Wettbewerb

Deutscher Gastro-Gründerpreis 2026 geht nach Köln

Das Restaurant „Noi“ aus Köln hat den Deutschen Gastro-Gründerpreis 2026 gewonnen.
Das Restaurant „Noi“ aus Köln hat den Deutschen Gastro-Gründerpreis 2026 gewonnen. (Foto: © HOGAPAGE/Sarah Hoffmann)
Die Entscheidung ist gefallen: Am 13. März 2026 wurde auf der Internorga in Hamburg der Deutsche Gastro-Gründerpreis 2026 verliehen. Fünf Gründungsteams pitchten in einem spannenden Finale um den Sieg – am Ende überzeugte ein Konzept aus Köln das Branchenpublikum sowie die Social-Media-Community.
Freitag, 13.03.2026, 15:49 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Ob veganer Biergarten, Ambient Dining 2.0, konsequent inklusives Café, neues Leben im traditionsreichen Gasthof oder lustvoller Kaiserschmarrn-to-go – die Finalisten des Deutschen Gastro-Gründerpreises bildeten in diesem Jahr ein breites Spektrum der Themen ab, welche die Gastronomie aktuell bewegen.

Beim Finale im Rahmen der Internorga 2026 hatten Rübenrot, Noi, coffee, brow-nies & downies, Gestütsgasthof Offenhausen und Schmarrnsinn die Möglichkeit, ihre innovativen Konzepte dem Fachpublikum und der Social Media-Community  zu präsentieren. Am Ende konnte aber nur einer gewinnen. Moderiert wurde das Ganze von Friederike Lekscha, Teilnehmerin und Finalistin 2021, sowie Jury-Mitglied 2024.

Per Live-Voting hat das Fachpublikum nach fünf spannenden Pitches entschieden: Das Restaurant „Noi“ aus Köln gewinnt den Deutschen Gastro-Gründerpreis 2026. 

„Es fühlt sich alles sehr surreal an, aber gleichzeitig bin ich unfassbar dankbar und froh, dass wir gesehen werden“, zeigt sich Gründer Georgios Sotiriou voller Stolz und Freude nach der Siegerehrung. 

Neben einem Preisgeld von 10.000 Euro darf sich der Gründer nun über ein Coaching in der Persönlichkeitsschmiede von Frank Simmeth und eine 40-stündige Beratung durch den Leaders Club Deutschland freuen. 

Fünf starke Gründer

Im Finale spiegelte sich die thematische Bandbreite wider, die die Gastronomie aktuell prägt – von gelebter Inklusion über soziale Nachhaltigkeit bis hin zu innovativen Erlebnisformaten. Die fünf Finalisten Rübenrot, Noi, coffee, brow-nies & downies, Gestütsgasthof Offenhausen und Schmarrnsinn präsentierten dabei ihre Konzepte souverän live auf der Internorga-Bühne.

Im Anschluss an die Präsentationen lag die Entscheidung beim Fachpublikum: Online sowie direkt vor Ort konnten die Teilnehmer ihr Votum abgeben. Auch HOGAPAGE war vor Ort und erlebte die Preisverleihung live mit. Wie die einzelnen Pitches verliefen und welche Schwerpunkte die Gründer in ihren Präsentationen setzten, haben wir im Folgenden festgehalten.

Max C. Luscher
Max C. Luscher zeigte, dass sich Inklusion und Wirtschaftlichkeit nicht ausschließen muss. (Foto: © HOGAPAGE/Sarah Hoffmann)

Coffee, Brownies & Downies: Gelebte Inklusion

Den Anfang machte Coffee, Brownies & Downies. Das Konzept aus Oberursel brachte mit seinem inklusiven Gedanken ein klares gesellschaftliches Statement auf die Bühne.

Max C. Luscher stellte das Konzept vor: In der hochwertigen Tagesbar arbeiten Menschen mit und ohne Handicap erfolgreich zusammen. Name und Konzept stehen dabei bewusst für gelebte Inklusion im Herzen der Gesellschaft. Elf Menschen mit Schwerbehinderung und vier ohne Behinderung plus Minijobber arbeiten hier.

Im Pitch wurde deutlich, dass hier unternehmerischer Anspruch und soziale Verantwortung Hand in Hand gehen.

