Internorga FoodZoom 2026 – Die neuesten Trends für den Außer-Haus-Markt
Wie wir 2026 essen, erleben und genießen: Die Internorga präsentiert auch in diesem Jahr wieder gemeinsam mit der international anerkannten Trendforscherin Karin Tischer von food & more, Kaarst, die spannendsten Entwicklungen für Gastronomie und Hotellerie. Von globalen Geschmackserlebnissen und mutigen Fusion-Kreationen über charaktervolle Aromen bis hin zu kreativen Snack-Ideen – die Trends zeigen, wie vielfältig Genuss wird.
Für den diesjährigen Internorga FoodZoom – der jährlichen Trendanalyse der Leitmesse – wird der Fokus dabei erstmals auf drei Bereiche erweitert: Neben Food & Beverage mit Karin Tischer erläutern zwei Special Guests die Trends für die Bereiche Hospitality Interior Design und Digitalisierung am Arbeitsplatz Küche. Corinna Kretschmar-Joehnk, Interior-Design-Expertin bei JOI-Design & JOI-Design India in Mumbai, gibt detaillierte Insights zu Trends im Bereich Hospitality Design. Markus Tust, Managing Partner der Soda Group, beleuchtet derweil die digitale Zukunft der Profiküche.
In einem digitalen Pressegespräch gab es nun einen Einblick in den FoodZoom 2026 sowie einen exklusiven Ausblick auf die Highlights der Internorga 2026. Der FoodZoom stellt dabei in diesem Jahr drei Themenbereiche besonders in den Mittelpunkt:
- Taste the World
- Die Charaktergebenden
- Snack Compass
1. Taste the World
Asien sortiert sich neu
In ihrer diesjährigen Trendanalyse zeigt Karin Tischer, dass die kulinarische Welt einen Wandel erlebt. Der Wunsch nach heimischen, regionalen und saisonalen Gerichten sei ungebrochen. Gleichzeitig würde jedoch die Neugier nach inspirierenden Geschmackserlebnissen wachsen.
Nationale und internationale Küchen mit neuen Aromen und kreativen Fusionen sind wichtige Impulsgeber für die gesamte Gastro-Branche. Ganz vorne dabei ist laut Tischer die asiatische Küche. Sie prägt die Speisekarten westlicher Metropolen zunehmend vielfältig und raffiniert.
Während chinesische und thailändische Klassiker bereits etabliert sind, würden vor allem Japan und Korea stärker in den Fokus rücken. Durch ihre besondere Ästhetik begeistere derzeit vor allem die japanische Küche – pur oder als spannende Fusion, von Sushi über Ramen-, Udon- und Soba-Nudeln bis hin zu High-End-Kreationen mit Wagyu-Rindfleisch aus der Kobe-Region. Die koreanische Kulinarik treffe dagegen mit ihrem Spiel aus süß-sauren, würzigen und frischen Aromen den Zeitgeist – etwa mit Speisen wie Korean BBQ, Bulgogi, Korean Fried Chicken, Bibimbap und dem charakteristischen Kimchi.
Zudem würden Zutaten aus der vietnamesischen und thailändischen Küche vielen Speisen besondere kulinarische Impulse liefern, wie z. B. aromatische Essenzen, intensive Brühen, Gewürze, Kräuter, Frische und Biss von Gemüse und Früchten. Dabei steche vor allem der immer beliebter werdende Umami-Flavour hervor.
In pan-asiatischen Konzepten würden diese Einflüsse zu modernen Kombinationen mit breiter Zielgruppenansprache und attraktivem Preis-Leistungs-Verhältnis verschmelzen. Beispiele für die Entwicklung sind das AKI London mit Farm-to-Table-Ansatz und Mikrofarmen sowie neue Adressen in Deutschland wie Nara für japanische Küche und Seoul 1988 für koreanische Spezialitäten.
Viva la Vielfalt
Viele Elemente der mexikanischen Küche treffen laut dem Internogra FoodZoom den aktuellen Zeitgeist. Während Tacos, Guacamole und Empanadas längst Kultstatus haben, werden zunehmend authentische Gerichte jenseits von Tex-Mex-Klischees neu entdeckt – etwa Churrasco-Fleischspieße, kräftige Beilagen oder Mole. Dabei liegen vor allem Fingerfood, kleine Snacks und Sharing-Konzepte im Trend, die sowohl in Restaurants als auch bei Foodtrucks und Flying Büfetts funktionieren. Gleichzeitig sorgen mutige Fusionen – inspiriert von jungen Konzepten aus Metropolen wie New York oder Boston – auch in Europa für neue Impulse.
