Ratgeber

Wie gute Mitarbeiterführung in der Krise gelingt

Mitarbeier in der Großküche
Arbeitgeber sollten jetzt verstärkt ihrem Team deutlich machen, dass ein engerer Austausch nicht zur Kontrolle der Arbeitsleistung dient, sondern massiv dazu beiträgt, den Betrieb am Laufen zu halten – so die Fachexperten. (© Jacob Lund/stock.adobe.com)
In Krisenzeiten müssen Arbeitgeber flexibel, besonnen und kreativ auf die aktuelle Situation reagieren. Wie dies funktionert, zeigt folgende Checklise.
Mittwoch, 08.04.2020, 10:41 Uhr, Autor: Thomas Hack

Starke und empathische Führung hilft bei der Bewältigung der Krise: Worauf Unternehmen achten sollten, haben Fachexperten jetzt in einer Checkliste zusammengefasst.

  • Zusammenhalt stärken: Machen Sie individuelle Angebote für die Mitarbeiter im Homeoffice, aber genauso für Mitarbeiter in Kurzarbeit oder Mitarbeiter, die aufgrund von Betriebsschließungen nicht vor Ort sind. Beschränken Sie sich  dabei nicht auf offizielle Themen. Was der kurze Austausch an der Kaffeemaschine oder in der Kantine war, ist jetzt das kurze (Video-)Meeting am Morgen oder auch die virtuelle gemeinsame Mittagspause vorm Computer. Zeigen Sie Interesse an der persönlichen Situation jedes Einzelnen und sprechen Sie auch die Stimmung an, Probleme oder Themen wie die psychologische Belastung. Erzählen Sie auch von sich – das öffnet die Möglichkeit für Ihre Mitarbeiter, auch die sehr persönlichen Themen zu besprechen. Informieren Sie sich bei Ihrer HR-Abteilung, ob und welche Beratungsangebote es gibt.
  • Verbindliche Regeln definieren: In der Krise ist alles anders. Es ist deutlich mehr Flexibilität gefragt, insbesondere bei Mitarbeitern mit Kindern, die jetzt nicht in Kita und Schule sind. Vereinbaren Sie mit dem gesamten Team passende Regelungen, die für alle gleichermaßen gelten. Zum Beispiel verlängerte Antwortzeiten auf Anfragen, da Eltern eher in den Morgen- oder Abendstunden arbeiten. Legen Sie eine maximale Länge für Meetings fest und stellen Sie sicher, dass es immer eine klare Agenda und ein Protokoll für die Teilnehmer, die nicht dabei sein können, gibt. Lassen Sie es Ihre Mitarbeiter wissen, wann Sie erreichbar sind – und wann nicht. So vermeide Sie Unklarheiten.
  • Vertrauen über klare Absprachen schaffen: Schaffen Sie eine Kultur des Vertrauens. Machen Sie dem Team deutlich, dass ein engerer Austausch nicht zur Kontrolle der Arbeitsleistung dient, sondern massiv dazu beiträgt, den Betrieb am Laufen zu halten. Legen Sie Ziele mit Augenmaß und unter Berücksichtigung der individuellen Situation des Mitarbeiters fest. Stellen Sie sicher, dass auch in der Krise die Unternehmensstrategie und die Ziele bekannt und verstanden sind.
  • Kreative Lösungen finden: Die aktuelle Situation stellt Unternehmen vor verschiedene, teils vollkommen neue Herausforderungen. Werden Sie kreativ! Warum nicht zum Beispiel eine Video-Botschaft des Chefs, der sich zur aktuellen Situation äußert, über verschiedene digitale Kanäle mit den Mitarbeitern teilen? Jetzt haben Sie die Gelegenheit zusammen mit der Belegschaft Prozesse zu überprüfen, neue Tools und Technologien zu testen und ausgetretene Pfade zu verlassen – um voran zu kommen, sich weiterzuentwickeln und die Krise gemeinsam zu überstehen. (ots/monster/TH)
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