Überraschungsfaktor

Grüne Woche gestartet: Messe präsentiert kuriose Spezialitäten

Durch Mikroalgen gefärbtes Popcorn
Auf der Grünen Woche wird u. a. durch Mikroalgen gefärbtes buntes Popcorn präsentiert. (Foto: © picture alliance/dpa | Klaus-Dietmar Gabbert)
Die Grüne Woche in Berlin läuft noch bis zum 25. Januar und bringt neben Regionalklassikern auch ungewöhnliche Food-Trends auf den Teller. Von Algen-Popcorn bis Straußenbratwurst: Diese Spezialitäten sorgen für Überraschung bei den Besuchern.
Montag, 19.01.2026, 13:13 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Die Grüne Woche in Berlin ist gestartet und bleibt bis zum 25. Januar geöffnet. Die Grüne Woche ist die weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Besucher können sich durch regionale und innovative Spezialitäten probieren – von Pistazien-Croissants über Preiselbeer-Schorle bis hin zu Kartoffelwaffeln. Parallel bieten die Aussteller Einblicke in aktuelle Entwicklungen rund um Lebensmittel, Landwirtschaft und Ernährung.

Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) sagte beim traditionellen Rundgang, die Messe sei „ein Erfolgsrezept“ als Leistungsschau der Branche. Es gehe auch darum zu zeigen, dass es keinen Widerspruch zwischen ländlichen und urbanen Regionen gebe.

Bei der 90. Ausgabe der Grünen Woche präsentieren sich rund 1.600 Aussteller aus 50 Ländern in den Hallen unter dem Funkturm. Die Veranstalter erwarten 325.000 Besucher. Seit der Eröffnung kamen nach Angaben von Agrarminister Till Backhaus (SPD) 65.000 Besucher in die Länderhalle MV. Das waren rund zwei Drittel aller Besucher der Grünen Woche in den ersten drei Tagen, wie es hieß. „Der Auftritt des Partnerlandes der Messe, Mecklenburg-Vorpommern, ist ein voller Erfolg“, so der Minister. 

Die Messe feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Zum ersten Mal fand sie im Februar 1926 statt.

Preise und schwierige Marktbedingungen 

Themen sind in diesem Jahr unter anderem die Preise für Lebensmittel und die Ernährungssicherung in Zeiten internationaler Spannungen. Rainer sagte, es gelte, die Ernährungssicherung zukunftsfähig und resilient zu gestalten. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte, eine gute und gesunde Ernährung spiele eine große Rolle auch in der Großstadt und ganz Deutschland.

Der Eröffnungsrundgang startete in der Halle Mecklenburg-Vorpommerns, das Partnerland der diesjährigen Grünen Woche ist. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagte: „Wir reden viel über Sicherheit, äußere Sicherheit und innere Sicherheit, aber die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln ist genauso wichtig.“ Die Ernährungs- und Landwirtschaft in Deutschland stehe für 250.000 Betriebe, 1,6 Millionen Beschäftigte und 500 Milliarden Euro Jahresumsatz.

Kurioses Kulinarisches auf der Grünen Woche

Die Länderhallen setzen kulinarische Akzente: Heute steht Sachsen-Anhalt im Fokus. Vom 16. bis 25. Januar 2026 präsentiert sich das Bundesland wie gewohnt in der Länderhalle 23b. Über 100 Aussteller aus allen Regionen zeigen dort, was das Land kulinarisch, touristisch und kulturell zu bieten hat – darunter auch Produkte mit Überraschungsfaktor. Denn beim Sachsen-Anhalt-Tag präsentiert sich das Bundesland mit teils kuriosen kulinarischen Spezialitäten.

Besucher können laut Messebetreiber ungewöhnliche Produkte wie Algenbier oder Straußenbratwurst aus dem Saalekreis probieren. Weitere Spezialitäten sind buntes Algen-Popcorn aus der Lehrküche der Hochschule Anhalt, Sekt mit Mate als Seccomate von der Unstrut sowie handgemachtes veganes Schokoladeneis mit Leinsamenpaste aus Magdeburg.

Die Grüne Woche in Berlin ist für Sachsen-Anhalt nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums inzwischen weit mehr als eine Leistungsschau. Es gehe um einen Austausch zwischen Landwirtschaft, Kultur, Politik und Tourismus. 

Umweltminister fordert Steuersenkung für Lebensmittelpreise

Umweltminister Armin Willingmann hat sich auf der Grünen Woche für eine Senkung oder gar Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel ausgesprochen. Wie der SPD-Politiker mitteilte, müsse die rasante Teuerung der Lebensmittel abgebremst werden. Die hohen Preise seien für einige Menschen kaum noch zu stemmen. 

„Ich halte eine Senkung der Mehrwertsteuer bis hin zum Verzicht für sinnvoll“, erklärt der Minister im Rahmen der Grünen Woche in Berlin. Preissteigerungen zwischen 30 und 40 Prozent bei Molkereiprodukten, Eiern, Brot und Brötchen seien insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen eine große Belastung. „Hier sehe ich die Bundesregierung in der Pflicht gegenzusteuern“, erklärt der Minister. 

Wie das Ministerium in Magdeburg unter Berufung auf das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt mitteilte, sind im Zeitraum zwischen 2021 und 2025 Lebensmittel im Schnitt rund 35 Prozent teurer geworden. Zwischen 2021 und 2025 haben sich vor allem Molkereiprodukte und Eier verteuert: Sie wurden im Schnitt rund 44 Prozent teurer. Im gleichen Zeitraum lag die Inflationsrate lediglich bei rund 20 Prozent.

(dpa/SAKL)

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