Dialogoffensive

Gastwelt und Booking.com rücken näher zusammen

Thomas Müller, Norman Ladig, Homeira Amiri, Alexandra Wolframm und Dr. Marcel Klinge
Auch nach dem offiziellen Ende gab es noch einiges zu besprechen (von links): Thomas Müller (DZG-Mitglied und Roundtable-Ideengeber), Norman Ladig (Booking), Homeira Amiri (DZG), Alexandra Wolframm (Booking) und Dr. Marcel Klinge (DZG) (Foto. © DZG)
Wer nicht miteinander spricht, hat bereits verloren – unter diesem Motto haben die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) und Booking.com eine neue Dialogoffensive gestartet. Beim ersten digitalen Hospitality-Roundtable kamen Vertreter beider Seiten ins Gespräch, um die Gastwelt und das Unternehmen trotz rechtlicher Differenzen wieder zusammenrücken zu lassen.
Dienstag, 30.09.2025, 10:13 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

„Im Bereich Hotellerie und Reisen ist Booking ein zentraler Bestandteil unseres Wertschöpfungssystems und gerade für kleine wie mittlere Hotels ein unverzichtbarer Partner, wenn es um internationale Sichtbarkeit und auch kurzfristige Umsatzsteigerung geht“, sagt die DZG-Aufsichtsratsvorsitzende Homeira Amiri.

Dass es – wie in jeder Geschäftsbeziehung – immer mal wieder unterschiedliche Interessen und auch rechtliche Auseinandersetzungen gibt, dürfe nicht dazu führen, dass überhaupt nicht mehr miteinander gesprochen oder der Ton zu destruktiv wird. So sieht das auch Booking.com, das großes Interesse an einer neuen Dialogphase mit der Gastwelt hat.

Daher haben die Denkfabrik und die Buchungsplattform jetzt einen strukturieren Dialogprozess gestartet und jüngst ihren ersten digitalen Hospitality-Roundtable umgesetzt. „Unser erster gemeinsamer Hospitality-Roundtable hat uns die Möglichkeit gegeben, noch einmal genau zuzuhören und neben positivem Feedback auch kritische Punkte mitzunehmen“, sagt Alexandra Wolframm, Leiterin Public Affairs DACH von Booking.com.

„Es braucht es ein aktives Aufeinanderzugehen“

Ausgangspunkt des runden Tisches war die Wahl von Alexandra Wolframm in den DZG-Aufsichtsrat im Mai 2025, mit der sowohl die DZG als auch Booking bewusst ein Zeichen setzen wollten.

„Als Hotel-Unternehmerin weiß ich aus erster Hand, wie entscheidend Online-Reiseplattformen (OTA) wie Booking für unser Geschäftsmodell und unser Unternehmenswachstum waren und sind. Natürlich gibt es im Alltag Meinungsverschiedenheiten und nicht alles, was die andere Seite tut, gefällt einem. Doch wenn wir etwas verändern wollen, gelingt das nur im Dialog“, erklärt Aufsichtsratschefin Amiri.

Es gehe darum, zuzuhören und die Chancen einer offenen Kommunikation zu nutzen, um Vorteile für die Zusammenarbeit zu schaffen und konstruktiv miteinander umzugehen. „In der heutigen Zeit können beide Seiten nicht aufeinander verzichten, deshalb braucht es ein aktives Aufeinanderzugehen“, betont Amiri.

„Am Ende sitzen wir alle im selben Boot“

Vor allem in der Politik würde das Gegeneinander von OTAs und einigen Branchenverbänden für Kopfschütteln sorgen und keinen guten Eindruck hinterlassen, ergänzt DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge. „Bei aller berechtigten Kritik, geht es am Ende nicht darum, dass einige Akteure ihren Arbeitsfokus im Kampf mit der Online-Welt sehen. Wir haben aktuell viele andere Themen, auf die sich unsere Gastwelt-Verbände und -Organisationen im Bund politisch konzentrieren sollten“, betont der ehemalige Bundestagsabgeordnete. 

Seitens Booking.com war neben Alexandra Wolframm mit Norman Ladig auch der neue „Regional Manager Partner Services“ DACH vor Ort in Berlin dabei, um das operative Feedback der Teilnehmer zu beantworten und auch einige kritische Punkte mitzunehmen.

„Am Ende sitzen wir alle im selben Boot, Gastwelt und Booking. Aus diesem Grund werden wir den begonnenen Dialog auch im nächsten Jahr mit einem zweiten runden Tisch strukturiert fortsetzen“, kündigt Amiri an.

(DZG/SAKL)

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