Saisonales Geschäft

Halloween in der Gastro: Gruseln, genießen, Umsatz machen

Junge Menschen in Restaurant an Halloween
Ausgefallene Anlässe als Umsatzchance: Welche Ideen Restaurants, Bars und Hotels nutzen können und was die SumUp-Zahlen über das Geschäft verraten. (Foto: © pressmaster/stock.adobe.com)
Rund um den 31. Oktober können Gastronomiebetriebe zusätzliche Gäste ansprechen. Interessant: Laut einer Analyse von SumUp stiegen die erfassten Kartenzahlungseinnahmen rund um das Gruselfest 2025 um 13,3 Prozent. Warum also nicht mal auf spezielle Menüs, Cocktails und Partys setzen, um zusätzliche Gäste anzusprechen?
Montag, 26.10.2026, 16:02 Uhr, Autor: Karoline Giokas

Halloween ist längst nicht mehr nur ein Anlass für Kinder, die verkleidet von Tür zu Tür ziehen. Auch für Gastronomiebetriebe kann das Gruselfest ein zusätzlicher Geschäftsanlass sein. Darauf deutet eine aktuelle Auswertung des Finanztechnologie-Unternehmens SumUp hin.

Demnach stiegen die über SumUp erfassten Einnahmen aus Kartenzahlungen in Deutschland vom 29. bis 31. Oktober 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,3 Prozent. Der durchschnittliche Betrag pro Kartentransaktion lag bei 27,37 Euro.

Besonders deutlich fiel das Plus im Lebensmittelhandel mit 31,3 Prozent aus. Auch Entertainment-Angebote legten um 22,6 Prozent zu. Bars und Clubs verzeichneten einen Zuwachs von 19,7 Prozent.

Die Zahlen beziehen sich auf die bei SumUp erfassten Kartenzahlungen und ausgewählte Branchen. Sie zeigen eine positive Entwicklung rund um Halloween, belegen jedoch nicht, dass das Fest allein für die Umsatzsteigerungen verantwortlich war.

Für Gastronomen stellt sich damit die Frage, wie sie den Anlass nutzen können, um zusätzliche Besuche zu generieren und ihr Angebot saisonal zu profilieren.

Halloween-Menüs und Partys: So setzen Restaurants auf besondere Erlebnisse

Ein Ansatz ist die Verbindung von Gastronomie und Veranstaltung. Das Kölner Restaurant Heising & Adelmann kombiniert Halloween 2026 beispielsweise ein eigens zusammengestelltes Menü mit einer anschließenden Party. Das zweigängige Menü kostet 49,50 Euro pro Person, eine dreigängige Variante 61,50 Euro. Der Eintritt zur anschließenden Feier ist für Dinner-Gäste inklusive.

Das Konzept verbindet mehrere Umsatzpotenziale: einen reservierbaren Restaurantbesuch, den Verkauf von Getränken und eine Veranstaltung, die Gäste auch nach dem Essen im Haus hält. Gleichzeitig lässt sich die Nachfrage durch feste Menüangebote und Reservierungen besser planen.

Auch Hotelbars können Halloween als Anlass für ein eigenes Event nutzen. Die Otto’s Skybar im Düsseldorfer Hyatt Regency kündigt für den 31. Oktober 2026 eine Halloween-Nacht mit Welcome-Drink, speziellen Cocktails, Food-Specials und DJ an.

Für Gastgeber muss es dabei nicht immer eine aufwendige Inszenierung sein. Bereits eine begrenzte Auswahl saisonaler Drinks, ein besonderes Dessert oder ein thematisch abgestimmtes Menü kann einen Anlass schaffen, den Gäste gezielt buchen oder weiterempfehlen.

