Trendtour

Internorga 2026: Highlights im Bereich der Küchentechnik

Internorga 2026
Auf der Internorga 2026 wurden verschiedene Lösungen vorgestellt, die Arbeitsabläufe in professionellen Küchen unterstützen sollen. (Foto: © Hamburg Messe und Congress GmbH / Rolf Otzipka)
Zwischen neuen Konzepten, frischen Impulsen und technischen Entwicklungen bot die Internorga in Hamburg auch 2026 zahlreiche Einblicke in die Welt der Profiküche. Welche technischen Lösungen den Küchenalltag in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung künftig prägen könnten, hat sich HOGAPAGE auf der Messe angesehen.
Dienstag, 17.03.2026, 08:56 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Es gab wieder viel zu entdecken auf der Internorga. Um einen schnellen Überblick über die neuesten Trends und wegweisenden Konzepte der professionellen Küchentechnik zu erhalten, führte Thorsten Kretzmar, Inhaber von Hertwig + Kretzmar AGK, bei einem Trendrundgang durch die Hamburger MessehallenDie Highlights der Tour hat HOGAPAGE zusammengefasst. 

Im Mittelpunkt standen technische Konzepte, die auf zentrale Herausforderungen der Branche reagieren: Personalmangel, steigende Betriebskosten, Prozesssicherheit, Automatisierung und digitale Vernetzung. Die Stationen des Rundgangs reichten von intelligenten Kochsystemen über automatisierte Küchenprozesse bis zu Lösungen für Spülraum und Logistik.

Kochtechnik wird digitaler und datenbasierter

Eine Station des Rundgangs war Unox. Das Unternehmen stellte auf der Internorga Technologien vor, die Küchenprozesse effizienter und reproduzierbarer machen sollen. Im Zentrum steht dabei das Betriebssystem Digital.ID, das auch komplexe Garprozesse intuitiv zugänglich machen soll. Digitale Assistenzfunktionen unterstützen die Bedienung, während integrierte Feedback-Tools anhand von Parametern wie Optik, Textur und Gargrad helfen, Programme optimal auf das jeweilige Produkt abzustimmen.

Ergänzt wird diese technologische Entwicklung durch das Hyper Accelerated Food Service System, das auf der Kombination von Unox SPEED-X und Unox EVEREO basiert. Während SPEED-X die Geschwindigkeit eines Hochleistungsspeedofens mit der Funktionalität eines Kombidämpfers verbindet, ermöglicht EVEREO die Warmkonservierung bereits zubereiteter Speisen bis zu 72 Stunden bei Serviertemperatur. Ziel dieser Kombination sind kürzere Servicezeiten, weniger Lebensmittelverschwendung und eine bessere Organisation von Produktionsspitzen.

Vernetzte Abläufe und Robotik in der Küche

Transgourmet präsentierte zur Inernorga 2026 erstmals live seine „Kundenreise automatische Küche“. Der in Halle B5 gezeigte Showcase bildet eine vollständig vernetzte Küchenlösung ab – von der Konzeption bis zur Ausgabe des Gerichts.

Herzstück ist ein Kochroboter von goodBytz, der laut Transgourmet rund um die Uhr bis zu 3.000 von Spitzenköchen entwickelte Gerichte pro Tag in konstant hoher Qualität zubereiten kann. Als Deutschland-Premiere wurde zudem ein Service-Roboter von Robozän vorgestellt, der über ein integriertes Bestellinterface mit Menoovo vernetzt ist und die Bestellungen aufnahm.

Für die Gemeinschaftsverpflegung integrierte Transgourmet zusätzlich den Abrechnungsspezialisten foove. Damit lassen sich auch komplexere Szenarien wie Guthabenkontrollen, Speisenausgabe oder Zuschussmodelle digital steuern und transparent abbilden.

Automatisierungsmodul M-iFlow IPB
Meiko präsentierte auf der Internorga das Automatisierungsmodul M-iFlow IPB. (Foto: © Meiko)

Automatisierung im Spülraum

Ein weiterer Schwerpunkt des Trendrundgangs mit Thorsten Kretzmar lag auf dem Spülbereich. Meiko präsentierte auf der Internorga ganzheitliche Lösungen für den professionellen Spülraum. Im Mittelpunkt stand das Automatisierungsmodul M-iFlow IPB, das den Personalbedarf am Spülmaschineneinlauf laut Unternehmen um bis zu 50 Prozent reduzieren kann. Die Lösung ist darauf ausgelegt, unterschiedliche Geschirrvarianten zu verarbeiten, Speisereste automatisch zu entfernen und zu lagern sowie ergonomische Abläufe zu unterstützen.

In einer Live-Demonstration wurde zudem gezeigt, wie Spültechnik und Speisereste-Management zusammengeführt werden können. Organische Küchenabfälle werden dabei in der Eingabestation Meiko BioMaster Flex homogenisiert und über ein geschlossenes Pumpsystem in einen Sammelbehälter weitergeleitet. Die Reinigung und Trocknung eines wiederverwendbaren Kunststoffbechers erfolgt anschließend in der Haubenspülmaschine M-iClean HL mit Quick-Dry-Trocknungsmodul.

