Gesetze

Frischer Fuffi, höherer Mindestlohn und noch mehr Neuigkeiten: Das ändert sich 2017

Smartphone, Kaffee und 2017
© nito/Fotolia
Mindestlohn, Verpackungen, Lebensversicherungen – was gibt es Neues im kommenden Jahr? Ein Überblick für mehr Durchblick.
Mittwoch, 28.12.2016, 11:11 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein

Fünfzig-Euro-Schein: Den Fälschern ein Schnippchen schlagen und weniger falsche Fuffziger beanstanden will die Europäische Zentralbank, die zum 4. April 2017 den neuen Fünfziger in Umlauf bringt. Die alten Geldscheine werden nach und nach eingezogen, bleiben aber gültig.

Mindestlohn: 8,84 Euro pro Stunde beträgt ab Januar 2017 der Mindestlohn, das sind 34 Cent mehr als zuvor.

Minijob: Der höhere Mindestlohn betrifft auch für Minijobber. Trotzdem  gilt die Höchstgrenze von 450 Euro monatlich. Manche Minijobber müssen also die Arbeitszeit verkürzen.

Altersvorsorge: Die monatliche Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung steigt zum Jahreswechsel auf 6.350 Euro (West) und 5.700 Euro (Ost). Bis zu diesen Grenzen zahlen Arbeitnehmer im Jahr 2017 Beiträge zur Rentenversicherung. Gleichzeitig erhöht sich der Teil des Gehalts, der abgaben- und steuerfrei in eine Direktversicherung investiert werden kann. Der geförderte Höchstbetrag steigt auf 3.048 Euro pro Jahr (vorher 2.976 Euro).

Lebensversicherungen: Ab Anfang 2017 gilt ein niedrigerer Garantiezins bei Lebensversicherungen. Der sogenannte Höchstrechnungszins sinkt von derzeit 1,25 auf 0,9 Prozent. Betroffen sind unter anderem auch neu abgeschlossene Riester- und Rürup-Policen. Bestandskunden behalten den alten Satz. Aber es gibt weitere Änderungen, die auch Kunden mit älteren Verträgen betreffen: Wer nach 2004 eine Kapitallebens- oder Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht abgeschlossen hat, muss bei Einmalauszahlungen die Differenz zwischen Versicherungsleistung und eingezahlten Beiträgen zur Hälfte mit ihrem individuellen Tarif versteuern. Das gilt für Kunden, die zum Zeitpunkt der Auszahlung das 60. Lebensjahr vollendet haben und deren Verträge seit mindestens zwölf Jahren laufen. Steuerfrei sind dagegen Einmalauszahlungen aus Versicherungen, die vor 2005 abgeschlossen wurden.

Steuerfreibetrag: Der Grundfreibetrag für Ledige liegt zukünftig bei 8.820 Euro, derjenige für Verheiratete bei 17.640 Euro. Erst oberhalb dieser Grenze müssen Steuern gezahlt werden. Der Kinderfreibetrag steigt auf 4.716 Euro.

Verpackungen: Verpackte Lebensmittel müssen seit Mitte Dezember 2016 über Brennwert, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salzgehalt informieren. Es gibt nur wenige Ausnahmen.

Geschirrspülmittel: Maximal 0,3 Gramm Phosphor dürfen künftig pro Standardspülgang frei gesetzt werden. Dies gilt europaweit. Restbestände mit Produkten in alter Zusammensetzung dürfen zwar noch verkauft werden, neue Mittel müssen aber künftig ohne Phosphor auskommen.

Heizkessel: Kaminkehrer vergeben künftig an alle Heizkessel, die bis einschließlich 1991 eingebaut wurden, ein Effizienzlabel, das Aufschluss gibt über den Energieeinsatz.

Roaming: Telefonieren und Surfen im EU-Ausland wird billiger. Die Roaming-Gebühren werden ab dem 15. Juli abgeschafft.

