Nachhaltigkeit

Flaschenkonzepte der Zukunft

Hände, die Wasserfalschen
In der Getränkebranche herrscht derzeit eine nie gesehene Dynamik bei der Entwicklung neuer Verpackungsformen. (Foto: ©Pixel-Shot/stock.adobe.com)
Die Getränkebranche befindet sich um Umbruch. Auch inspiriert von den geänderten Gewohnheiten der Verbraucher arbeiten die Hersteller vermehrt an nachhaltigen Flaschenkonzepten.
Dienstag, 27.10.2020, 10:43 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz

Beim Getränkekauf greifen Verbraucher häufiger zu Glasfalschen. Wie das Aktionsforum Glasverpackung meldet, ist der Absatz von Behälterglas in Tonnen in der ersten Jahreshälfte 2020 um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Vor allem bei nicht-alkoholischen Getränken wie Wasser, Milch und Saft verzeichnet die Branche ein deutliches Absatzwachstum von 27,8 Prozent. Ein Grund für das Umdenken der Verbraucher: Kunststoffflaschen stehen trotz ihrer Vorteile im Verdacht, früher oder später in der Natur zu landen.

Coca-Cola investiert in Glasabfüllung

Einige Hersteller haben die Zeichen der Zeit erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet. So hat etwa Coca-Cola in Deutschland in zwei neue Glasabfüllungen investiert. Da jedoch auch PET-Flaschen über Mehrwegsysteme gesammelt, gereinigt und wiederverwendet werden können, hält das Unternehmen weiterhin an seinem Verpackungsmix mit Glas- und PET-Flaschen fest. Immerhin machen die Plastikverpackungen durch ihr geringeres Gewicht und das weniger energieaufwändige Recycling in puncto Umweltbilanz Boden gut.

Wie das Schwarzwälder Verpackungsunternehmen Karl Knauer zeigt, ist das Konzept der PET-Flaschen jedoch weiter optimierbar: Gemeinsam mit dem Systemlieferanten Krones hat das Unternehmen „LitePac Top“ entwickelt. Statt der üblicherweise eingesetzten Kunststoffschrumpffolie, die zum Konfektionieren der Gebinde benutzt wird, kommt hier ein Kartonträger zum Einsatz. Gemeinsam mit einer Papierbanderole ersetzt dieser die Folienumverpackung. Die damit verbundenen Material- und Energieeinsparungen haben dem Unternehmen sogar einen Platz im Finale des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2021 gesichert.

Das Problem mit der Kreislaufwirtschaft

Im Idealfall wird aus einer alten PET-Flasche also einfach eine neue – erst wenn das Material nicht mehr wiederverwendet werden kann oder die Flaschen durch die Entsorgung im Hausmüll aus dem Stoffkreislauf verschwinden, werden sie zum Problem. PepsiCo Deutschland setzt daher auf eine funktionierende Kreislaufwirtschaft und will bis Ende 2021 als erstes Getränkeunternehmen hierzulande ausschließlich 100 Prozent recyceltes Plastik (rPET) verwenden. Insgesamt sollen dadurch jährlich 15.000 Tonnen Neuplastik eingespart werden.

Allerdings ist nicht jede Pfandflasche Teil eines Mehrwegsystems. Um den Anteil zu erhöhen, hat sich der Bundesrat bereits im März 2020 dafür ausgesprochen, die Pfandpflicht auf alle Einwegflaschen auszudehnen. Er fordert, entsprechende Regelungen in die anstehende Novelle des Verpackungsgesetzes aufzunehmen. Die Neuregelung würde dann nicht nur Kunststoffe sondern auch bestimmte Getränkedosen betreffen, die viele Getränkehersteller aufgrund des Produktschutzes verwenden. So nutzen beispielsweise Brauereien die Metallverpackungen, da Bier durch Licht an Geschmack einbüßt. Die Dosen können jedoch nicht ohne Qualitätsverlust zu neuen Getränkedosen recycelt werden.

Recycling ohne Qualitätsverlust

Das Unternehmen Ball Corporation hat nun eine Flaschenverpackung entwickelt, die sich unendlich oft recyceln lässt: die „Infinity Aluminium Bottle“. Die Flasche besteht aus fließgepresstem Aluminium, das sich neben Getränken auch für Shampoos, Cremes, Spirituosen und andere Produkte eignet.

Auch die Großbrauerei Carlsberg hat sich etwas einfallen lassen: eine Papier-Bierflasche aus nachhaltig gewonnen Holzfasern. Noch wird für die innere Beschichtung der Flasche jedoch eine Kunststofffolie verwendet, wodurch die Flasche noch als Verbundverpackung gilt. Der dänische Konzern arbeitet jedoch auf eine Lösung ohne Kunststoffe hin.

