2G-Modell

„Kaum jemand möchte Kunden ausschließen“

Zutritt nur für Geimpfte und Genesene  – so soll die Impfbereitschaft in Hessen gesteigert werden. Das Vorgehen verlagert jedoch nur die politische Diskussion um die Impfung an die Restauranttür.

Montag, 13.09.2021, 10:11 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz
Gastronomin wartet am Eingang, um die 2G-Nachweise zu kontrollieren

Die 2G-Regel würde laut Dehoga „eine Grundsatzdebatte an die Schwelle der Restauranttür“ tragen. (Foto: © Rido – stock.adobe.com)

Die von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) geplante Zulassung des sogenannten 2G-Modells stößt bei Gastgewerbe auf Skepsis. Die Branche warf der Landesregierung vor, sie verlagere die Debatte um Impfquoten und Impfbereitschaft zu den Betrieben: Hier werde „eine Grundsatzdebatte an die Schwelle der Restauranttür getragen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Dehoga in Hessen, Julius Wagner. „Nach Monaten, die bereits geprägt waren von unseligen Diskussionen mit vielen Gästen über die Maskenpflicht, die Kontaktdatenerfassung, Abstandsregelungen & Co., ist das nun eine Kerndebatte aus der Mitte der Gesellschaft. Denn schließlich steht hier die Frage, ob man sich impfen lässt oder nicht, auf einmal im Raum.“

Sicherheit vs. Kundenfreundlichkeit

„Der Vorstoß macht die hessische Wirtschaft eher ratlos“, schließt sich der Geschäftsführer des hessischen Industrie- und Handelskammertag, Robert Lippmann, an. Viele Betriebe würden damit vor eine schwierige Entscheidung gestellt. „Natürlich wollen alle größtmögliche Sicherheit gewährleisten. Aber kaum jemand möchte Kunden ausschließen, die nachweislich gesund oder aus unterschiedlichsten Gründen ungeimpft sind.“ Dazu gehörten schließlich auch Schwangere, Vorerkrankte und andere Gruppen.

(dpa/NZ)

 

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