Beispiele für die Entwicklung sind das Berliner Comedor (seit 2024) mit modernem Fine-Dining-Twist sowie Tacos El Rey, das erste Restaurant weltweit mit dem offiziellen „SelloM“-Siegel der mexikanischen Regierung, welches die Authentizität und Exzellenz der Gerichte würdigt. In der Internorga-Town Hamburg bringen neue Konzepte wie Juan sin Miedo in Ottensen und La Casita Azul in Altona frische Tacos, hausgemachte Nixtamal-Tortillas und authentische Aromen auf den Teller.
Von Senegal bis Nigeria
Kulinarische Impulse aus Westafrika erfahren international Aufschwung und bereichern zunehmend die europäische Gastro-Szene. Noch ist die westafrikanische Küche in ihrer Authentizität hierzulande kaum bekannt. Dabei überzeugt sie mit einer großen Vielfalt an Zutaten, Techniken und intensiven Aromen.
Zu den bekanntesten Gerichten zählt Jollof Rice, ein würziges Reisgericht mit Tomaten und Fleisch. Charakteristisch sind außerdem Basiszutaten wie Hirse, Maniok, Yams und Kochbananen, die modern interpretiert etwa als Maniok-Fries, gebratene Scheiben von Kochbananen (Plantains) oder glutenfreie Nudeln aus Maniokmehl interpretiert werden. Beilagen wie Fufu sowie Gewürze und Zutaten wie Chili, Ingwer, Knoblauch, Palm- oder Erdnussöl prägen den kräftigen Geschmack – von BBQ-Komponenten bis zu gehaltvollen Eintöpfen und Suppen.
Besonders in London erlebt westafrikanisches Essen derzeit einen Boom: Das Fine-Dining-Restaurant Shakara wurde als „British Best New Restaurant 2025“ ausgezeichnet, während Chishuru nach einem erfolgreichen Pop-up inzwischen dauerhaft etabliert ist und bereits einen Michelin-Stern erhielt. In Deutschland zeigt etwa Akan Afrofusion in der Hamburger HafenCity, wie westafrikanische Küche mit modernem Twist neue Zielgruppen erreicht und Erlebnisgastronomie mit kulturellem Storytelling verbindet.
Vor allem im Food-Hotspot London erlebt west-afrikanische Food-Kultur derzeit einen Boom. Das Fine-Dining Restaurant Shakara verbindet traditionelle Speisen mit innovativen Akzenten und wurde vor kurzem mit dem Award „British Best New Restaurant 2025“ ausgezeichnet. Zunächst als Pop-up-Restaurant gedacht, hat das Chishuru so sehr begeistert, dass es nun dauerhaft authentische, westafrikanische Gerichte serviert und wurde dafür bereits mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.
In der Hamburger Hafencity gibt es im Akan Afrofusion westafrikanische Küche mit modernem Twist.
Fusion Cuisine entwickelt sich weiter
Fusion Food ist heutzutage längst mehr als nur ein Trend. Fusion Cuisine hat sich von der Sternegastronomie in die Breite entwickelt und begeistert heute auf Streetfood-Märkten, in Snackbars und in Social Media – getragen von Storytelling, Inszenierung und einem hohen Wiedererkennungswert.
Es drückt Vielfalt und Individualität aus und hilft im Wettbewerb um Gäste aus der Masse hervorzustechen. Dabei werden verschiedene Länderküchen neu und mutiger kombiniert.
Vor allem die asiatische Küche setzt mit frischen Ideen, raffinierten Würzungen, Saucen und Essenzen besondere Akzente. Dabei trifft japanische Ästhetik auf westliche Kreativität, während sich koreanische Würze mit mediterraner Leichtigkeit verbindet.
So entstehen aufmerksamkeitsstarke Crossover-Gerichte wie beispielsweise Sushi à la française, Bulgogi-Burger, Bulgogi-Pasta mit Burrata, Burger mit Afro-Inspiration oder Pizza trifft Sushi.
