Kein gesundes Achterl

Alkohol schädlicher als bisher gedacht?

Drei Männer stoßen mit Biergläsern an
Wenn schon nicht für den Körper so wirkt sich das eine oder andere Glas Bier oder Wein mit Freunden zumindest auf die Psyche positiv aus… (© fotolia.com/ Syda Productions)
Wissenschaftler wollen jetzt herausgefunden haben, dass das Risiko, frühzeitig zu sterben, bereits ab einer Menge von einer Flasche Wein pro Woche drastisch steigt.
Montag, 16.04.2018, 08:25 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein

Das Sterberisiko bei regelmäßigem Alkoholkonsum steigt bereits ab einer Menge von mehr als hundert Gramm pro Woche. Das hat eine Analyse der Daten aus 83 entsprechenden Studien mit insgesamt rund 600.000 Personen mit Alkoholkonsum ergeben, die von einem internationalen Wissenschafterteam mit österreichischer Beteiligung in „The Lancet“ veröffentlicht worden ist, wird jetzt in einem Artikel der OÖ Nachrichten berichtet.

„Das Mortalitätsrisiko steigt bei einem Alkoholkonsum von mehr als hundert Gramm pro Woche an. Auch das Herz-Kreislauf-Risiko erhöht sich. (…) Eine geringe Menge Alkohol – und das war bereits bekannt – stellt einen gewissen Schutzfaktor beim Herzinfarkt dar. Aber bei allen anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfälle, chronische Herzschwäche, Bluthochdruck und Ähnliches erhöht sich das Risiko ebenfalls. Die schädlichen Effekte überwiegen also“, sagte Epidemiologe und Studien-Co-Autor Peter Willeit von der neurologischen Universitätsklinik der MedUni Innsbruck.

Ab 100 Gramm/Woche negativ
Die Wissenschafter haben keine neuen Daten gesammelt, sondern die Informationen aus 83 bereits vorhandenen wissenschaftlichen Untersuchungen zu dem Thema mit den Informationen von fast 600.0000 Probanden zusammengefasst und analysiert. Das Hauptergebnis: Bei einem Alter von 40 Jahren verringert bereits ein Alkoholkonsum von hundert bis 200 Gramm pro Woche die Lebenserwartung von Männern und Frauen im Vergleich zu weniger Alkohol um durchschnittlich sechs Monate, bei einem Konsum von 200 bis 350 Gramm pro Woche um ein bis zwei Jahre und bei mehr als 350 Gramm Alkohol pro Woche um gar vier bis fünf Jahre.

„Die hundert Gramm Alkohol pro Woche würden etwa sieben Achtelgläser Wein pro Woche entsprechen“, sagte Willeit laut den OÖ Nachrichten. In Österreich hat das Gesundheitsministerium eine Empfehlung von höchstens 26 Gramm Alkohol pro Tag bei Männern (168 Gramm pro Woche) und höchstens 16 Gramm pro Tag für Frauen (112 Gramm/Woche) veröffentlicht. Ab 60 Gramm täglich (3 Krügel Bier) wird der Konsum als gesundheitsschädlich eingestuft. Dazu Michael Musalek, Leiter des Wiener Anton-Proksch-Instituts: „Wenn jemand jahrelang so viel Alkohol konsumiert, bekommt der Betroffene zu hundert Prozent einen Leberschaden.“ (OÖ Nachrichten/CK)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Der Öffnungsmechanismus einer Getränkedose
Nach SPD-Forderung
Nach SPD-Forderung

Union ist gegen Verkaufsverbot von Energydrinks

Nach der Forderung von SPD-Gesundheitspolitikerin Ursula Schulte, eine Altersbeschränkung auf den Verkauf von Energydrinks einzuführen, kommt von der Union nun Kritik.
Diverse Energy Drinks in Dosen
Ungesunde „Zuckerbomben“
Ungesunde „Zuckerbomben“

Schulte fordert Altersbeschränkung für Energydrinks

Ursula Schulte fordert eine Altersbeschränkung auf  den Verkauf von Energydrinks. Die SPD-Gesundheitspolitikerin will Kinder und Jugendliche mit einem Verkaufsverbot stärker vor den Gefahren von Energydrinks schützen.
Drei Dosen Cola mit Fußballspielern darauf
Kritik an Zuckermenge
Kritik an Zuckermenge

Foodwatch greift Coca Cola an

Nach den Vorwürfen der Verbraucherorganisation Foodwatch gegen den Getränkekonzern Coca Cola, gibt dieser nun Stellungnahmen bekannt und wehrt sich gegen die Anschuldigungen.
Hati Hati Mas mit den neuen Sommerdrinks von Burger King Deutschland
Sommerdrinks
Sommerdrinks

Burger King setzt auf Matcha-Drink mit Erdbeergeschmack

Mit „Matchalicious“ startet die Fast-Food-Kette in die warme Jahreszeit. Im Mittelpunkt steht dabei ein veganer Matcha-Drink mit Erdbeergeschmack. Für die Inszenierung arbeitet Burger King Deutschland erneut mit dem Hamburger Künstler Hati Hati Mas zusammen.
Patrick Steeger, Experte für betriebliche Gesundheitsvorsorge und Mitarbeiterbenefits
Gesundheit
Gesundheit

Krankenstände in der Gastronomie gezielt senken

Hohe Ausfallzeiten belasten viele Betriebe massiv. Welche Maßnahmen wirklich greifen und wie sich Effekte messbar machen lassen, erklärt Experte Patrick Steeger im exklusiven HOGAPAGE-Interview.
Arnd Rune Thomas und Thorsten Hemmer
Gesundheitswesen
Gesundheitswesen

Aramark eröffnet drittes Verteilzentrum

Aramark setzt seinen Wachstumskurs im Gesundheitswesen fort: In Kaiserslautern hat der Full-Service-Caterer sein neues Verteilzentrum F³ – Flexible for Future eröffnet. Der Standort soll künftig die Patientenversorgung des Westpfalz-Klinikums übernehmen.
Coca-Cola
Getränketrends
Getränketrends

Warum legen sich deutsche Brauer mit Coca-Cola an?

Coca-Cola ist ein weltweit agierender Getränkegigant. Im Vergleich dazu sind deutsche Brauereien Zwerge. Das hält sie aber nicht davon ab, dem Riesen die Stirn zu bieten.
Patrick Steeger, Experte für betriebliche Gesundheitsvorsorge und Mitarbeiterbenefits
Benefits
Benefits

bKV im Gastgewerbe: Mitarbeiterbindung messbar steigern

Fachkräftemangel, hohe Fluktuation und steigende Krankenstände setzen die Branche unter Druck. Welche Rolle kann betriebliche Gesundheitsvorsorge dabei spielen? In einem exklusiven HOGAPAGE-Interview erklärt Experte Patrick Steeger, wie Betriebe konkret gegensteuern können.
Junger Koch lehnt entspannt an einer Wand und lächelt im Arbeitsumfeld Küche
Fachkräftesicherung
Fachkräftesicherung

Mentale Gesundheit im Gastgewerbe stärken und Fluktuation senken

Auch wenn persönliche Belastungen seltener offen angesprochen werden, reagieren viele Mitarbeiter sensibel auf schlechte Rahmenbedingungen. Mit gezielten Ansätzen können Betriebe Vertrauen aufbauen und Abgänge vermeiden.