Halloween in der Gastro: Gruseln, genießen, Umsatz machen
Halloween ist längst nicht mehr nur ein Anlass für Kinder, die verkleidet von Tür zu Tür ziehen. Auch für Gastronomiebetriebe kann das Gruselfest ein zusätzlicher Geschäftsanlass sein. Darauf deutet eine aktuelle Auswertung des Finanztechnologie-Unternehmens SumUp hin.
Demnach stiegen die über SumUp erfassten Einnahmen aus Kartenzahlungen in Deutschland vom 29. bis 31. Oktober 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,3 Prozent. Der durchschnittliche Betrag pro Kartentransaktion lag bei 27,37 Euro.
Besonders deutlich fiel das Plus im Lebensmittelhandel mit 31,3 Prozent aus. Auch Entertainment-Angebote legten um 22,6 Prozent zu. Bars und Clubs verzeichneten einen Zuwachs von 19,7 Prozent.
Die Zahlen beziehen sich auf die bei SumUp erfassten Kartenzahlungen und ausgewählte Branchen. Sie zeigen eine positive Entwicklung rund um Halloween, belegen jedoch nicht, dass das Fest allein für die Umsatzsteigerungen verantwortlich war.
Für Gastronomen stellt sich damit die Frage, wie sie den Anlass nutzen können, um zusätzliche Besuche zu generieren und ihr Angebot saisonal zu profilieren.
Halloween-Menüs und Partys: So setzen Restaurants auf besondere Erlebnisse
Ein Ansatz ist die Verbindung von Gastronomie und Veranstaltung. Das Kölner Restaurant Heising & Adelmann kombiniert Halloween 2026 beispielsweise ein eigens zusammengestelltes Menü mit einer anschließenden Party. Das zweigängige Menü kostet 49,50 Euro pro Person, eine dreigängige Variante 61,50 Euro. Der Eintritt zur anschließenden Feier ist für Dinner-Gäste inklusive.
Das Konzept verbindet mehrere Umsatzpotenziale: einen reservierbaren Restaurantbesuch, den Verkauf von Getränken und eine Veranstaltung, die Gäste auch nach dem Essen im Haus hält. Gleichzeitig lässt sich die Nachfrage durch feste Menüangebote und Reservierungen besser planen.
Auch Hotelbars können Halloween als Anlass für ein eigenes Event nutzen. Die Otto’s Skybar im Düsseldorfer Hyatt Regency kündigt für den 31. Oktober 2026 eine Halloween-Nacht mit Welcome-Drink, speziellen Cocktails, Food-Specials und DJ an.
Für Gastgeber muss es dabei nicht immer eine aufwendige Inszenierung sein. Bereits eine begrenzte Auswahl saisonaler Drinks, ein besonderes Dessert oder ein thematisch abgestimmtes Menü kann einen Anlass schaffen, den Gäste gezielt buchen oder weiterempfehlen.
Halloween im Hotel: Gastronomie und Eventangebot verbinden
Wie sich ein Hotel als Veranstaltungsort positionieren kann, zeigt das Hotel Zoo Berlin. Gemeinsam mit dem Veranstaltungsformat Helden der Nacht richtet das Haus am 30. und 31. Oktober 2026 den „Halloween Circus“ aus. Geplant sind mehrere Dancefloors, DJs, Show-Acts, Drinks und eine aufwendig gestaltete Kulisse.
Für Hotels mit Bar, Restaurant oder geeigneten Veranstaltungsflächen kann Halloween damit über das klassische Abendgeschäft hinausgehen. Eine Party lässt sich beispielsweise mit einem Dinner, einem Übernachtungsangebot oder einem Frühstück am Folgetag kombinieren.
Entscheidend ist, dass das Konzept zur Positionierung des Betriebs passt. Während eine Hotelbar auf Cocktails und Musik setzen kann, kommen für ein familienorientiertes Restaurant eher ein frühes Halloween-Dinner oder ein saisonales Angebot für Eltern und Kinder infrage.
Halloween-Aktionen in der Gastronomie: Welche Ideen sich umsetzen lassen
Nicht jeder Betrieb benötigt eine große Halloween-Party, um den Anlass für sich zu nutzen. Je nach Zielgruppe, Personal und vorhandener Infrastruktur bieten sich unterschiedliche Formate an:
- Saisonale Speisen: Ein begrenztes Halloween-Menü oder ein herbstliches Spezialgericht kann zusätzliche Aufmerksamkeit schaffen, ohne die gesamte Speisekarte umzustellen.
- Themen-Drinks: Eine kleine Auswahl besonderer Cocktails und alkoholfreier Getränke bietet sich insbesondere für Bars und Hotelrestaurants an.
- Reservierbare Dinner-Events: Ein festes Menü mit begrenzten Sitzplätzen erleichtert die Planung von Einkauf, Personaleinsatz und Küchenabläufen.
- Kostümaktionen: Ein Wettbewerb oder ein kleiner Vorteil für verkleidete Gäste kann einen zusätzlichen Besuchsanreiz schaffen.
- Kooperationen: Restaurants können ihre Aktion mit einem DJ, einem lokalen Veranstalter oder benachbarten Betrieben verbinden, um Reichweite und Zielgruppen zu erweitern.
Bei der Planung sollten Gastgeber den zusätzlichen Aufwand gegen die erwartbaren Erlöse abwägen. Sonderzutaten, Dekoration, Personal und gegebenenfalls Veranstaltungstechnik verursachen Kosten. Eine erfolgreiche Aktion hängt deshalb nicht allein von einer hohen Gästezahl ab, sondern auch davon, ob der zusätzliche Umsatz einen ausreichenden Deckungsbeitrag ermöglicht.
Halloween 2026: Bleibt das Gruselfest ein Umsatztreiber?
Ob sich die positive Entwicklung aus dem Vorjahr fortsetzt, wird sich nach Halloween 2026 zeigen. Die Daten von SumUp liefern einen Hinweis darauf, dass das Datum für verschiedene Branchen wirtschaftlich interessant sein kann. Für die Gastronomie sind vor allem die Zuwächse bei Bars und Clubs sowie die konkreten Veranstaltungsformate relevant.
Für Gastgeber bietet Halloween die Möglichkeit, das reguläre Angebot zeitlich begrenzt zu erweitern, neue Gästegruppen anzusprechen und die eigene Positionierung zu stärken. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt letztlich vom jeweiligen Betrieb, der Nachfrage und einer sorgfältigen Kalkulation ab.
(Heising & Adelmann/Hyatt/Hotel Zoo Berlin/KAGI)