Quick Dry Appliance
Das Quick-Dry-Trocknungsmodul trocknet wiederverwendbare Kunststoffbecher nach der Reinigung. (Foto: © Meiko)

Bestecksortierung auf kleiner Fläche

Mit HandsOn Robotics war auch ein Start-up Teil des Rundgangs, das sich auf die Automatisierung manueller Tätigkeiten und Prozesse in Gemeinschaftsverpflegung und Großgastronomie spezialisiert hat. Vorgestellt wurde das Bestecksortiersystem Cutlery Conveyor Sorter (CuCoSort), das speziell für den Einsatz in Großküchen konzipiert ist.

Das System sortiert Besteck vollautomatisch direkt vom Spülband und benötigt nach Unternehmensangaben weniger als einen Quadratmeter Grundfläche. Es lässt sich in Bestandsküchen integrieren, ohne dass bauliche Maßnahmen erforderlich sind. Die Leistung liegt bei bis zu 3.600 Besteckteilen pro Stunde. HandsOn Robotics sieht den Einsatzbereich vor allem in Krankenhäusern, Mensen, Zentralküchen und Betriebskantinen.

QR-Code für Kaffee
Die Lösungen von unterstützen die Bezahlung an der Kasse – sowohl vor als auch nach dem Getränkebezug. Bei der Bezahlung vor der Zubereitung, bezahlt der Gast an der Kasse und erhält einen QR-Code oder Token/Jeton zur Freigabe an der Maschine. (Foto: © Melitta)

Payment-Lösungen für den Kaffeebereich

Auch Melitta Professional zeigte Lösungen, die Prozesse im Betriebsalltag vereinfachen sollen. Im Fokus standen digitale Payment-Lösungen für Kaffeemaschinen.

Die Zahlungssysteme lassen sich nach Angaben von Melitta nahtlos in Selbstbedienungsstationen, Bäckereien, Tankstellen und viele weitere Betriebsformen integrieren. Dabei ist eine via QR-Code oder Kartenzahlung eine Zahlung direkt an der Maschine möglich. 

Zudem wurden Lösungen vorgestellt, bei denen Bestellung und Bezahlung über einen separaten Service-Screen oder an der Kasse erfolgen. Ziel ist es, Abläufe zu beschleunigen, Warteschlangen zu reduzieren und zugleich Kontrolle und Sicherheit bei der Getränkeausgabe zu verbessern.

Bezahlen via QR-Code
Vi QR-Code lässt sich der Kaffee direkt vom Maschinenbildschirm aus bezahlen. (Foto: © Melitta)

Schnittstelle zwischen GN- und Eurobehältern

Ein weiterer Ansatz befasste sich mit einem bekannten Problem aus Küchen- und Logistikprozessen: der nur eingeschränkten Kompatibilität zwischen GN-Behältern und Eurobehältern. Das Unternehmen Hupfer stellte auf der Internorga daher einen Ladungsträger vor, der als Schnittstelle zwischen beiden Systemen dienen soll.

Hupfer
Der Ladungsträger von Hupfer nimmt bis zu drei GN 1/1 65 mm oder zwei GN 1/1 100 mm auf. (Foto: © Hupfer)

Der Ladungsträger nimmt bis zu drei GN 1/1 65 mm oder zwei GN 1/1 100 mm auf, hält sie mit Abstand zueinander und soll ergonomisches Einsetzen und Entnehmen ermöglichen. Zugleich lässt er sich in bestehende Eurobehälter integrieren. Als mögliche Einsatzfelder werden Vorbereitung, Lagerung, Transport, Kommissionierung und automatisierte Lager auf Eurobehälter-Basis genannt.

Prozesslösungen für die Lebensmittelproduktion

Mit Handtmann war auch ein Unternehmen Teil der Tour, das auf Füll- und Portioniertechnik sowie vernetzte Linienlösungen für die Nahrungsmittelindustrie spezialisiert ist. Das Unternehmen deckt mit seinen Lösungen den gesamten Verarbeitungsprozess ab – von der Produktvorbereitung über Füllen, Portionieren, Dosieren und Formen bis zum Produkthandling und zur Automatisierung.

Handtmann präsentierte sich u. a. als Wegbegleiter und Wegbereiter bei der Umsetzung moderner Lebensmittelprodukte und der Realisierung wirtschaftlicher Produktionslösungen. Dafür kombiniert das Unternehmen moderne Technik mit einer fundierten lebensmitteltechnologischen Expertise und werthaltigen Services - vom Anfang bis zum Ende des Produktionsprozesses. Handtmann adressiert damit verschiedene Segmente, darunter Backwaren, Süßwaren, Molkereiprodukte sowie vegetarische und vegane Produkte.

Überblick über aktuelle Entwicklungen

Der Trendrundgang auf der Internorga 2026 machte deutlich, dass sich professionelle Küchentechnik immer stärker in Richtung Automatisierung, Vernetzung und Prozessoptimierung entwickelt. Viele der vorgestellten Lösungen setzen an Schnittstellen im Betriebsalltag an – etwa bei Garprozessen, Spültechnik, Logistik, Bezahlung oder robotergestützten Abläufen.

Damit zeigte der Trendrundgang von Thorsten Kretzmar, welche technischen Konzepte derzeit in der Branche diskutiert werden und wie Hersteller auf aktuelle Anforderungen in Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung und Foodservice reagieren.

(SAKL)

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