Moderne Essgewohnheiten

Restaurant verlangt Aufpreis für „Hipster-Allergien“

Die Nachfragen nach veganen und glutenfreien Alternativen steigt zunehmend. Konsequent bzgl. ihrer Unverträglichkeit und Ernährungsgewohnheit sind jedoch nicht alle. Ein Gastronom zieht jetzt Konsequenzen.

Dienstag, 15.10.2019, 11:39 Uhr, Autor: Kristina Presser
Indisches Gericht

Immer wieder wird Samrudh Akuthota nach glutenfreien oder veganen Alternativen zu seinen indischen Gerichten gefragt. (Foto: © timolina/PicItUp/KP)

Samrudh Akuthota war genervt von Gästen, die aufgrund ihrer Unverträglichkeit nach glutenfreien Gerichten fragten und sich dann Bier zum Essen bestellten. Der Besitzer des indischen Restaurants Satya Chai Lounge im neuseeländischen Auckland hat sich daraufhin etwas einfallen lassen: 5 Dollar Aufpreis für „Hipster-Allergien“, wie unter anderem der NZ Herald berichtet. In seiner Speisekarte heißt es übersetzt: „Bitte informieren Sie uns, wenn Sie Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten haben – wir kümmern uns darum, können aber nicht garantieren, dass keine Spuren von Allergenen in den Speisen enthalten sind. 5 $ Aufpreis für Hipster Allergien.“ Die Kennzeichnung „v“ bei den Gerichten steht für eine „vegane“ Alternative, „gf“ für „glutenfrei“. Außerdem wird für 40$ pro Dose auch veganes Bier angeboten.

Dabei geht es ihm vor allem darum, einen offenen, ernsthaften Dialog über echte Unverträglichkeiten und Allergien anzustoßen. „Es ist frustrierend, wenn Gäste sagen, dass Weizen das schlimmste für sie ist, wir bieten ihnen daraufhin glutenfreies Bier an und sie sagen ‚Nein, Bier zählt nicht‘“, berichtet der Gastronom. Außerdem wollte er einmal einem Gast zu Hilfe kommen, erzählt Samrudh Akuthota, als er sah, wie er frittiertes Hühnchen aß, obwohl er sich über die Notwendigkeit glutenfreier Optionen aufgeregt hatte. Der Gast meinte daraufhin, es bringe ihn schon nicht um.

Die in der Speisekarte genannten Summen seien jedoch als Scherz gedacht und er habe sie noch nie jemandem tatsächlich in Rechnung gestellt, gibt Samrudh Akuthota zu. Und das werde er auch nie tun. „Wir wollen der Authentizität Rechnung tragen. Wir werden uns ein Bein ausreißen für Leute mit echten Unverträglichkeiten“, sagte er.

 

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