Marc und Anja Winter
Marc und Anja Winter stellten ihren Gestütsgasthof Offenhausen aus Gomadingen vor. (Foto: © HOGAPAGE/Sarah Hoffmann)

Gestütsgasthof Offenhausen: „Essen ist mehr, Essen ist Erlebnis!“

Auf der Internorga-Bühne folgte ein ganz anderes Konzept. Die Geschwister Marc und Anja Winter stellten ihren Gestütsgasthof Offenhausen aus Gomadingen vor. Aus einem leerstehenden Kloster haben die beiden einen funktionierenden Betrieb und beliebten Ort gemacht. Damit haben sie einem historischen Ort neues Leben eingehaucht. 

Der Gestütsgasthof macht deutlich, wie Historie, Natur und moderne Kulinarik geschickt verbunden werden können. In einem denkmalgeschützten ehemaligen Kloster trifft junge schwäbische Küche auf ein außergewöhnliches Umfeld mit eigenem Jagdrevier. Die Gastgeber jagen dabei sogar selbst. 

Das Credo von Küchenchef Marc Winter: „Essen ist mehr, Essen ist Erlebnis!“ Dieses Credo wurde auch auf der Internorga-Bühne spürbar und unterstrich den Anspruch, Gastronomie als ganzheitliche Erfahrung zu verstehen.

Georgios Sotiriou
Georgios Sotiriou stellte sein Restaurant „Noi“ auf der großen Internorga-Bühne vor. (Foto: © HOGAPAGE/Sarah Hoffmann)

„Noi“: Das Miteinander steht im Vordergrund

Mit Noi aus Köln zog italienisches Lebensgefühl ins Finale ein. Georgios Sotiriou machte deutlich: „Noi“ bedeutet auf Italienisch „wir“ – und genau dieses Miteinander steht im Mittelpunkt des Konzepts, das schließlich sogar zum Siegerkonzept gewählt wurde. 

Noi soll das Gemeinschaftsgefühl kulinarisch und räumlich erlebbar machen. Vier Freunde aus verschiedenen Welten retteten dafür mithilfe von Technologie einen Ort, damit sich Menschen an diesem Ort wieder begegnen können. Damit dies gelingen konnte wurde das Lokal mithilfe von technologischen Mitteln messbar, planbar und lernfähig gemacht. Seit August 2024 schreibt das Konzept nun Erfolgsgeschichte. 

Bei der „Cena con Amici“ treten Gäste und Küche mit allen Sinnen in Interaktion. Gleichzeitig setzt das Team ein starkes Zeichen in Sachen Ressourcenschonung: Die Food-Waste-Quote liegt unter fünf Prozent. Im Pitch wurde besonders der Gemeinschaftsgedanke als tragende Säule des Konzepts hervorgehoben. „Wir möchten, dass sich Menschen wieder begegnen“, betonte Georgios Sotiriou in seinem Pitch. 

Katja Kaminski mit ihrer Freundin auf der Internorga-Bühne
Katja Kaminski (links) setzte ein Statement für vegane Gastronomie. (Foto: © HOGAPAGE/Sarah Hoffmann)

Rübenrot: Eine vegane Gastronomie

Als nächstes präsentierte Selfmade-Köchin Katja Kaminski gemeinsam mit einer Kollegin und Freundin ihr Restaurant Rübenrot aus Augsburg. Dieses steht für konsequent vegane Küche aus selbst angebauten und saisonalen Zutaten aus der Region. 

Katja Kaminski verbindet hierbei handwerklichen Anspruch mit einer klaren Haltung. Ein zentrales Element des Konzepts: gleicher Stundenlohn für alle im Team – ein deutliches Signal für soziale Nachhaltigkeit und Wertschätzung innerhalb der Branche.

Kathey Tran mit ihrer Oma
Kathey Tran mit ihrer Oma auf der großen Internorga-Bühne. (Foto: © HOGAPAGE/Sarah Hoffmann)

Schmarrnsinn: Kaiserschmarrn modern interpretiert

Mit Schmarrnsinn aus Frankfurt am Main schaffte es auch Deutschlands erstes Kaiserschmarrn-Café ins Finale. Kathey Tran eröffnete das Café erst vor drei Monaten. Gemeinsam mit ihrer 73-jährigen Oma stellte sie das Konzept vor: Gäste stellen sich ihren täglich frisch nach Geheimrezept gebackenen Kaiserschmarrn mit ausgewählten Soßen, Toppings und Früchten individuell zusammen.

Der Pitch machte deutlich, wie sich ein traditionsreiches Gericht als eigenständiges, modernes Gastronomiekonzept inszenieren lässt.

(Hamburg Messe und Congress/Internorga/SAKL)

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