Rechtsstreit

Deutsche Umwelthilfe klagt gegen McDonald’s

McDonald’s-Logo
McDonald’s wird von der Deutschen Umwelthilfe wegen mutmaßlich irreführender Klimaversprechen verklagt. (Foto: © 8th/stock.adobe.com)
Die Deutsche Umwelthilfe geht juristisch gegen den Fast-Food-Konzern vor. Es geht um Klimaversprechen und die Frage, wie transparent diese tatsächlich kommuniziert wurden.
Montag, 27.04.2026, 11:02 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) klagt beim Landgericht München I gegen McDonald’s Deutschland. Gegenstand der Klage ist eine frühere Version einer Formulierung auf der nationalen Webseite des Konzerns, die sich auf langfristige, globale Klimaziele bezog.

Die DUH beanstandet dabei, dass McDonald’s Deutschland in der Vergangenheit auf seiner Webseite die Ambition kommuniziert hat, bis 2050 weltweit klimaneutral werden zu wollen – inklusive Lieferkette. Nach Darstellung der DUH, seien diese Formulierungen nicht ausreichend belegt worden.

McDonald’s habe auf seiner Webseite „mit einem vollmundigen Versprechen für die Zukunft: ‚klimaneutral‘ ab 2050, inklusive der Lieferkette“ geworben – so die DUH. „Wie dieses Ziel jedoch konkret über das Jahr 2030 hinaus erreicht werden soll, hat McDonald’s unterschlagen.“ Nach Auffassung der DUH blieben die dargestellten Maßnahmen vage und unzureichend. Es fehle an konkreten, überprüfbaren Angaben zu Emissionsreduktionen, Zwischenzielen und einem belastbaren Umsetzungsplan. Einzelne Beispiele wie Ökostrom, Verpackungsoptimierung oder Fahrradlieferungen seien nicht quantifiziert und nicht geeignet, das Klimaversprechen umfänglich zu tragen.

„McDonald’s will vor allem von einem grünen Image profitieren“

Die DUH sieht daher in der früheren Aussage von McDonald’s eine Verbrauchertäuschung im Sinne des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), die McDonald’s Gäste bei ihrer Kaufentscheidung beeinflusst haben könnte.

„Der Global Player McDonald’s will viel erreichen, doch der Weg in die grüne Zukunft bleibt für Verbraucher nicht nachvollziehbar. Damit will McDonald’s vor allem von einem grünen Image profitieren, statt wirklich nachhaltig zu wirtschaften“, meint DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Der weltweit umsatzstärkste Fast-Food-Anbieter würde im Zusammenhang mit seinem Klimaneutralitätsziel geschönte Aussagen wie ‚verantwortungsvoller Rohwarenbezug‘ und ‚verantwortungsvoller Transport‘ nutzen. Tonnenweise Rindfleisch und Geflügel sowie die Verwendung von treibhausgasintensivem, fossilem Flüssig-Erdgas im Transport, würden da jedoch nicht ins Bild passen.

"90 Prozent der CO2-Emissionen des Unternehmens fallen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette an und müssen dringend reduziert werden", erklärt Resch. „Die Klimakrise ist jetzt und verschärft sich stetig, deshalb ziehen wir mit unseren Verfahren Großkonzerne zur Verantwortung. Wir brauchen transparente und nachvollziehbare Transformationspläne, statt Schönfärberei und leerer Worte.“

Auch Agnes Sauter, Bereichsleiterin Ökologischer Verbrauchschutz und Marktüberwachung der DUH, betont: „Unternehmen, die mit Zukunftsversprechen schöne Bilder zeichnen, vermitteln den Eindruck, klimabewusst und verantwortungsvoll für eine lebenswerte Zukunft zu wirtschaften. Wer sich mit einem Schlagwort wie ‚klimaneutral‘ für die Zukunft brüstet, darf das allerdings nur auf ehrliche, eindeutige und klare Weise tun. Das bedeutet, es müssen Weichenstellungen, Zwischenziele wie auch Maßnahmen transparent offengelegt und regelmäßig unabhängig geprüft werden.“

McDonald’s weist Vorwürfe zurück

McDonald’s Deutschland weist die Vorwürfe der Deutschen Umwelthilfe (DUH) entschieden zurück. Das Unternehmen ist der Auffassung, dass die damalige Kommunikation nicht irreführend war.

„Für Nutzer der Website war klar erkennbar, dass es sich um eine globale Ambition bis 2050 handelt, die auf konzernweiter Ebene verfolgt wird und 2023 durch die Science Based Targets initiative (SBTi) validiert wurde“, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Die auf der deutschen Website dargestellten Maßnahmen seien stets als Beiträge im Rahmen dieser globalen Strategie zu verstehen gewesen.

Bei der betreffenden Website handle es sich zudem um ein Informationsangebot mit Hintergrundinhalten für ein interessiertes Publikum, das sich freiwillig über die Nachhaltigkeitsstrategie von McDonald’s informieren möchte. Die Inhalte seien weder am Produkt, noch in verkaufsfördernden Zusammenhängen, noch im Rahmen von Kampagnen, Anzeigen oder POS-Maßnahmen eingesetzt worden. McDonald’s betont dabei: „Die Seite war zu keinem Zeitpunkt dazu bestimmt, den Konsum oder konkrete Kaufentscheidungen zu beeinflussen.“

Anpassung der Webseite

Nach eigenen Angaben hat McDonald’s die betreffende Webseite bereits Ende 2025 überarbeitet. Dabei sei die Darstellung des Klimaschutzansatzes präzisiert worden. Heute unterscheide das Unternehmen deutlicher zwischen globalen Ambitionen, national umgesetzten Maßnahmen und dem langfristigen Transformationspfad.

Vor diesem Hintergrund äußert McDonald’s Kritik am Vorgehen der DUH: „Die aus Sicht der DUH bestehende irreführende Kommunikation haben wir bereits vor mehreren Monaten angepasst. Eine Klage führt daher zu keiner weiteren Verbesserung für Verbraucher, da die kritisierte Darstellung nicht mehr zugänglich ist“, heißt es in der Stellungnahme von McDonald’s. Aus Sicht des Konzerns wäre daher ein lösungsorientierter Dialog dem nun eingeschlagenen Rechtsweg vorzuziehen gewesen.

(Deutsche Umwelthilfe/McDonald’s Deutschland/ots/SAKL)

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