(Messe Nürnberg/NZ)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Honigernte aus den Bienenstöcken des Arcotel Kaiserwasser in Wien
Nachhaltigkeitsstrategie
Nachhaltigkeitsstrategie

Arcotel Hotels setzt auf Bienenschutz und nachhaltige Gästebindung

Die Hotelgruppe rückt zum Weltbienentag 2026 sein langjähriges Engagement für Bienenschutz und Biodiversität in den Fokus. Mit der Initiative „Give Bees A Chance“ verbindet sie Umweltbildung, Naturschutz und die Einbindung ihrer Gäste.
Verleihung des Green-Sleeping-Awards
Auszeichnung
Auszeichnung

HSMAday 2026: Green-Sleeping-Award wird erneut verliehen

Der HSMAday 2026 findet am 2. und 3. September in Berlin statt. Auch in diesem Jahr wird dabei wieder der Green-Sleeping-Award verliehen. Bewerbungen sind jetzt möglich.
Team der DEHAG Hospitality Group
Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit

DEHAG Hospitality Group pflanzt 750 Bäume im Taunus

Die DEHAG Hospitality Group setzt ihr Engagement für Nachhaltigkeit fort: Bereits zum zweiten Mal unterstützte die Hotelgruppe eine Baumpflanzaktion. Insgesamt wurden 750 Bäume gepflanzt.
Nachhaltigkeitsbericht 2025 von Klüh
Nachhaltigkeitsbericht 2025
Nachhaltigkeitsbericht 2025

Klüh steigert Umsatz auf über 1,1 Milliarden Euro

Der Multiservice-Anbieter setzt seinen Wachstumskurs fort: Im vergangenen Jahr konnte die Gruppe aus Düsseldorf die Umsatzmarke von 1,1 Milliarden Euro überschreiten. Gleichzeitig setzt das Unternehmen nachhaltige Entwicklung mit digitaler Kompetenz fort.
Verified Net Zero Hotels
Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit

100 Hotels bis 2030: Radisson baut Programm für Net Zero Hotels aus

Ein Netto-Null-Status ist auch in bestehenden Hotelgebäuden erreichbar. Das zeigt die Radisson Hotel Group mit ihren „Verified Net Zero Hotels“. Das Programm soll nun weiter ausgebaut werden – mit dem Ziel, bis 2030 insgesamt 100 verifizierte Net Zero Hotels zu etablieren.
Baumpflanzaktion von Transgourmet
1.000 Bäume
1.000 Bäume

Transgourmet-Baumpflanzaktion in Berlin

Für mehr Klimaschutz: Transgourmet hat im Berliner Forstrevier Stolpe gemeinsam mit Kunden, Partnern und Lieferanten rund 1.000 Bäume gepflanzt. Die Aktion ist Teil der Klimaschutzinitiative des Unternehmens und soll die Waldökosysteme in der Region stärken.
Gemeinsam für nachhaltigen Tourismus: Wernigerode erneut TourCert-zertifiziert
Auszeichnung
Auszeichnung

Wernigerode erneut als nachhaltiges Reiseziel zertifiziert

Die Stadt bleibt das einzige Reiseziel in Sachsen-Anhalt mit TourCert-Zertifizierung. Die Rezertifizierung bestätigt den langfristigen Kurs für nachhaltige Tourismusentwicklung.
.): Hans-Peter Hermann (MHP), Rabea Moeller (Koenigshof, Munich), Dr. Jörg Frehse (MHP), Gerti Oswald (BIHK), Maximilian Michaelsen (MHP), Susanne Kneißl-Heinevetter (IHK) und Bernd Maur (Bernd Maur Consulting)
Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit

MHP Hotel AG erhält EMAS-Zertifizierung

Die MHP Hotel AG hat erfolgreich das Umweltmanagementsystem EMAS eingeführt und wurde offiziell zertifiziert. Mit der Integration mehrerer Hotels und konkreten Maßnahmen zur Ressourceneffizienz setzt die Gruppe ein Signal für strukturiert verankerte Nachhaltigkeit in der Hotellerie.
Vegetarische Spinat-Frittata von Seminaris Hotels
Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit

Seminaris verankert Zero Waste in der Tagungsgastronomie

Die Tagungshotelgruppe integriert Zero Waste verbindlich in ihr gastronomisches Bankettangebot. Bis Ende 2026 soll der Ansatz in allen acht Häusern zum Standard bei Veranstaltungen werden.