Ralf Bauer: Zwischen Yogamatte und Roomservice
Wenn Ralf Bauer unterwegs ist, darf es im Hotel ruhig etwas später werden: Nachtdreh, Ausschlafen bis mittags und dann noch ein Frühstück – guter Service macht für den Schauspieler genau das möglich. Und auch beim Abendessen schätzt er Gastgeber, die flexibel bleiben: In italienischen Restaurants wurde aus der späten Pasta schon so manches „Wohnzimmer“.
Ende Oktober tauscht Bauer den Schauspielalltag erneut gegen die Yogamatte und lädt im Moselschlösschen Spa & Resort an der Mosel zu seinem Retreat „Loslassen & Kraft schöpfen“. Im HOGAPAGE-Interview erzählt er, was ihn an tibetischer Medizin fasziniert, warum Natur für ihn die beste Medizin ist und was ein perfekter Hoteltag mit sehr viel Schlaf zu tun hat.
Herr Bauer, Sie sind Schauspieler, Yogalehrer und beschäftigen sich seit vielen Jahren intensiv mit Tibet. Was fasziniert Sie an dieser Kultur bis heute?
Mit Ende 20 litt ich bereits unter extremen Rückenproblemen und anderen sehr auffälligen körperlichen Symptomen, die einen frühen Verfall aufzeigten. Einen tibetischen Doktor, den ich in Wien bei einem Dreh kennenlernte, schaffte ich es mit der tibetischen Medizin, der Änderung meines Lebensstils und meiner Ernährung dies alles in den Griff zu bekommen. Dieses alte Wissen hat mich begeistert und hilft mir auch heute noch.
Ende Oktober, kehren Sie für Ihr zweites Yoga-Retreat ins Moselschlösschen zurück. Was macht einen Ort für Sie zu einem guten Rückzugsort?
Die Ruhe vor Ort, das Essen, das Ambiente, ….
Yoga, Kochen, Bewegung in der Natur und gemeinsame Gespräche: Warum gehört für Sie all das zusammen?
Bewegung ist wichtig – darüber sind wir uns einig. Essen, selber zubereitet und das Wissen, warum alte, traditionelle Gerichte so zubereitet, hat meist einen Grund und diesen versuche zu erläutern, da dies ein Hauptfaktor ist, um die Gesundheit zu erhalten. Und Natur ist die beste Medizin überhaupt.
Beim Retreat zeigen Sie unter anderem, wie Momos, die traditionellen tibetischen Teigtaschen, zubereitet werden. Was bedeutet gutes Essen für Sie persönlich
Gutes Essen, das mir Kraft gibt und m ich nicht müde macht ist elementar!
Gibt es ein Gericht oder eine kulinarische Erinnerung aus einem Hotel oder Restaurant, die Sie bis heute begleitet?
Ja. Im Hotel Murmeli in Oberlech gab es den besten BeerenSchmarrn…;-)
Sie sind als Schauspieler viel unterwegs und haben dadurch zahlreiche Hotels und Restaurants kennengelernt. Was haben Sie dabei über guten Service gelernt?
Letztlich entscheidet die Freundlichkeit, das Reagieren auf besondere Wünsche, z.B. bei mir als Schauspieler, wenn ich Nachtdreh habe, erst morgens um 5 Uhr ins Hotel komme und dann um 12 Uhr wach werde. Toll, wenn es dann noch die Möglichkeit gibt, Frühstück zu bekommen.
Gibt es umgekehrt etwas, das Sie in Hotels oder Restaurants immer wieder vermissen?
Haha – ja beim Frühstück sind es meistens frische Kräuter…. Ein fester Bestandteil des Retreats ist die gemeinsame Zubereitung traditioneller tibetischer Speisen. Ralf Bauer steht mit den Teilnehmern am Herd, erklärt Zutaten und Gewürze und zeigt, wie Momos entstehen – gefüllte tibetische Teigtaschen, die von Hand geformt und anschließend mit einer Chilisalsa genossen werden. (Foto: © Patrick Hoffmann/Moselschlösschen Spa & Resort)
Erinnern Sie sich an einen Hotel- oder Restaurantaufenthalt, der Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist – vielleicht gerade, weil er anders war als erwartet?
Da ich sehr viel unterwegs bin, suche ich meist, wenn ich länger in einer anderen Stadt verweile, ein italienisches Restaurant, welches sich meist in eine Art „Wohnzimmer entwickelt. Es passiert dann oft, dass ich nach der Vorstellung spät ins Restaurant komme, die Küche eigentlich schon geschlossen hat und meistens der Chef selber dann noch ein Teller Pasta zaubert, wie in Hamburg in der „Trattoria da Enzo“.
Schauspieler, Yogalehrer, Tibet-Kenner: Was dürfen Ihre Fans als Nächstes von Ihnen erwarten – gibt es ein Projekt, auf das Sie sich derzeit besonders freuen?
Ich bin gerade in Vorbereitung eines neuen Theaterstücks „Das Lächeln am Fusse der Leiter“ von Henry Miller.
Wenn Sie einen perfekten Auszeit-Tag in einem Hotel gestalten könnten: Wie sähe der aus?
Schlafen, lesen, Schlafen, Room Service, Sauna, Spazieren, Schlafen, ….
Herr Bauer, wir bedanken uns für das schöne Gespräch!
(KAGI)