Halloween im Hotel: Gastronomie und Eventangebot verbinden

Wie sich ein Hotel als Veranstaltungsort positionieren kann, zeigt das Hotel Zoo Berlin. Gemeinsam mit dem Veranstaltungsformat Helden der Nacht richtet das Haus am 30. und 31. Oktober 2026 den „Halloween Circus“ aus. Geplant sind mehrere Dancefloors, DJs, Show-Acts, Drinks und eine aufwendig gestaltete Kulisse.

Für Hotels mit Bar, Restaurant oder geeigneten Veranstaltungsflächen kann Halloween damit über das klassische Abendgeschäft hinausgehen. Eine Party lässt sich beispielsweise mit einem Dinner, einem Übernachtungsangebot oder einem Frühstück am Folgetag kombinieren.

Cocktail Halloween
Die betsehnede Cocktailkarte kann punktuell durch wenige Handgriffe im Halloween-Stil umgewandelt werden. (Foto: © svetlana cherruty/stock.adobe.com)

Entscheidend ist, dass das Konzept zur Positionierung des Betriebs passt. Während eine Hotelbar auf Cocktails und Musik setzen kann, kommen für ein familienorientiertes Restaurant eher ein frühes Halloween-Dinner oder ein saisonales Angebot für Eltern und Kinder infrage.

Halloween-Aktionen in der Gastronomie: Welche Ideen sich umsetzen lassen

Nicht jeder Betrieb benötigt eine große Halloween-Party, um den Anlass für sich zu nutzen. Je nach Zielgruppe, Personal und vorhandener Infrastruktur bieten sich unterschiedliche Formate an:

  • Saisonale Speisen: Ein begrenztes Halloween-Menü oder ein herbstliches Spezialgericht kann zusätzliche Aufmerksamkeit schaffen, ohne die gesamte Speisekarte umzustellen.

  • Themen-Drinks: Eine kleine Auswahl besonderer Cocktails und alkoholfreier Getränke bietet sich insbesondere für Bars und Hotelrestaurants an.

  • Reservierbare Dinner-Events: Ein festes Menü mit begrenzten Sitzplätzen erleichtert die Planung von Einkauf, Personaleinsatz und Küchenabläufen.

  • Kostümaktionen: Ein Wettbewerb oder ein kleiner Vorteil für verkleidete Gäste kann einen zusätzlichen Besuchsanreiz schaffen.

  • Kooperationen: Restaurants können ihre Aktion mit einem DJ, einem lokalen Veranstalter oder benachbarten Betrieben verbinden, um Reichweite und Zielgruppen zu erweitern.

Bei der Planung sollten Gastgeber den zusätzlichen Aufwand gegen die erwartbaren Erlöse abwägen. Sonderzutaten, Dekoration, Personal und gegebenenfalls Veranstaltungstechnik verursachen Kosten. Eine erfolgreiche Aktion hängt deshalb nicht allein von einer hohen Gästezahl ab, sondern auch davon, ob der zusätzliche Umsatz einen ausreichenden Deckungsbeitrag ermöglicht.

Halloween 2026: Bleibt das Gruselfest ein Umsatztreiber?

Ob sich die positive Entwicklung aus dem Vorjahr fortsetzt, wird sich nach Halloween 2026 zeigen. Die Daten von SumUp liefern einen Hinweis darauf, dass das Datum für verschiedene Branchen wirtschaftlich interessant sein kann. Für die Gastronomie sind vor allem die Zuwächse bei Bars und Clubs sowie die konkreten Veranstaltungsformate relevant.

Für Gastgeber bietet Halloween die Möglichkeit, das reguläre Angebot zeitlich begrenzt zu erweitern, neue Gästegruppen anzusprechen und die eigene Positionierung zu stärken. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt letztlich vom jeweiligen Betrieb, der Nachfrage und einer sorgfältigen Kalkulation ab.

