Meinung

Europapark-Gründer zur AfD: „Diskussion muss möglich sein“

Roland Mack
Roland Mack wirbt für einen offenen Austausch mit der AfD. (Foto: © picture alliance/dpa | Silas Stein)
Die Familienunternehmer zeigen mehr Offenheit gegenüber der AfD. Man müsse zumindest miteinander sprechen, findet Unternehmer und Europa-Park-Gründer Roland Mack.
Donnerstag, 27.11.2025, 14:09 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Europa-Park-Gründer Roland Mack hat im Umgang mit der AfD für einen offenen Austausch geworben. Dass man mit Menschen spreche, die immerhin einen hohen Anteil an Wählerstimmen ausmachten, halte er für notwendig und richtig, so der 76-Jährige in einem Gespräch mit dem „Südkurier“. Dem Austausch von Argumenten sollte man offen gegenüberstehen, sagte Mack. „Wir müssen für Gespräche immer offen sein.“

„Ich habe ein Problem, wenn man mit gewissen Menschen in unserer Gesellschaft nicht sprechen soll“, betonte Mack. Dass müsse längst nicht heißen, dass man zu einer gemeinsamen Meinung finde und zu gemeinsamen Entscheidungen komme, man könne kontrovers diskutieren. „Man kann in vielen Dingen vielleicht einvernehmlich sein, in anderen Sachen gibt es keine Lösung.“

Werner: AfD nicht verteufeln

Auch dm-Chef Christoph Werner hat in der Debatte über den Umgang mit der AfD für eine kritische Auseinandersetzung geworben. Werner sprach sich „für eine inhaltlich sachliche und tiefgründige Auseinandersetzung“ aus. „dm lehnt eine polarisierende Brandmauer-Debatte ebenso entschieden ab wie Positionen der Partei AfD, welche die freiheitlich-demokratische Grundordnung infrage stellen“, sagte der Vorsitzende der Drogeriemarktkette der „Süddeutschen Zeitung“.

Werner will dem Bericht zufolge explizit zwischen der Partei selbst und ihren demokratiefeindlichen Positionen differenzieren. Alles, was die Demokratie gefährde, lehne Werner ab. Ihm und der Drogeriemarktkette sei eine lebendige Demokratie ein Anliegen. Gerade deswegen sei es seiner Meinung nach nicht der richtige Weg, die AfD zu diabolisieren. Ihm gehe es darum, Wähler davon zu überzeugen, dass die Partei wegen vieler Positionierungen nicht wählbar sei. 

Die AfD einfach nur zu verdammen, reiche seiner Meinung jedoch nicht dazu aus, ihr Wählerstimmen zu nehmen. Die geforderte Auseinandersetzung müsse beinhalten, mit Sorgfalt politische Debatten „über die Anliegen der Bürger in unserem Land“ zu führen, zitiert ihn die Zeitung online.

Austritt aus Verband der Familienunternehmer 

Die Diskussion über die Haltung deutscher Firmen zur AfD war ausgelöst worden, weil der Verband der Familienunternehmer zu einem Parlamentarischen Abend im Oktober erstmals auch Vertreter der AfD eingeladen hatte. Einige Mitglieder wie dm-Konkurrent Rossmann erklärten nun ihren Austritt. Im Internet gab es Kritik an dm und Aufforderungen, sich zur sogenannten Brandmauer gegen die in Teilen rechtsextreme Partei zu bekennen. 

Konzernchef Werner sagte der „SZ“ mit Blick auf den Verband: „Wir haben unseren Austritt bereits vor vielen Monaten erklärt und sind daher nicht mehr Teil der internen Meinungsbildung.“ Wie der Verband mit bestimmten Parteien umgehe, müsse er mit seinen Mitgliedern entscheiden. Der Austritt hätte demnach eigentlich zum Jahresende bekanntgegeben werden sollen.

Distanzierte Haltung von Unternehmer Baden-Württemberg (UBW)

Der Verband Unternehmer Baden-Württemberg (UBW) hingegen hat eigenen Angaben nach keinen Austausch und Kontakt mit der AfD und lädt Parteivertreter nicht zu Veranstaltungen ein. „Wir pflegen einen intensiven und konstruktiven Austausch mit den Parteien und Kräften der demokratischen Mitte in unserem Land“, erläuterte Hauptgeschäftsführer Oliver Barta. 

„Die AfD wird vom Verfassungsschutz in Baden-Württemberg als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft, das Bundesamt für Verfassungsschutz sieht die Partei in Teilen als gesichert rechtsextremistisch, also verfassungsfeindlich an. Das ist für uns keine Basis für eine Zusammenarbeit“, heißt es in dem Statement von Barta, über das mehrere Medien zuvor berichteten. 

Weitere Gründe für die Verbandshaltung sind die Positionen der Partei in zentralen politischen und wirtschaftlichen Fragen, „die aus unserer Sicht schädlich für unsere Wirtschaft und unser Land sind“, so Barta. „Das beginnt mit einer nationalistischen Haltung gegen Europa, die EU und den Euro, geht über energie- und sozialpolitische Fragen bis hin zur Sicherheitspolitik, wo die AfD eine gefährliche Nähe zu Putin an den Tag legt. Auch in der Migrationspolitik trennen uns Welten.“ Die Haltung der Partei habe eine zutiefst abschreckende Wirkung auf ausländische Fachkräfte, „die wir aber angesichts des demografischen Wandels dringend benötigen“.

