Interview

Harry’s Home feiert Jubiläum

Harald Ultsch Harry’s Home
Geschäftsführer Harald Ultsch spricht im Interview über das Erfolgskonzept von Harry’s Home. (Fotos: © Harry’s Home Hotels/Johannes Plattner (Hotel); Georg Hofer (Portrait))
In Graz/Österreich eröffnete vor 15 Jahren das erste Haus der familiengeführten Hotelkette Harry’s Home mit Firmensitz in Innsbruck. Eine Bilanz von Gründer Harald Ultsch.
Donnerstag, 20.05.2021, 16:11 Uhr, Autor: Martina Kalus

Harry’s Home feiert Geburtstag: In Graz/Österreich eröffnete vor 15 Jahren das erste Haus der familiengeführten Hotelkette mit Firmensitz in Innsbruck. Heute sind die Harry’s Home Hotels & Apartments mit demnächst acht Standorten in der DACH-Region vertreten – weitere werden in Kürze folgen. Im Interview spricht Geschäftsführer und Gründer Harald Ultsch über das Erfolgskonzept der Marke, wo eine Expansion Sinn macht und wie sich das Reiseverhalten seiner Einschätzung nach künftig ändern wird.

Herr Ultsch, wie sind Sie in den vergangenen Monaten mit der Krise umgegangen?

Nachdem sich unsere Häuser in der DACH-Region befinden, mussten wir ständig und sehr unterschiedlich reagieren. Eine Planung über mehr als zwei Wochen war nie möglich. Kaum hatte die Auslastung zumindest unter der Woche wieder zugenommen, kamen plötzlich erneute Reisebeschränkungen, Ausgangsverbote und alle Reservierungen mussten wieder storniert werden.

Welche konkreten Maßnahmen konnten Sie diesbezüglich für die Hotels umsetzen?

Trotz allem hielten wir unsere Hotels durchgehend offen und mussten uns wöchentlich mit den geänderten Bedingungen auseinandersetzen. Wir haben immer alle Möglichkeiten, Zimmer zu verkaufen, ausgeschöpft. „Day use“ und Homeoffice stellten wir zur Verfügung, wo es erlaubt war. Das Frühstück wurde jeweils der aktuellen Lage angepasst – von der Frühstücksbox über einen servierten Frühstücksteller bis hin zum (reduzierten) Buffet. Mit der harry’s HOME Tour schafften wir zudem ein attraktives Angebot, um Gästen eine Vergünstigung anzubieten – und zwar indem sie innerhalb von zwei Wochen in mehreren Häusern an unterschiedlichen Standorten nächtigen.

Nach dem ungewöhnlichen Jahr 2020 folgt jetzt das Jubiläum. Wie fällt Ihre Bilanz nach 15 Jahren aus?

Durchweg positiv. Unser Ziel, in den drei Ländern Deutschland, Österreich und Schweiz aktiv zu sein, haben wir erreicht. Weitere Standorte sind bereits fix und in den nächsten drei Jahren werden wir auf 20 Hotels wachsen. Im Rahmen unseres aktuellen Relaunches ist uns allerdings klar geworden, dass wir die Marke noch fokussierter ausrichten müssen.

Was genau meinen Sie damit?

Harry’s Home ist das perfekte Zuhause für Menschen, die viel reisen und genau wissen, was sie unterwegs brauchen. Ein wesentlicher Punkt ist für uns, dass man auf Reisen seine Gewohnheiten beibehalten kann, ganz gleich, ob bei Kurz- oder Langzeit-Aufenthalten. Deshalb ist „Wohnen“ für uns einer der zentralen USPs. Dies wird auch bei den kommenden Neueröffnungen innenarchitektonisch umgesetzt.

Was macht Ihre Hotels so besonders?

Sie richten sich dank unseres Baukastenprinzips „Create your stay“ nach den individuellen Wünschen der Gäste. Sie können ihr Produkt selbst zusammenstellen und bestimmen damit gleichzeitig den Preis. Unsere Kunden wählen auf unserer Website zwischen fünf buchbaren Studiotypen, fügen Dienstleistungen hinzu oder lassen sie eben weg.

Im vergangenen Jahr haben Sie in München eine Kooperation mit „Kinderhotels“ gestartet. Wollen Sie dieses Angebot ausbauen?

Wir sind sehr stolz, dass sie an uns herangetreten sind und wir somit das erste Kinderhotel in der Stadt sein dürfen. „Kinderhotels“ ist eine der stärksten Marken von Familienunterkünften im Alpenraum. Wir werden dieses Angebot auch in jenen Standorten ausbauen, wo wir die Zielgruppe Familien besonders gut erreichen können.

2019 haben Sie mit Zürich Ihr erstes Hotel in der Schweiz eröffnet. Welche Standorte folgen als nächstes?

Die Schweiz zählt zu den Ländern, wo wir gerne weiter wachsen wollen. Als nächstes kommt Bern Ostermundigen, anschließend ein weiteres Hotel im Westen von Zürich.

In welchen Städten und Ländern sehen Sie noch Potenzial?

Bis vor kurzem lebten wir in einer Zeit mit sehr hohem Hotelwachstum, vor allem in deutschsprachigen Ländern. Wie sich das in den nächsten Jahren entwickelt, ist noch nicht absehbar. Auf jeden Fall gilt es, eine Nische zu finden und diese zu besetzen. Wir expandieren in Orten, wo Wirtschaft und Tourismus zusammenspielen und damit eine ganzjährige Öffnung wirtschaftlich betrachtet sinnvoll ist. Wir gehen beide Richtungen, also in attraktive Bezirksorte und in die großen Städte.

Wie schätzen Sie das Reiseverhalten in der Zukunft ein?

Es wird vorwiegend erdgebunden sein, das heißt per Auto und Bahn. Problematisch könnten Bus-, ganz schwierig Flugreisen in den nächsten zwei Jahren bleiben. Die Alpenregionen im Zentrum von bevölkerungs- und einkommensstarken Ländern werden Vorteile haben.

Was bedeutet das für harry’s home hotels & apartments?

Unsere Hotels befinden sich durchweg in den Alpen- und Alpenvorlandregionen. Die Nachfrage nach Apartments ist groß und hier können wir punkten. Wir sprechen auch die Zielgruppe Familien mit unseren Hotels an – insgesamt sind wir sehr optimistisch und erwarten eine gute Entwicklung.

( Gregor Staltmaier/Natalie Schneider, AHM PR/MK)

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