(Heising & Adelmann/Hyatt/Hotel Zoo Berlin/KAGI)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Frau beim bezahlen im Restaurnat
Statistik
Statistik

Gastgewerbeumsatz im ersten Halbjahr 2026: Gastronomie mit stärkeren Einbußen als Hotellerie

Das deutsche Gastgewerbe erzielt im ersten Halbjahr nominal ein Umsatzplus. Preisbereinigt bleibt die Entwicklung jedoch rückläufig – mit stärkeren Einbußen in der Gastronomie als in der Hotellerie.
Modern eingerichtetes Café-Restaurant mit Tischen, Stühlen und Barbereich
Branchenpraxis
Branchenpraxis

Gastromöbel: Mehr Umsatz pro Quadratmeter

Die Möblierung beeinflusst stärker als oft gedacht, wie viele Gäste ein Betrieb bewirten kann und wie lange sie bleiben. Durch eine strategische Einrichtung lässt sich der Umsatz pro Fläche deutlich steigern.
Kellner beim Abkassieren
Statistik
Statistik

Gastgewerbeumsatz 2025 liegt unter Vorjahresniveau

Das Statistische Bundesamt hat die vorläufigen Jahreszahlen 2025 für das Gastgewerbe vorgelegt. Nominal stiegen die Umsätze leicht – preisbereinigt gingen die Einnahmen für Gastronomie und Hotellerie jedoch zurück.
Hotelrezeption
Statistik
Statistik

Gastgewerbeumsatz im September 2025 niedriger als im Vormonat

Das Gastgewerbe in Deutschland steht auch im September weiterhin unter Druck: Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) verzeichnete die Branche sowohl gegenüber dem Vormonat als auch des Vorjahres Umsatzrückgänge.
Zwei Gastronomen bei der Abrechnung
Umfrage
Umfrage

Dehoga schlägt Alarm: „7 Prozent Mehrwertsteuer auf Essen sind überlebenswichtig“

Die Lage im Gastgewerbe ist weiterhin angespannt. Der Dehoga befürchtet das sechste Verlustjahr in Folge für die Branche. Präsident Guido Zöllick fordert daher entschlossenes Handeln der Politik und Steuerfairness.
Gäste sitzen im Außenbereich eines Restaurants
HOGAPAGE-Interview
Anzeige
HOGAPAGE-Interview

Außengastronomie als Umsatz-Booster – so gelingt es bei jedem Wetter

Kaum steigen die Temperaturen, zieht es die Menschen ins Freie. Für Gastronomen und Hoteliers ist der Außenbereich eine wertvolle Erweiterung ihres Angebots – und eine Chance, zusätzliche Umsätze zu generieren. Doch der perfekte Außenbereich will gut geplant sein. Christine Buch von zelthandel.de verrät im Interview mit HOGAPAGE, worauf es wirklich ankommt und wie Betriebe den Außenbereich optimal für ihre Gäste gestalten und nutzen können – auch bei schlechtem Wetter.
Wirtin in bayerischer Kneipe mit Gästen
Aufschwung
Aufschwung

Umsatzzahlen im Gastgewerbe gehen rauf

Für den Tourismusbereich lief es im Januar 2025 erstaunlich gut. Es gab eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahresmonat. Davon profitierte auch das Gastgewerbe. Bei näherer Betrachtung fallen die Zahlen allerdings nicht ganz so gut aus. 
Kellner bringt Essen an den Tisch
Statistik
Statistik

Umsatzeinbußen im Gastgewerbe

Gastwirtschaften, Restaurants und Hotels haben im vergangenen Jahr weniger Umsatz gemacht. Allein höhere Preise retten die Bilanz etwas.
Zwei Gastronomen sitzen am Tisch und schauen traurig auf Papiere
Entwicklung
Entwicklung

Gastgewerbe schwächelt

Gastronomie und Hotellerie machten im Oktober preisbereinigt 3,3 Prozent weniger Geschäft als ein Jahr zuvor. Nur aufgrund höherer Preise gelang es der Branche, bei den nominalen Umsätzen den Rückgang auf 0,2 Prozent zu begrenzen. Gegenüber dem Vormonat gibt es allerdings ein leichtes Plus.