der Ausbildung

  1. Willkommensschreiben

Ein Willkommensschreiben vor Ausbildungsbeginn kann dem Azubi schon mal helfen, sich auf den ersten Arbeitstag vorzubereiten – und nimmt ihm womöglich einen Teil der Nervosität. Daher am besten ein paar Hinweise zum Ablauf integrieren – wo muss der Azubi hin, wann soll er da sein, muss er etwas mitbringen.

  1. Kennenlerntag

Auch einen Kennenlerntag, alternativ oder ergänzend zum Willkommensschreiben, können Ausbildungsbetriebe für ihre künftigen Azubis vor Ausbildungsbeginn im Betrieb veranstalten. So können sich die Azubis und ggf. ihre Eltern schon mal ein besseres Bild vom Betrieb machen. Wichtig ist, dass bei einem entsprechenden Firmenevent die persönliche Betreuung des neuen Lehrlings und dessen Eltern gewährleistet ist, damit sich diese nicht verloren fühlen.

  1. Willkommensmappe

Eine Willkommensmappe, die am ersten Tag ausgehändigt wird, ist eine gute Möglichkeit, dem Lehrling nochmals alle wichtigen Informationen zum Unternehmen mitzugeben. So bekommen die Jugendlichen nicht zuletzt gleich einen Eindruck von der Arbeitsphilosophie. Auch Organisatorisches kann darin festgehalten werden – etwa, welche Arbeits- und Pausenzeiten gelten im Betrieb, welche Sicherheitsvorschriften müssen eingehalten werden, wie kann der Azubi einen Urlaubsantrag einreichen. Ebenso helfen weiterführende Informationen wie Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Sozialleistungen und Unterstützungsmöglichkeiten, zum Beispiel für die Wohnungssuche. Besonders hilfreich ist außerdem eine Übersicht der Mitarbeiter inklusive Foto und Position, die eine Orientierungshilfe über den Einführungstag hinaus bietet.

  1. Arbeitsplatz vorbereiten

Sofern der Azubi einen eignen Arbeitsplatz hat, ist es schön, wenn er diesen an seinem ersten Tag schon vorbereitet vorfindet. Das vermittelt ein Gefühl der Wertschätzung.

Am ersten Tag

  1. Begrüßen sollte der Chef

In der Regel sollte immer der Chef neue Mitarbeiter willkommen heißen – das gilt auch bei Azubis. Es zeigt gleich zu Beginn der Ausbildung, dass auch die Lehrlinge wertgeschätzt werden. Der zuständige Ausbilder kann die Aufgabe übernehmen, sollte der Betriebsinhaber oder Geschäftsinhaber einmal verhindert sein.

  1. Betriebsrundgang

Vor dem eigentlichen Start, sollte der Azubi erst einmal wissen, wo er überhaupt arbeitet und eine Betriebsführung bekommen. So findet er sich schnell alleine zurecht und fühlt sich nicht verloren. Dabei sollte der Lehrling zumindest alle für ihn wichtigen Räume sehen.

  1. Kollegen kennenlernen

Bei der Betriebsführung können bestenfalls auch gleich die neuen Kollegen vorgestellt werden. Vor allem sollte für den Lehrling schnell klar sein, wer seine Ansprechpartner sind. Schließlich muss er wissen, an wen er sich mit welchen Fragen wenden kann.

  1. Betriebsregeln vermitteln

Gerade in einer neuen Umgebung geben Regeln Orientierung. Fängt man als Berufseinsteiger an einem neuen Arbeitsplatz an, gilt das umso mehr. Denn: Es ist immer unangenehm gleich zu Beginn Fehler zu machen. Azubis müssen wissen:

  • Was ist erlaubt und was wird nicht gerne gesehen (z.B. Handynutzung)?
  • Wie sind die Arbeits- und Pausenzeiten geregelt?
  • Wem soll er melden, wenn er krank ist?
  • Was hat es mit dem Berichtsheft auf sich?
  • Wie ist der Ablauf in der Berufsschule?
  • Welche Sicherheitsregeln müssen eingehalten werden?

Gut ist es, die ausführlichen Betriebsregeln dem Auszubildenden auch schriftlich auszuhändigen, damit er hier noch einmal nachschlagen kann. Nachdem die organisatorischen Fragen geklärt sind, sollte dem Auszubildenden noch ein kleiner Ausblick gegeben werden, was ihn in den kommenden Tagen und Wochen erwartet.

  1. Kommunikationsweise im Betrieb erläutern

Ausbilder sollten ihrem neuen Schützling so früh wie möglich deutlich machen, dass es sie interessiert, wie es ihm geht, wie es ihm gefällt und was ihm womöglich nicht so leicht fällt.
(DHZ/KP)

 

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