Lohnkostenzuschüsse

Zuschüsse bei der Einstellung von Langzeitarbeitslosen

Kellner bringt Essen an den Tisch
Viele Tätigkeiten im Gastgewerbe, wie z. B. das Kellnern, sind auch für Quereinsteiger geeignet. (Foto: © Drazen/stock.adobe.com)
Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels im Gastgewerbe eröffnet sich Unternehmern eine besondere Möglichkeit: Die Bundesagentur für Arbeit in Sachsen verstärkt ihre Maßnahmen zur Integration von Langzeitarbeitslosen und bietet Unternehmen Zuschüsse bei der Einstellung Betroffener.
Montag, 25.08.2025, 11:10 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Im vergangenen Jahr waren 50.455 Menschen in Sachsen als langzeitarbeitslos gemeldet. Als langzeitarbeitslos wird man eingestuft, wenn man ein Jahr und länger als arbeitslos gemeldet ist.

Die Bundesagentur für Arbeit in Sachsen will Langzeitarbeitslose nun weiter gezielt unterstützen. „Der Erfolg auf dem Arbeitsmarkt hängt maßgeblich von der Qualität der Bildung und Qualifikation ab: Je geringer die Qualifikation, desto schlechter sind die Arbeitsmarktchancen der Menschen und umso höher ist ihre Arbeitslosenquote“, stellte die Agentur klar. Fachkräfte mit einem Berufsabschluss und Akademiker seien deutlich seltener von Arbeitslosigkeit und damit auch von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen als Menschen ohne beruflichen Abschluss.

Betroffene werden von den Jobcentern intensiv beraten und bei der Vermittlung begleitet. Nach Angaben der Arbeitsagentur können sie Qualifikationen durch Weiterbildungen und Umschulungen erwerben. Für Vorstellungsgespräche und Bewerbungsmappen werden die Kosten übernommen. Auch Probearbeit und ein Coaching zur Integration in das Unternehmen wird organisiert. 

Für Gastronomen und Hoteliers bedeutet dies eine potenzielle Bewerberbasis, die mithilfe von gezielten Qualifizierungs- und Förderprogrammen effektiv erschlossen werden kann. Viele Tätigkeiten im Gastgewerbe – z. B. im Service, in der Küche oder in der Hotellerie – sind auch für Quereinsteiger geeignet. Damit ergibt sich auch für die bereits seit langem durch Personalmangel gebeutelte Branche eine Möglichkeit, durch gezielte Integration von langzeitarbeitslosen Menschen Personalengpässe zu verringern.

Unternehmen erhalten Zuschüsse bei Einstellung Betroffener 

Unternehmen, die Langzeitarbeitslose einstellen, können Lohnkostenzuschüsse in Höhe von 75 Prozent beziehungsweise 50 Prozent des Arbeitsentgelts für die Dauer von zwei Jahren erhalten. Auch Zuschüsse für Weiterbildungskosten bei Qualifizierung während der Beschäftigung sind möglich. Voraussetzung ist die Einstellung von Personen, die mindestens zwei Jahre arbeitslos sind, in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.

Dem Gastgewerbe bietet sich somit eine doppelte Chance: Einerseits könnte der dringend benötigte Fachkräftebedarf teilweise gedeckt werden, andererseits leisten die Betriebe einen wichtigen Beitrag zur sozialen Integration und stärken gleichzeitig ihr Image als verantwortungsbewusste Arbeitgeber.

