Netz-Kriminalität

Trojaner-Mails gehen auf Gastronomen los

Die Landeskriminalämter warnen: Der Trojaner „Gandcrab“ hat vor allem gastronomische Betriebe im Visier. Die Schadsoftware schockiert mit angeblichen Restaurant-Vergiftungen und führt Wirte dazu, den Mailanhang zu öffnen.

Dienstag, 09.04.2019, 13:35 Uhr, Autor: Thomas Hack
Ein Warnsymbol für eine Cyber-Attacke

Restaurants erhalten derzeitig verstärkt frei erfundene Mails, die jedoch brandgefährlich sind. (© M.studio/arrow/Fotolia/Montage:TH)

Beschäftigte in Cafés, Restaurants und Hotels müssen derzeitig wachsam sein: Nach einer Welle gefälschter Bewerbungsmails mit einem Verschlüsselungstrojaner im Anhang erhalten nun verstärkt Restaurantbetriebe frei erfundene Mails, die brandgefährlich sind. Eine neue Spamwelle mit dem Verschlüsselungstrojaner Gandcrab zielt vor allem auf gastronomische Betriebe. Darin wird behauptet, dass sich jemand nach einem Besuch im Restaurant des Empfängers der Mail eine Lebensmittelvergiftung zugezogen hätte, warnt das Landeskriminalamt Niedersachsen. In die Mail ist das Foto einer Frau mit gerötetem und geschwollenem Gesicht eingebunden. Im Text fallen die Stichwörter Anwalt und Arzt, dessen Diagnose angeblich im Anhang zu finden ist. Ziel der kriminellen Absender ist es, dass der Empfänger den Anhang sofort und ohne Nachdenken öffnet – sei es vor Schreck oder aus Neugier. So gelangt der Trojaner Gandcrab 5.2 auf den Rechner, der alle Daten verschlüsselt – gegebenenfalls auch auf anderen Computern im Netzwerk.

„Makrofunktionen deaktivieren!“
Im Gegensatz zu Vorgängerversionen gibt es für Gandcrab 5.2 noch kein Tool, mit dem Opfer der Angriffe ihre Daten wieder entschlüsseln können. Als wichtigste Sicherheitsmaßnahme empfiehlt die Polizei neben Vorsicht deshalb, die sogenannte Makrofunktion in den Einstellungen der jeweils genutzten Office-Anwendung zu deaktivieren. Denn in den angehängten Dokumenten versteckten Makros sind das Einfallstor für den Trojaner. Bei Makros handelt es sich um automatisierte Befehlsabfolgen. Grundsätzlich sind aber regelmäßige Backups aller Daten auf externen Datenträgern der beste Schutz vor Verschlüsselungstrojanern. (dpa-tmn)

 

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