Pokal-Eklat

FIFA reagiert auf den Kuss des Goldsteak-Grillers

Salt Bae küsst Weltmeisterschaftspokal.
Der Promikoch Salt Bae feiert mit den Nationalhelden Argentiniens den Sieg gegen Frankreich. (Foro: © picture alliance/dpa | Robert Michael)
Es war ein Skandal, der die Fußball-Welt erschütterte. Selbst eine Woche danach ebbt die Welle der Empörung nicht ab. Ein Koch hatte sich auf den Rasen neben die Spieler der Argentinier gestellt und sich mitfeiern lassen. Das schmeckte nicht jedem.
Freitag, 23.12.2022, 13:34 Uhr, Autor: Thiemo Welf-Hagen Wacker

PR-Gag oder dreiste Feiereinlage? Nach dem packenden Finale zwischen Argentinien und Frankreich war unter den feiernden Spielern auch der als Salt Bae bekannte Promikoch. Der ist unter anderem für seine vergoldeten Steaks bekannt.

Nusret Gökce hatte es nach 7:5-Sieg der Argentinier irgendwie geschafft, sich im Getümmel der Feiernden unbemerkt auf den Rasen des Lusail Stadions zu stehlen. Zuerst ging er auf Selfie-Jagd und wollte exklusive Bilder mit den frisch gebackenen Weltmeistern für seinen Instagram-Kanal.

Aber damit nicht genug. Vor laufenden Kameras ließ er sich auch nicht nehmen, die begehrte Siegertrophäe mit einer, für ihn typischen, Geste zu würzen und ihr dann einen Kuss aufzudrücken. Das war selbst der FIFA eine Prise zu viel.

Die FIFA will sich mit dem Fall befassen

Nach der bizarren Goldshow des als Salt Bae bekannten Promikochs nach dem WM-Finale will der im Normalfall nicht vor Pomp zurückschreckende Weltverband „angemessene interne Maßnahmen“ ergreifen.

Also nicht gegen den Steakbrater, der sich nach Schlusspfiff auf dem Rasen mit dem Pokal wie ein Weltmeister neben Lionel Messi feiern ließ und die PR-Chance seines Lebens ergriff.

Vielmehr wolle man in der Zentrale in Zürich dann doch einmal klären, wie der im normalen Leben unter dem Namen Nusret Gökce bekannte Mann überhaupt auf den Platz gekommen sei.

Wieso die ganze Aufregung um die Weltmeisterschafts-Trophäe?

Es bedurfte allerdings eines tagelangen Shitstorms in den ohnehin chronisch aufgeregten sozialen Medien, ehe sich der Fußball-Weltverband zu einer Reaktion veranlasst sah.

Der Pokal sei eine ikonische Trophäe, die nur „von einer sehr ausgesuchten Personengruppe berührt werden darf“, teilte die FIFA mit. Ein Stück Fleisch mit Blattgold zu überpinseln, genügt nicht als Qualifikation für jene Personengruppe. Vielmehr müsse man den Pokal als Spieler oder Trainer wirklich gewonnen haben oder wenigstens das Staatsoberhaupt eines Landes sein.

(dpa/THWA)

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