Pandemiefolgen

Corona lässt Alkoholverbrauch in Deutschland sinken

Die Corona-Pandemie hat sich auch auf den durchschnittlichen Alhokolverbrauch in Deutschland ausgewirkt. Der stärkste Einbruch war bei Biergetränken zu verzeichnen.

Donnerstag, 25.03.2021, 12:43 Uhr, Autor: Thomas Hack
Verschiedene Spirituosen auf dem Tisch

Im Gegensatz zu Bier konnten mit Alkohol verstärkte Weine wie Sherry, Madeira oder Portwein das fünfte Jahr in Folge einen Zuwachs verzeichnen. (©nadianb/stock.adobe.com)

Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie haben zu einem Rückgang des Alkoholverbrauchs pro Einwohner in Deutschland im Jahr 2020 geführt. Wie das Statistische Bundesamt aktuell mitteilt, wurden im vergangenen Jahr pro Kopf durchschnittlich 3,3 Liter Schaumwein und 2,1 Liter Alkohol in Spirituosen verbraucht. Das war ein Rückgang von 2,1 % beziehungsweise 0,9 % gegenüber dem Jahr 2019. Den stärksten Einbruch zeigte der Bierverbrauch pro Kopf mit einem Minus von 5,4 % auf 86,9 Liter – das war der stärkste Rückgang innerhalb der letzten zehn Jahre. Damit konsumierte jeder Einwohner 2020 im Durchschnitt knapp fünf Liter Bier weniger als im Vorjahr. Demgegenüber konnte der Verbrauch so genannter Zwischenerzeugnisse – dazu zählen im Wesentlichen mit Alkohol verstärkte Weine wie Sherry, Madeira oder Portwein – auch 2020 und damit das fünfte Jahr in Folge einen Zuwachs verzeichnen: Durchschnittlich 0,2 Liter wurden davon pro Kopf verbraucht, ein Plus von 7,7 % gegenüber 2019.

Verbraucherpreise sinken

Im Umfeld des rückläufigen Verbrauchs von Bier, Schaumwein und Spirituosen sowie bedingt durch die temporäre Senkung der Mehrwertsteuersätze in der 2. Jahreshälfte 2020 sanken die Verbraucherpreise für diese alkoholischen Getränke im Corona-Jahr 2020. Den stärksten Preisrückgang verzeichneten die Schaumweinprodukte Sekt, Prosecco und Champagner (-1,2 % im Jahresdurchschnitt 2020 gegenüber 2019), gefolgt von Bier (-0,9 %) und Spirituosen (-0,3 %).

Minusrekord beim Bierabsatz

Besonders deutlich zeigen sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie beim Bierabsatz. Insgesamt setzten die in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager 2020 rund 8,7 Milliarden Liter alkoholhaltiges Bier und damit 508,2 Millionen Liter weniger als 2019 ab. Dieser Rückgang von 5,5 % gegenüber dem Vorjahr fiel wesentlich stärker aus als der durchschnittliche Rückgang in den Jahren 2011 bis 2019, der bei etwa 0,7 % lag. Ein Blick auf die unterjährigen Monatszahlen zum Bierabsatz illustriert den Einfluss der Gastronomie-Schließungen und abgesagten Großveranstaltungen. So ging der Bierabsatz in den Lockdown-Monaten besonders deutlich zurück: Der bislang stärkste Absatzrückgang gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat ist mit -27 % im Januar 2021 zu verzeichnen.

Absatz von Spirituosen geht um 0,9 % zurück

Der sinkende Alkoholverbrauch während der Pandemie zeigt sich ebenso beim Absatz von Spirituosen: Dieser sank leicht um 14 630 Hektoliter Alkohol beziehungsweise 0,9 % gegenüber 2019. Allerdings zeigt ein Blick auf die vergangenen zehn Jahre deutliche Schwankungen, sodass wohl nur ein Teil des Rückgangs auf die Corona-Krise zurückzuführen sein dürfte.

Schaumweinabsatz für den Inlandsverbrauch sinkt um 2,1 %

Insgesamt setzten die in Deutschland ansässigen Unternehmen und Schaumweinlager im vergangen Jahr 310,5 Millionen Liter Schaumwein ab – ein Rückgang gegenüber 2019 von 3,2 % beziehungsweise 10,3 Millionen Liter. Darin enthalten sind sowohl die im Inland produzierten Schaumweine als auch die importierten ausländischen Produkte (zum Beispiel Champagner). Der überwiegende Teil des Schaumweins (88,2 %) war für den Inlandsverbrauch bestimmt: Die abgesetzte Menge sank im Vergleich zu 2019 um 2,1 % auf 273,9 Millionen Liter. Ein Teil des Rückgangs beim Absatz von Schaumwein dürfte auf die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie – abgesagte Feste sowie die zeitweilige Schließung der Gastronomie – zurückzuführen sein. Allerdings fiel der Rückgang nicht wesentlich stärker aus als im Vorjahr. (ots/TH)

 

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