Das Ramen Del Barrio in Austin, Texas, kombiniert japanische Ramen-Technik mit kräftigen mexikanischen Aromen und bietet einzigartige Fusion-Gerichte wie Carnitas Ramen oder MoleBroth Dipping Ramen.Das Lapaba by Nancy Silverton serviert in Los Angeles seit Winter 2025 klassisches italienisches Essen mit koreanischem Touch: Von KimchiSuppli gefüllt mit Spam und Mozzarella über Cappelletti in Galbi Brodo mit Mandu-Füllung bis zu Tiramisu-Garu mit Misugari und Makgeolli.
Wie Fusion Cuisine auch zeitlich begrenzt mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann, zeigt das Casita Mexicana in Düsseldorf: Hier gab es im September Fusion-Highlights wie Mexiko-Ramen auf der Speisekarte. Japanische Küche mit norddeutschem Touch, wie Makrelenfilets mit Mentsuyu-Sauce, finden Gäste im Akai in Hamburg Groß Flottbek. Das 2025 eröffnete Restaurant wurde bereits mit dem Genuss-Michel ausgezeichnet.
2. Die Charaktergebenden
Aromatik mit Wirkung: Gewürze, Kräuter und kraftvolle Zutaten
Die aktuellen Trends zeigen: Es wird intensiver, mutiger und vielfältiger gekocht. Einzelne Zutaten treten stärker in den Vordergrund und verleihen Gerichten Persönlichkeit – etwa Wacholder-Jus mit Moltebeeren oder Kombinationen im Fusion-Stil wie Yuzu, Miso und Chipotle. Zudem steigt die Aufmerksamkeit für Herkunft und Story einzelner Komponenten: roter Kampot-Pfeffer aus Kambodscha oder Gochugaru, der koreanische Chili mit feiner Fruchtigkeit, stehen exemplarisch für diese Entwicklung.
Fermentierte Zutaten liefern zusätzlich das gefragte Umami-Erlebnis - von fermentierten Shiso-Kräutern über schwarzen Knoblauch bis hin zu exotischen Pasten wie Sriracha oder Granatapfelsirup aus dem Orient. Auch Säure erlebt ein Comeback und schafft neue Kontraste – etwa durch Aperitif-Essige, Okra-Pickles oder Zitrusnoten wie Yuzu, Calamansi, Kumquat oder Blutorange. Ergänzt wird das Aromenspektrum durch sogenannte Rubs: trockene Marinaden, die Fleisch, Fisch oder Gemüse mit intensiven Noten veredeln.
Toppings & Crunch: Das würzige Finish mit sensorischem Mehrwert
Aktuelle Insights aus der Sensorik-Forschung zeigen: Vor allem auf dem deutschen Markt gewinnt Konsistenz als zentraler Genussfaktor an Bedeutung – das Zusammenspiel aus Crunch, Cremigkeit und flüssiger Raffinesse sorgt für ein multisensorisches Geschmackserlebnis.
Aromatische Finesse bringen Zutaten wie Korianderöl, geröstetes Sesamöl oder Tamarinden-Melasse, während Toppings wie Kimchi- oder Wasabi-Cracker, Granola, gerösteter Quinoa oder frittierter Farn für Spannung und Textur sorgen. Zusätzlich setzen Komponenten wie Chili-Fäden, Mikro-Greens, Algen-Flakes, Pistazien-Schaum, Salz- oder Zuckerkruste und Kürbiskern-Crumble optische Highlights. Abgerundet wird der Trend durch cremige Schichten wie Gochujang-Mayo, Lemon Curd, Matcha-Gel, Salzkaramell oder Rainbow-Marshmallow-Chunks. Damit werden Toppings, Schichten und Füllungen zu strategischen Gestaltungselementen moderner Foodkonzepte und zu Differenzierungsmerkmalen im Wettbewerb.
Saucen: Die neuen Stars auf dem Teller
Saucen entwickeln sich zu zentralen Stars moderner Küchenkonzepte: Sie sind längst nicht mehr nur Begleitung, sondern prägen die aktuelle Kochkunst entscheidend mit. Getrieben von globalen Einflüssen und verändertem Essverhalten wird das Sortiment internationaler und intensiver – von Soja- und Dashi-Sauce bis zu kreativen Fusion-Ideen wie Smoky Maple Ponzu. Dabei charakterisiert die Sauce die jeweilige Speise.
Gleichzeitig bringt die vegane und vegetarische Küche neue Vielfalt in Saucen-Kreationen – mit cremigen Spezialitäten aus Mandelmus, Cashew oder Kokos sowie würzigen Interpretationen wie Harissa-Guacamole.
