Lohnkostenzuschüsse im Gastgewerbe

Saisonzuschüsse nur für Betriebe, die Tariflöhne zahlen

Eine Politikerin der Linken am Rednerpult
Linke will Saisonarbeitskräften Brücke in Dauerjobs bauen. (Foto: dpa)
Fehlendes Personal ist und bleibt ein Problem, vor allem in ländlichen Gebieten. Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern sieht daher weiteren Hilfebedarf für Gaststätten und Hotels. 
Dienstag, 26.06.2018, 12:25 Uhr, Autor: Markus Jergler

Nachdem das Modellprojekt „Saisonzuschuss“, bei dem 15 Betriebe des Gastgewerbes im Land Lohnkostenzuschüsse von 40 Prozent erhalten hätten, beendet ist, solle ab 2019 ein gleichlautendes Landesprogramm aufgelegt werden, heißt es in einem Antrag der Oppositionsfraktion, der dem Landtag zur Sitzung in dieser Woche vorliegt.

Die Fraktionschefin Simone Oldenburg begründet den Antrag mit dem ohnehin geringen Lohnniveau sowie der vielfach nur befristeten Einstellung von Saisonkräften. Dadurch blieben Stellen im Gastgewerbe, welches für das Land aber extrem wichtig sei, immer häufiger unbesetzt. Etwa 10.000 Beschäftigte in Hotellerie und Gastronomie von Mecklenburg-Vorpommern seien nur saisonal angestellt und müssten vielfach mit geringen Löhnen auskommen.

6,5 Millionen Euro Kosten
„Selbst ein fest angestellter Koch verdient im Nordosten 500 Euro weniger als etwa in Bayern. Dann muss man sich nicht wundern, dass er seine Suppe lieber in Bayern kocht“, erklärte Oldenburg und macht damit deutlich, dass sie auch die Branche selbst in der Pflicht sieht, mit höheren Löhnen ihre Attraktivität für Arbeitnehmer zu verbessern. Somit sollte der Saisonzuschuss für im Winter nicht benötigte Mitarbeiter auch nur Unternehmen zugute kommen, die ihren Angestellten Tariflöhne zahlen.

Für den Anfang sieht die Linke Handlungsbedarf für etwa 2.000 Beschäftigte und rechnet mit Kosten von etwa 6,5 Millionen Euro. „Das gibt der Haushalt auch ohne Nachtrag her“, sagte Oldenburg. Mit dem auf maximal fünf Jahre befristeten Zuschuss verbinde ihre Fraktion die Erwartung, dass die Unternehmen ihre saisonverlängernden Angebote erweitern, mehr Gäste gewinnen und so ihre Mitarbeiter auch ohne staatliche Hilfen halten können. (lmv/MJ)

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