Interview

Wie sieht Digitalisierung in der Gastro-Branche aus?

Das Thema Digitalisierung beschäftigt Gastronomen. Aber wie sieht die Realität in kleinen und großen Betrieben tatsächlich aus? Im Interview sprechen Dennis Grote, Geschäftsführer von „yaya – World of Bowls“, und Torsten Petersen, Vorstand der Enchilada Gruppe, darüber.

Dienstag, 22.11.2022, 12:46 Uhr, Autor: Thiemo Welf-Hagen Wacker
QR-Code scannen und digitale Speisekarte ansehen.

An der Digitalisierung führt kein Weg mehr vorbei. Doch wie kann sie sinnvoll im Gastgewerbe umgestezt werden? Vielleicht mit einer digitalen Speisekarte? (Foto: © nenetus/stock.adobe.com)

Für welche Strukturen und Prozesse nutzen Sie im eigenen Betrieb digitale Lösungen?

Dennis Grote:  Unser Konzept ermöglicht es Gästen, Zeit und Geld zu sparen. Unser entwickelter yaya-bot kocht effizient und hält nachhaltig hohe Qualitätsstandards ein. Alle Zutaten werden maximal genutzt, wodurch die Lebensmittelverwertung ohne Verschwendung optimiert wird! Verfeinert werden die Bowls von unseren Mitarbeitern. Der Faktor Mensch spielt also immer noch eine Rolle.

 Dennis Grote, Geschäftsführer von yaya – World of Bowls.
Dennis Grote (Foto: © Dennis Grote)

Ein großes dauerhaftes und langfristiges Problem in der Gastronomie ist die Personalnot. Gerade gut ausgebildetes Personal ist kaum noch zu finden. Der yaya-bot ermöglicht es, ein Konzept mit gleichbleibender Qualität zu betreiben, ohne von einzelnem Fachpersonal abhängig zu sein. Zudem verringert es die Personalkosten.

Der Bestellvorgang ist komplett automatisiert und bargeldlos. Es entfallen dadurch Personalkosten im Bereich Service und ein Tagesabschluss ist auch nicht mehr nötig. Weiterhin ermöglicht der komplett digitale Bestellprozess die Auswertung jedes Gerichts und die Optimierung der Preise und der Speisekarte auf einer 100-prozentigen Datengrundlage. Außerdem wird eine automatische Warenhaltung und Warenbestellung durch KI ermöglicht.

Torsten Petersen: Die Enchilada Gruppe legt seit Jahren großen Wert auf die Einbindung von digitalen Tools und Technologien, um Prozesse zu vereinfachen und Ressourcen effizient einzusetzen. Dieser Ansatz wurde seit der Corona-Krise nochmals intensiviert. Ein wesentlicher Treiber, die Digitalisierung zu forcieren war dabei sicherlich, eine höhere Reaktionsgeschwindigkeit aufgrund der sich permanent wechselnden Vorgaben, Schließungen und Öffnungszeiten.

Die föderale Struktur in Deutschland war für uns als bundesweit agierendes Unternehmen dabei während der Corona-Phasen eine besondere Herausforderung. Wir nutzen digitale Tools deshalb unter anderem im Bereich der Speisen- und Getränkekarten, in der Warenwirtschaft, der Personalplanung sowie allen betrieblichen Kennzahlen. Hier setzen wir auf eine Echtzeit-Zusammenführung aller verfügbaren Daten in unseren Restaurants, um zielgerichtet Maßnahmen für Marketing, Personalplanung und Specials umzusetzen.

Welche Vorteile bietet die Digitalisierung im Allgemeinen für Gastronomen? Welche Probleme können digitale Anwendungen lösen?

Torsten Petersen: Der größte Vorteil der Digitalisierung ist neben der höheren Effizienz von Standardprozessen die Verfügbarkeit von Daten. Echtzeitdaten und deren Auswertung ermöglichen uns, datenbasierte Entscheidungen zu treffen. In einem volatilen Umfeld mit Herausforderungen wie beispielsweise der noch nicht überstandenen Corona-Krise, der hohen Inflation und unkalkulierbaren Energiepreisentwicklungen ist eine schnelle Reaktionsfähigkeit ein wesentlicher Erfolgsfaktor, um alle unsere Betriebe und das gesamte Unternehmen gut durch diese Phase zu steuern.

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