Auch der Trend zum Food-Sharing treibt die Entwicklung aromatischer Dips, Chutneys und Cremes voran – von Chipotle-Guacamole über Süßkartoffel-Hummus bis MangoIngwer-Chutney. Dabei begeistert der „Homemade“-Style, also mit sichtbaren Gemüse- und Kräuterstückchen.
Parallel laufen zwei Entwicklungen: Einerseits geht der Trend zu leichteren, gesünderen Saucen und Dressings, beispielsweise mit Yuzu, edlen Ölen und frischen Kräutern. Andererseits feiern auch Sauce Hollandaise und Mayonnaise, häufig im Fusion-Mix wie Kumquat-Hollandaise, ein Comeback.
Im Trend liegen zudem kalte Saucen für schnelle Mahlzeiten und flexible Genussmomente. Neue optische Akzente entstehen durch das Zusammenspiel von zwei bis drei verschiedenen Varianten. Fermentation gilt als neuer Aromen-Booster und bringt zusätzliche Umami-Tiefe, zum Beispiel durch Kimchi, schwarzen Knoblauch oder fermentierte Tannennadeln.
Ein raffinierte Kombination ist der neue Balance-Trend „Swicy“. Hierbei wird milde Schärfe durch sanfte Süße harmonisch ausbalanciert. Zudem prägt Rauch mit feinen bis intensiven Noten zunehmend das Geschmacksprofil von Gewürzen, Marinaden und Saucen.
Als Weiterentwicklung von Loaded Fries werden zunehmend auch Backwaren, von Croissants bis hin zu pikanten Panettoni, mit pompösen Toppings, süßen oder pikanten Saucen veredelt. Parallel hat sich auch der „Smashed“-Trend weiterentwickelt: Inspiriert durch beliebte Smashed Burger wird das Prinzip auch auf weitere Produkte übertragen, wie aktuell auf Smashed Croissants mit genussvollen Füllungen und Toppings.
3. Vom Trend zum Mainstream: Der Snack Compass gibt Orientierung
Der Snackmarkt boomt weiter – gleichzeitig werden die Geschmäcker wählerischer. Gäste gehen seltener essen, geben weniger Geld aus und währeln Restaurants gezielter. Kleine, kompakte Portionen gewinnen an Bedeutung.
Für die Gastronomie entstehen daraus neue Chancen: Innovative Snack-Konzepte können zusätzlichen Umsatz generieren – von spontanen To-go-Impulskäufen bis hin zu dauerhaft etablierten Produkten oder sogar eigenständigen Snack-Konzepten. Wer Snacks passend zur Zielgruppe und zum eigenen Konzept positioniert, schafft schnelle Genussmomente und erweitert das gastronomische Angebot strategisch.
Für Gastronomen, Lieferanten und den Handel ist dabei eine differenzierte Auseinandersetzung erforderlich, denn das Angebot an Snacks ist mittlerweile sehr groß und unübersichtlich. Der Bedarf an Orientierung ist daher groß. Gastronomen, Lieferanten und Handel sollten daher folgende Fragen klären:
- Welches Konzept habe ich?
- Welche Ziel- und Altersgruppe mit welchen Bedürfnissen bediene ich? (Erweiterung oder Reduktion der Zielgruppen durch gezielte Angebote)
- Welche Snacks sollte ich anbieten/aktualisieren?
- Was fehlt? Was sollte ich verstärken?
- Was sind meine nächsten Schritte? Wie kann ich mein Konzept weiterentwickeln?

Ein zentraler Treiber dabei ist der Wunsch nach mehr Erlebnis und Inszenierung: Snacks werden zunehmend zur Bühne für Emotionen, sollen einzigartig sein und „instagrammable“ funktionieren. Gleichzeitig prägen transparente Verpackungen, regionale Zutaten und sichtbare Maßnahmen zur Reduktion von Food Waste das Profil vieler Angebote.
Übergreifend bleibt der Trend zu One-Hand-Snacks entscheidend: handlich, kompakt und ohne Besteck unterwegs essbar. Zudem unterstützt Digitalisierung – bis hin zu KI-basierten Tools – Effizienz, Planung und Personalisierung, damit Snacking nicht nur kreativ, sondern auch betriebswirtschaftlich smarter wird. Orientierung im zunehmend breiten Snack-Angebot soll der Snack Compass von food & more geben, der die wichtigsten Facetten des Trends strukturiert einordnet.
(Hamburg Messe und Congress/food & more/SAKL)