Schulessen

„Wir müssen alle an einen Tisch“

Zu fad, zu langweilig. Das Schulessen bleibt oft auf dem Teller, landet schlimmstenfalls im Müll. Doch es geht auch anders, wie etliche Schulmensen und Projekte zeigen.

Freitag, 05.11.2021, 09:33 Uhr, Autor: Karoline Giokas
Sarah Wiener

Im Rahmen ihrer Stiftungsarbeit kocht Sarah Wiener mit Kindern in der Gemeinschaftsgrundschule an der Helmholtzstraße in Düsseldorf. (Foto: © Sarah Wiener Stiftung)

Seit fast zehn Jahren vergibt das Deutsche Netzwerk Schulverpflegung (DNSV) den „Goldenen Teller“. Nach einer coronabedingten Pause im vergangenen Jahr ist es am Freitag wieder soweit. Eine der vielen Schulmensen in Deutschland wird gewürdigt, weil sie besonderen Wert auf eine gesunde, nachhaltige und schmackhafte Ernährung legt.

Es gebe viele tolle Beispiele, sagt der DNSV-Vorsitzende Michael Polster. „Aber wir haben es in den vergangenen Jahren nicht geschafft, das Thema Ernährung als Querschnittsthema in allen Schulgesetzen zu verankern.“ Das jedoch sei erforderlich, um tatsächlich eine Veränderung in der Ernährungspolitik zu erreichen. Ernährung müsse in den Schulalltag integriert werden, so Polster.

Es müssen alle an einem Strang ziehen

„Die Stetigkeit und Nachhaltigkeit fehlt jedoch.“ Unterstützung findet der Verein beim Sterne- und TV-Koch Stefan Marquard, der sich mit seinem Projekt „Sterneküche macht Schule“ für gesunde Ernährung an Schulen einsetzt. „Wir müssen alle an einen Tisch und gemeinsam etwas bewegen“, betont Marquard. Kind, Eltern, Lehrer, Schule, Caterer – alle seien gefragt. „Aber ohne die Politik kommen wir am Ende nicht weiter.“

Marquard geht in die Schulen, um mit Kindern und Jugendlichen zu kochen – und Spaß an gesunder Ernährung zu vermitteln. Der gebürtige Franke wendet sich aber auch an die Caterer. „Die müssen wir unterstützen, dass sie mit kleinem Budget regional und vernünftig kochen können“, betont er. Hier sieht der Koch einen entscheidenden Aspekt. Denn der Preisdruck auf die Caterer ist groß.

Pädagogen mit einbeziehen

Auch seine Kollegin Wiener engagiert sich seit Jahren für gesunde Ernährung für Kinder, sie hat eine nach ihr benannte Stiftung. „Denn ich möchte, dass jedes Kind gut isst“, sagt sie. Die Köchin hält es für wichtig, dass das Thema Ernährung bei der Ausbildung von Lehrkräften mehr Gewicht bekommt.

Um möglichst viele Kinder zu erreichen, wendet sie sich mit ihrem Team daher vor allem an pädagogische Einrichtungen: „Kern unserer Arbeit sind Fortbildungen für Fach- und Lehrkräfte aus Kitas, Grundschulen und außerschulischen Lernorten.» Mehr als 26 000 Lehrkräfte hätten bislang teilgenommen.

(dpa/KG)

 

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