Nachbericht

Copa Jerez: Dieses Team vertritt Deutschland im internationalen Wettbewerb

Siegerfoto Copa Jerez 2026 in der Allianz Arena München
Große Freude bei den Gewinnern und weiteren Teilnehmern des nationalen Copa Jerez Wettbewerbs in der Allianz Arena München. (Foto: © HOGAPAGE Media/SAHO)
Drei Teams, ein Ziel: Spanien. Beim nationalen Copa Jerez Finale 2026 zeigte sich, wie vielseitig Sherry als Foodpairing-Partner in der Spitzengastronomie eingesetzt werden kann. HOGAPAGE war vor Ort und hat die Entscheidung live begleitet.
Montag, 27.04.2026, 11:31 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

In einem spannenden Wettkampf in der Allianz Arena sicherte sich das Team aus dem Restaurant Teko by Lange Rodriguez den Sieg beim deutschen Finale der Copa Jerez. Sie überzeugten die hochkarätige Fachjury mit ihrem Menü und Sherry Pairing und werden Deutschland beim internationalen Finale des Copa Jerez Forum & Competition 2027 in Spanien gegen die Konkurrenz aus sieben weiteren Ländern vertreten.

HOGAPAGE war vor Ort, als sich im Rahmen des Halbfinales von Koch des Jahres einer der renommiertesten Foodpairing-Wettbewerbe Europas entschied. Über 600 Persönlichkeiten aus Gastronomie, Hotellerie und Medien verfolgten das Event live.

Drei Teams, drei Menüs, eine Entscheidung

Der nationale Vorentscheid der Copa Jerez 2026 war ein Beweis für die Ausdruckskraft, die Sherry-Weine als kulinarische Begleiter entfalten können.

Drei Teams aus Koch und Sommelier präsentierten jeweils ein Drei-Gänge-Menü mit abgestimmtem Sherry-Pairing:

  • 1. Platz: Hans & Chantal Lange Rodriguez (Teko by Lange Rodriguez, Essen)
  • 2. Platz: Mathias Jüngling & Adrian Hasani (Restaurant LUMI, Seezeitlodge)
  • 3. Platz: Jerome Becht & Jonas Graf (Brasserie Moulins, Dorint Parkhotel Bad Vilbel)

Am Ende überzeugte das Essener Duo mit einem besonders stimmigen Gesamtkonzept.

Das Siegerteam: Mehr als die Summe ihrer Teile

Hans und Chantal Lange Rodriguez führen das Teko by Lange Rodriguez gemeinsam – er als Küchenchef, sie als Sommelière und Gastgeberin. Ihr Ansatz: Gericht und Wein sollen zusammen mehr ergeben als die Summe ihrer Teile.

Seine Küche ist geprägt von klarer Produktorientierung und südamerikanischen Einflüssen, die auf seine bolivianischen Wurzeln zurückgehen. Für ihn ist Kochen vor allem eines: Eine Form, Emotion auszudrücken.

Chantal Lange Rodriguez verfolgt im Pairing einen ebenso klaren Ansatz. Für sie ist Sherry kein Nischenprodukt, sondern ein vielseitiger Begleiter, der bewusst aus gewohnten Denkmustern herausführt.

Das Sieger-Menü im Detail

Vorspeise

Gericht: Tuna | Grüne Banane | Charque | Karashi
Sherry: Delgado Zuleta Manzanilla En Rama

Die Manzanilla brachte eine ausgeprägte Salinität und Frische ins Spiel, die gezielt auf das Umami von Tuna und Charque traf. Die Struktur des Weins hielt der Intensität des Gerichts stand und balancierte gleichzeitig die Schärfe.

Hauptgang

Gericht: Ente | Rotkohl | Arepa | Tamarindo
Sherry: Lustau Emilio Amontillado Los Arcos

Der Amontillado verband Tiefe und Trockenheit und griff die Röstaromen der Ente auf. Gleichzeitig setzte die Tamarinde einen fruchtig-sauren Kontrast, der durch die Struktur des Weins zusammengehalten wurde.

Dessert

Gericht: Guayaba | Aloe Vera | Grüner Pfeffer | Kakao
Sherry: Lustau Moscatel Emilin Superior

Der Moscatel spiegelte die fruchtigen Komponenten wider und harmonierte mit dem Kakao, ohne die Frische der grünen Elemente zu überdecken. Das Pairing blieb präzise und ausgewogen.

Jury lobt Kreativität und Tiefe der Pairings

Die Leistungen der Teams wurden von einer hochkarätigen Fachjury bewertet, darunter:

  • Philipp Künemund,
  • Gabriele Heins,
  • Christoph Nicklas,
  • Thomas Götz,
  • Astrid Becker und
  • Pablo Calvo.
Jury Copa Jerez 2026
Jury des nationalen Copa Jerez Wettbewerbs in der Allianz Arena München. (Foto: © MelanieBauerPhotodesign)

Die Jury zeigte sich begeistert von der kreativen Tiefe der Menüs und insbesondere davon, wie die Teams ihre Pairings präsentierten. Ein zentrales Thema vor Ort: die Vielseitigkeit von Sherry. Mehrfach wurde betont, dass Sherry in Deutschland häufig unterschätzt wird – insbesondere in seiner trockenen Form.

So wurde deutlich: Sherry ist kein klassischer Aperitif, sondern ein hochkomplexer Speisenbegleiter, der sowohl harmonische als auch kontrastreiche Kombinationen ermöglicht.

Kulinarische Brücken zwischen Kulturen

Besonders hervorgehoben wurde die Fähigkeit der Teams, kulturelle Brücken zu schlagen. Die Pairings verbanden:

  • regionale Produkte mit internationalen Einflüssen
  • klassische Zutaten mit moderner Interpretation
  • unterschiedliche kulinarische Traditionen

Gerichte wie Ente mit Rotkohl in Kombination mit Sherry zeigten eindrucksvoll, wie neue Geschmackserlebnisse entstehen können.

Copa Jerez: Bühne für internationales Foodpairing

Die Copa Jerez ist eine Initiative des Kontrollrats der Herkunftsbezeichnung der Sherry-Weine aus Jerez (CRDO) in Zusammenarbeit mit ICEX – Wein aus Spanien.

Über mehr als zwei Jahrzehnte hat sich der Wettbewerb zur weltweit bedeutendsten Plattform für das Zusammenspiel von Sherry und Haute Cuisine entwickelt. Das Siegerteam wird im Juni 2027 beim internationalen Finale in Spanien antreten – gegen Teams aus sieben weiteren Nationen, darunter Dänemark, die USA, Großbritannien und Mexiko.

Fazit: Sherry neu gedacht

Das Finale der Copa Jerez 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in Sherry als Speisenbegleiter steckt. Die Kombination aus technischer Präzision, kreativer Menüentwicklung und durchdachtem Pairing machte den Wettbewerb zu einem der spannendsten Formate der Branche. 

(Roika Solutions/ SAHO)

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