Corona-Krise

5 Billionen Dollar für die Weltwirtschaft

In einer Videokonferenz haben die G20-Staaten ein Hilfspaket in Billionen-Höhe beschlossen. Erste Maßnahmen wurden bereits festgehalten, konkretere Schritte sollen folgen.

Freitag, 27.03.2020, 11:36 Uhr, Autor: Kristina Presser
Emmanuel Macron beim Videogipfel der G20

Der französische Präsident Emmanuel Macron (r.) im Elysee Palast in Paris bei der Video-Konferenz der G20-Staaten am 26. März 2020. (Foto: ©picture alliance/abaca/Eliot Blondet)

Die führenden Wirtschaftsmächte der Welt, die G20 Staaten, haben sich für eine gemeinsame Bekämpfung der Corona-Pandemie ausgesprochen. In einem ersten Schritt wurde bei einem Videogipfel dafür ein Rettungsschirm in Höhe von fünf Billionen US-Dollar für die Weltwirtschaft beschlossen. Die Staats- und Regierungschefs einigten sich darauf, konkrete Maßnahmenpakete zur Eindämmung der Pandemie und Abfederung der wirtschaftlichen Folgen zu erarbeiten. In ihrer Abschlusserklärung heißt es: „Wir bekennen uns nachdrücklich dazu, dieser gemeinsamen Bedrohung geeint entgegenzutreten.“ Eingeladen zu dem Videogipfel hatte der saudische König Salman, dessen Land dieses Jahr die Präsidentschaft der G20 innehat.

Man werde gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation WHO, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und anderen internationalen Organisationen „alle erforderlichen Schritte unternehmen, um diese Pandemie zu überwinden“. Dabei werde man keine Mühen scheuen, um Leben zu schützen und Arbeitsplätze und Einkünfte zu sichern. Bundeskanzlerin Angela Merkel, die an der Videoschalte für Deutschland teilnahm, zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen. Man habe „ein deutliches Zeichen für globale Zusammenarbeit und internationale Koordination“ gesetzt.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Bekämpfung Der Aktuellen Pandemie: Die G20 wollen epidemiologischer Daten und für Forschung und Entwicklung notwendige Materialien austauschen. Die Produktion medizinischer Güter soll ausgebaut werden. Dazu sollen die G20-Gesundheitsminister bis April ein Maßnahmenpaket erarbeiten.
  • Vorsorge: Die Ausgaben für die Epidemievorsorge (Impfstoffe, Medikamente, aber auch Forschung) sollen substanziell erhöht werden.
  • Schutz der Weltwirtschaft: Bereits jetzt haben die G20-Staaten laut Erklärung fünf Billionen US-Dollar für die Stützung der Weltwirtschaft eingeplant. Die Finanzminister und Zentralbankgouverneure der G20 sollen nun einen G20-Aktionsplan erarbeiten.
  • Hilfe Für Entwicklungsländer: Entwicklungsländer, vor allem die in Afrika, sollen bei der Bewältigung der Krise unterstützt werden.

Konkret wurde es in dem Videogipfel noch nicht, wenngleich bereits Ideen für weitere Maßnahmen geäußert wurden:

  • Der russische Präsident Wladimir Putin forderte, internationale Sanktionen auf wichtige Güter wie Medikamente, Nahrungsmittel, Technik und Ausrüstung für die Zeit der Pandemie auszusetzen. Gegen Russland gibt es derzeit Strafmaßnahmen der USA, der EU und anderen Ländern wegen des Ukraine-Konflikts.
  • Die EU will weltweit Geld für die Entwicklung und Herstellung eines Covid-19-Impfstoffs einsammeln.
  • Der argentinische Präsident Alberto Fernández sprach sich für die Gründung eines weltweiten Notfallfonds zur Bekämpfung der Corona-Krise aus.

(dpa/KP)

 

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