Ernährungsstudie: Brandenburg vorn, Hamburg Schlusslicht
Brandenburg liegt beim Thema Ernährung im Bundesländervergleich vorn, Hamburg bildet das Schlusslicht. Das geht aus einer Umfrage des Anbieters für medizinische Gewichtsabnahme Juniper unter 2.000 Erwachsenen in Deutschland hervor. Die Teilnehmer wurden zu ihren Ess- und Trinkgewohnheiten befragt. Aus den Antworten berechnete das Unternehmen einen sogenannten Healthy Diet Score mit maximal 100 Punkten.
Im bundesweiten Durchschnitt erreicht die Ernährung laut Erhebung 65,76 Punkte. Brandenburg kommt auf 69,48 Punkte, Hamburg auf 63,12 Punkte. Die Ergebnisse spiegeln die Angaben der Befragten wider und sind nicht mit einer unabhängigen Bewertung der Ernährungsqualität in den Bundesländern gleichzusetzen.
Brandenburg führt das Bundesländer-Ranking an
Mit 69,48 Punkten belegt Brandenburg den ersten Platz. 59,7 Prozent der dort Befragten geben an, mindestens fünfmal pro Woche Obst und Gemüse zu essen. Bundesweit liegt dieser Anteil bei 52,2 Prozent. Auch beim Wasserkonsum erreicht Brandenburg überdurchschnittliche Werte: 73,1 Prozent trinken nach eigenen Angaben täglich mindestens 1,5 Liter Wasser.
Auf Platz zwei folgt das Saarland mit 68,60 Punkten. Dort essen 57,1 Prozent der Befragten mindestens fünfmal wöchentlich Obst und Gemüse. Zudem geben 60,7 Prozent an, mindestens einmal pro Woche Fisch oder Meeresfrüchte zu verzehren.
Thüringen erreicht mit 67,49 Punkten Rang drei. 60 Prozent der Befragten aus dem Freistaat essen mindestens fünfmal pro Woche Obst und Gemüse. Damit liegt der Anteil unter den drei bestplatzierten Bundesländern dort am höchsten.
Hamburg bildet das Schlusslicht
Am unteren Ende des Rankings steht Hamburg mit 63,12 Punkten. Zwar geben auch dort 50 Prozent der Befragten an, mindestens fünfmal pro Woche Obst und Gemüse zu essen. Beim Wasserkonsum fällt der Wert jedoch deutlich niedriger aus: 42,9 Prozent trinken täglich mindestens 1,5 Liter Wasser. Bundesweit sind es 61,1 Prozent.
Vor Hamburg liegen Nordrhein-Westfalen mit 64,60 Punkten und Schleswig-Holstein mit 64,78 Punkten.
Ein weiteres Ergebnis betrifft den Snackkonsum: In Bremen greifen laut Umfrage 78,3 Prozent der Befragten höchstens ein- bis zweimal pro Woche zu Süßigkeiten oder herzhaften Snacks. Das ist der höchste Anteil im Bundesländervergleich.
Mehr als die Hälfte isst regelmäßig Obst und Gemüse
Auch im bundesweiten Durchschnitt zeigt die Untersuchung unterschiedliche Ernährungsgewohnheiten. 52,2 Prozent der Befragten essen mindestens fünfmal pro Woche Obst und Gemüse. 61,1 Prozent trinken täglich mindestens 1,5 Liter Wasser.
Beim Konsum zuckerhaltiger Getränke geben 70,1 Prozent an, weniger als einen Liter pro Tag zu trinken. 29 Prozent verzichten nach eigenen Angaben vollständig darauf.
Süße und herzhafte Snacks stehen bei 53,6 Prozent höchstens ein- bis zweimal pro Woche auf dem Speiseplan. Bei fettreichen Lebensmitteln wie Frittiertem, Butter oder fettreichem Fleisch liegt der entsprechende Anteil bei 54,6 Prozent. Knapp die Hälfte der Befragten, nämlich 49,4 Prozent, isst mindestens einmal wöchentlich Fisch oder Meeresfrüchte.
Ältere Befragte erreichen höhere Werte
Neben regionalen Unterschieden zeigt die Erhebung auch Abweichungen zwischen den Altersgruppen. Die über 55-Jährigen erreichen mit durchschnittlich 67,37 Punkten den höchsten Healthy Diet Score. Bei den 18- bis 24-Jährigen liegt der Wert bei 61,53 Punkten.
Die übrigen Altersgruppen bewegen sich dazwischen: Die 45- bis 54-Jährigen erreichen 65,33 Punkte, die 35- bis 44-Jährigen 65,29 Punkte und die 25- bis 34-Jährigen 63,51 Punkte. Zwischen Männern und Frauen fällt der Unterschied hingegen gering aus. Männer erzielen durchschnittlich 65,82 Punkte, Frauen 65,70 Punkte.
Was die Ergebnisse für die Gastronomie bedeuten
Für gastronomische Betriebe können solche Ergebnisse ein Anlass sein, das eigene Speisen- und Getränkeangebot zu überprüfen. Regelmäßige Obst- und Gemüseangebote, Wasser als gut sichtbare Getränkeoption sowie eine ausgewogene Auswahl können unterschiedliche Gästebedürfnisse berücksichtigen.
Aus dem regionalen Ranking allein lässt sich allerdings nicht ableiten, welche Gerichte Gäste in einem bestimmten Bundesland bevorzugen oder wie sich die Nachfrage nach gesünderen Speisen entwickelt. Dafür wären weiterführende Daten zum tatsächlichen Kauf- und Bestellverhalten notwendig.
(Juniper/KAGI)