(dpa/SAKL)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Kellnerin bringt Kuchen an den Tisch
Arbeitsmarktzugang
Arbeitsmarktzugang

Asylbewerber sollen schneller arbeiten dürfen

Asylbewerber sollen künftig bereits nach drei Monaten arbeiten dürfen – auch wenn ihr Asylverfahren noch läuft. Für das personalintensive Gastgewerbe könnte die geplante Neuregelung zusätzliche Chancen im Kampf gegen den anhaltenden Personalmangel eröffnen.
Conrad Clemens (CDU), Kultusminister von Sachsen, teilt während eines Pressetermins der Dehoga Sachsen zur Trend(Job)Tour in einem Restaurant auf dem Neumarkt einen Smoothie aus. Im Rahmen der Trend(Job)Tour treffen sich Fachkräfte aus Schule, Berufsorientierung und Arbeitswelt, um die Gastronomie und Hotellerie zu erleben
Aktion
Aktion

Mehr Azubis für Sachsen

Aktuell ist die Lage auf dem sächsischen Ausbildungsmarkt entspannt. Die Betriebe haben im letzten Jahr genügend motivierte Lehrlinge finden können. Damit das auch in Zukunft so bleibt, startet der Dehoga eine Werbekampagne für das Gastgewerbe und erneuert eine Kooperation für den Tourismusbereich.
Mitarbeiter Küche
Arbeitsmarkt
Arbeitsmarkt

Dank Gastgewerbe steigt Erwerbstätigkeit

Die neusten Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen es: die Erwerbstätigkeit befindet sich 2022 auf dem höchsten Stand seit der deutschen Vereinigung. Auch das Gastgewerbe trägt hierzu seinen Teil bei.
Dr. Marcel Klinge
Forderung
Forderung

DZG drängt zur schnelleren Arbeitszeitreform

Jeder Monat zählt: Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) fordert eine schnellere Reform der Arbeitszeitregelung. Aus Sicht der DZG brauchen Betriebe in Tourismus, Hospitality und Gastronomie bereits vor der Sommersaison 2026 mehr Flexibilität beim Personaleinsatz.
Zwei Personen stehen sich mit Fragezeichen zwischen ihnen gegenüber – Symbolbild für Wissensverlust und fehlenden Wissenstransfer im Unternehmen
Know-how
Know-how

Wissenstransfer wird zum Erfolgsfaktor im Gastgewerbe

Wenn erfahrene Mitarbeiter einen Betrieb verlassen, geht oft weit mehr verloren als eine besetzte Stelle. Es verschwinden Routinen und eingespielte Abläufe, die im Tagesgeschäft über Qualität, Tempo und Gästezufriedenheit entscheiden. Gerade im Gastgewerbe wird Wissenssicherung deshalb zur Führungsaufgabe – und nicht erst am letzten Arbeitstag.
Frau im Rollstuhl führt in einem modernen Büro ein Gespräch mit einem Geschäftspartner und steht für Inklusion und Vielfalt im Berufsalltag
Vielfalt
Vielfalt

Inklusion stärkt die Hospitality

Der Fachkräftemangel bleibt für Hotellerie und Gastronomie eine der größten Herausforderungen. Umso wichtiger wird es für Betriebe, erfahrene Mitarbeiter langfristig zu halten – auch nach Krankheit, Unfall oder mit gesundheitlichen Einschränkungen. Eine gelebte Inklusion kann dabei zum echten Erfolgsfaktor werden.
Herrnhut
„Alles auf einen Augenblick“
„Alles auf einen Augenblick“

Neue Kampagne zu Welterbe soll Touristen nach Sachsen locken

Von Musik bis Handwerk: Sachsen will unter dem Slogan „Alles auf einen Augenblick“ mit emotionalen Geschichten und besonderen Reiserouten Touristen aus aller Welt begeistern.
Kellnerin steht lächelnd bei Gästen
Thüringen
Thüringen

Mehr ausländische Arbeitskräfte im Thüringer Gastgewerbe

Die Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie haben das Gastgewerbe in Thüringen heftig getroffen. Viele Beschäftigte haben sich deswegen woanders Arbeit gesucht. So ist die Situation heute.
Gastronom bei der Abrechnung
Preisdruck
Preisdruck

Iran-Krieg treibt Inflation auf 2,9 % – Folgen für das Gastgewerbe

Mit dem Iran-Krieg sind die Preise in Deutschland nach oben geschnellt. Vor allem steigende Energiekosten treiben die Inflationsrate Richtung Drei-Prozent-Marke. Das belastet auch das Gastgewerbe.