PS: Interesse an einem Job im Europa-Park? In unserer HOGAPAGE-Jobbörse gibt es zahlreiche Stellenangebote. 

(dpa/SAKL)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

blue fire Megacoaster
Auszeichnung
Auszeichnung

Europa-Park ist „Deutschlands begehrtester Themen- und Freizeitpark“

Freude in Rust: Bei der Studie des F.A.Z.-Instituts zu den begehrtesten Produkten und Services 2023 erreichte der Europa-Park die Höchstpunktzahl. Der Erlebnispark wurde als „Deutschlands begehrtester Themen- und Freizeitpark“ ausgezeichnet.
Eine Achterbahnfahrt im Freizeitpark.
Freizeittourismus
Freizeittourismus

Europa-Park stellt Besucher-Rekord auf

Roland Mack hatte den Rekord bereits Ende vergangenen Jahres in Aussicht gestellt. Die rund 5 800 Betten der Hotelanlage des Parks waren im zurückliegenden Jahr häufig ausgebucht. Aber so viele Besucher wie 2022 waren es im Europa-Park noch nie.
Hotel Krønasår
Erste Hürde genommen
Erste Hürde genommen

Europa-Park will siebtes Hotel bauen

Bis zu 350 Zimmer mehr: Es gibt grünes Licht für die Planung rund um ein weiteres Hotel in Deutschlands größtem Freizeitpark. Bis zu einem möglichen Baustart dürfte jedoch noch einige Zeit vergehen.
Stephan Göpper (Resident Manager Hotel „Krønasår“), Ulrike Braun (Senior Sales Managerin Europa-Park Hotels), Staatssekretär Dr. Patrick Rapp, Steffi Weiß (Resident Managerin Hotel „Colosseo“), Markus Widmann (Resident Manager Hotel „Bell Rock“), Ivan Serajlic (Resident Manager Hotels „Santa Isabel“, „El Andaluz“ & „Castillo Alcazar“),Markus Luthe (Hauptgeschäftsführer IHA)
Auszeichnung
Auszeichnung

Europa-Park Hotels bei der „Stunde der Hotelsterne“ ausgezeichnet

Erneute Bestätigung für höchste Qualität: Bei der „Stunde der Hotelsterne“ des Dehoga wurden mehrere Hotels des Europa-Park Erlebnis-Resorts mit Vier-Sterne-Superior ausgezeichnet. 
Gruppe auf dem Oktoberfest mit Bier
Diskussion
Diskussion

Eintritt statt teurem Bier? Debatte um Oktoberfest-Vorstoß

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz: Jedes Jahr wird das Bier auf der Münchner Wiesn teurer. Können Eintrittspreise für das Oktoberfest dagegen helfen? Hierzu ist eine Debatte entbrannt. 
Sallys Café im Europa-Park
Visualisierungen
Visualisierungen

Sallys erstes Café im Europa-Park: Erste Einblicke

Die YouTuberin ist bekannt für ihre kreativen Koch- und Backideen auf ihrem YouTube-Kanal „Sallys Welt“. Jetzt eröffnet sie ihre erstes eigenes Café – und das im Europa-Park. Erste Visualisierungen zeigen nun bereits, wie die Location aussehen soll. 
Culinary Director Peter Hagen-Wiest im Eatrenalin, verantwortlich für das neue Menü der Season 8 und die kulinarische Gesamtleitung.
Inszenierung
Inszenierung

Eatrenalin startet Season 8 mit Boerma und Germann

Ab 15. Januar setzt die Fine-Dining-Experience auf ein überarbeitetes Acht-Gänge-Konzept und bindet dafür zwei internationale Spitzenköche ein. Die Kreationen werden gezielt auf einzelne Genusswelten abgestimmt und sollen das multisensorische Erlebnis weiter schärfen.
Europa-Park
Jubiläum
Jubiläum

50 Jahre Europa-Park: Ein halbes Jahrhundert voller Pioniergeist

Der Europa-Park feiert sein 50-jähriges Bestehen und blickt auf ein halbes Jahrhundert voller Innovationskraft zurück. Vom Familienunternehmen zum international führenden Erlebnis-Resort steht der Freizeitpark wie kaum ein anderer für Innovationskraft, Kreativität und die stetige Weiterentwicklung in der Freizeit- und Tourismusbranche. 
Thomas Mack, Peter Hagen-Wiest und Sascha Schmidt
Auszeichnung
Auszeichnung

Sascha Schmidt ist „Sommelier des Jahres“

Sascha Schmidt, Head Sommelier des Zwei-Sterne-Restaurants Ammolite – The Lighthouse Restaurant im Europa-Park, wurde von der Initiative „Die 101 Besten“ zum Sommelier des Jahres gekürt. Die Auszeichnung unterstreicht das hohe Ansehen, das Schmidt auch innerhalb der Branche genießt.