Politik

Essen: Gastronom verliert Gäste wegen Trump-Sympathie

Donald Trump zeigt mit Daumen nach oben
. (© pixabay.com)
Nicholas Smith ist US-Amerikaner und betreibt ein Burger-Restaurant in Essen. Seine politische Einstellung wird dem Gastronom nun zum Verhängnis.
Montag, 20.02.2017, 13:32 Uhr, Autor: Felix Lauther

Dieses Bekenntnis ging nach hinten los. Weil sich der US-Amerikaner und Essener Gastronom Nicholas Smith öffentlich als Wähler von Donald Trump outete, bleiben ihm immer mehr Gäste fern – der betriebswirtschaftliche Schaden, der ihm dadurch entsteht, bedroht nun seine Existenz.

Im Interview mit der Rheinischen Post hatte Smith die Aussagen des neuen US-Präsidenten verteidigt und gesagt, dass die Deutschen Donald Trump falsch verstehen und nicht ernst nehmen würden. Zudem erklärte Smith, dass er bei den Präsidentschaftswahlen für Trump gestimmt hatte.

„Es kommen deutlich weniger Gäste“
„Bis zur Amtseinführung von Trump am 20. Januar hielt sich ja die Zahl der Leute, die wegen meiner öffentlich bekundeten Unterstützung für Trump nicht mehr kamen, mit den Gästen die Waage, die kamen, weil sie mich im Fernsehen gesehen hatten und auch neugierig waren. Aber seit Trump das Einreiseverbot verhängte und ich in einem Radiointerview des WDR gewisses Verständnis dafür zeigte, kommen doch deutlich weniger Gäste, manchmal an einem Tag nur drei“, erklärt Smith der Rheinischen Post.

Sein Burger-Imbiss mit dem Namen „Gringos“ steht nun vor dem wirtschaftlichen Ruin. Der 29-jährige Kalifornier denkt über eine Schließung des Betriebes nach. Eine Rückkehr in die USA sei kein Tabu mehr. Nicholas Smith wollte nach seiner Auswanderung eigentlich als Englischlehrer in Deutschland arbeiten. Der Plan scheiterte, so dass er im Essener Szenestadtteil Rüttenscheid kurzerhand gastronomisch durchstarten wollte – was ihm bis zu seinen verhängnisvollen Äußerungen auch gelang. Ohne regelmäßiges Einkommen aus der Burger-Braterei sei dieses Unterfangen aber nicht mehr lukrativ. Finanzielle Unterstützung, die ihn und seinen Betrieb über Wasser halten, hat Nicholas Smith nicht.

Als US-Bürger fällt er zum Glück nicht unter das geplante Einreiseverbot der US-Regierung. Einer Rückwanderung stünde damit nichts im Wege. (Rheinische Post / FL)

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