(Augsburger Allgemeine/ph)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Frau beim bezahlen im Restaurnat
Statistik
Statistik

Gastgewerbeumsatz im ersten Halbjahr 2026: Gastronomie mit stärkeren Einbußen als Hotellerie

Das deutsche Gastgewerbe erzielt im ersten Halbjahr nominal ein Umsatzplus. Preisbereinigt bleibt die Entwicklung jedoch rückläufig – mit stärkeren Einbußen in der Gastronomie als in der Hotellerie.
Essen zum Mitnehmen wird an der Theke überreicht
Regulierung
Regulierung

Neue EU-Verpackungsregeln: Was jetzt gilt

Neue EU-Vorgaben nehmen Lebensmittelverpackungen mit sogenannten PFAS ins Visier. Was die Regeln jetzt für Gastronomen bedeuten – und welche weiteren Änderungen bereits anstehen.
Clemens Fuest
Finanzpolitik
Finanzpolitik

19 Prozent auf alles? Ifo-Chef fordert einheitliche Mehrwertsteuer

Höhere Steuern und damit höhere Preise für Brot, Butter und Obst: Darauf zielt ein Vorschlag von Ökonom Clemens Fuest. Er will Einheitlichkeit bei der Mehrwertsteuer. Für die Gastronomie könnte das Folgen haben.
Kalle Halle
Food Hall
Food Hall

Kalle Halle GmbH stellt Insolvenzantrag

Die bisherige Betreibergesellschaft der Food Hall im Herzen von Neukölln hat Insolvenz angemeldet. Die Kalle Halle bleibt nach Angaben des Gebäudeeigentümers weiterhin geöffnet.
Rezeptionistin mit Telefonhörer in der Hand schaut auf ihren Computer
Reformentwurf
Reformentwurf

Entwurf zur Arbeitszeit-Reform: Mehr Flexibilität für das Gastgewerbe?

Ein erster Entwurf zur Reform der Arbeitszeiten in Deutschland sickert durch. Und stößt sofort auf Widerspruch. Es geht um den Achtstundentag – und um mehr Flexibilität bei Dienstplänen, wie ihn Hotels und Restaurants bereits seit langem fordern.
Zwei Gastronomen bei der Abrechnung
Iran-Deal
Iran-Deal

Einigung zwischen USA und Iran: Entspannung für das Gastgewerbe in Sicht?

Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Krieges verständigt. Das nährt die Hoffnung auf wirtschaftliche Entspannung – auch für Hotellerie und Gastronomie.
Gastronom bei der Abrechnung
Wirtschaftslage
Wirtschaftslage

DIHK-Umfrage: Vor allem das Gastgewerbe ist in Not

Hohe Kosten und Bürokratie setzen viele Dienstleister unter Druck. Besonders schwer haben es kleine Betriebe und das Gastgewerbe. Die DIHK fordert mehr Flexibilität.
Junge Mitarbeiterin in einer Konditorei steht lächelnd hinter der Theke
Jugendschutz
Jugendschutz

Schülerjobs in Hotel und Gastro: Was in den Ferien erlaubt ist

Wenn Restaurants, Cafés und Häuser in der Hochsaison Unterstützung suchen, greifen klare Schutzvorgaben. Entscheidend sind Alter, Uhrzeit, Tätigkeit und Vergütung. Wer sauber plant, verbindet Zusatzverdienst auf Nachwuchsseite mit rechtssicherer Entlastung im Betrieb.
Gastronom bei der Abrechnung
Preisdruck
Preisdruck

Iran-Krieg treibt Inflation auf 2,9 % – Folgen für das Gastgewerbe

Mit dem Iran-Krieg sind die Preise in Deutschland nach oben geschnellt. Vor allem steigende Energiekosten treiben die Inflationsrate Richtung Drei-Prozent-Marke. Das belastet auch das Gastgewerbe.