Zerreißprobe

Hausverbot: Mercure-Betreiber schmeißt Dormero raus

Krawattenverbot Symbol
Bei Uwe Aschke und seinem Mercure Hotel in Villingen haben Mitarbeiter der Dormero-Hotelgruppe aus Berlin erst einmal Hausverbot. (© pixabay.com)
Wehrt sich Mercure-Betreiber Uwe Aschke gegen die Übernahme von Dormero etwa mit Händen und Füßen? Dormero-Geschäftsführer Marcus Maximilian Wöhrl erhebt schwere Vorwürfe gegen Aschke und seine Villinger Mitarbeiter.
Donnerstag, 02.02.2017, 10:00 Uhr, Autor: Felix Lauther

Es rumort unter den Fichten und Tannen des Südschwarzwalds. Die Übernahme des Mercure Hotels im badischen Villingen wird zur Zerreißprobe. Im März übernimmt die Berliner Dormero Hotelgruppe das Hotel. Geschäftsführer Marcus Maximilian Wöhrl ist mit der Kooperationsbereitschaft des Mercure-Betreibers Sierra Hotel Management und dessen Geschäftsführer Uwe Aschke überhaupt nicht zufrieden, wie der „Schwarzwälder Bote“ berichtet. Wöhrl wirft seinem Branchen-Kollegen eine Behinderung der Übernahme vor. „Das stimmt so nicht“, erwidert Uwe Aschke im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Aschke wird ab Herbst 2017 das Holiday Inn im Zentrum von Villingen betreiben. Ihn ärgert, dass die Dormero-Entourage sich unbefugt Zutritt zu den Geschäftsräume des Mercure verschafft, die er nun unterbunden hat. „Es kam hier – in einem nachgewiesenen Fall – zu einer Störung der Betriebsruhe“, erklärt Aschke.

Dormero-Besuche bringen Unruhe rein
Es rumorte im Betrieb, als seine Mitarbeiter davon Wind bekamen, dass der zukünftige Hotel-Manager ein Zimmer im Mercure buche. Die Dormero-Verantwortlichen hätten darauf allerdings keine Rücksicht genommen, so dass Uwe Aschke ein Hausverbot für die Berliner ausgesprochen hat. Dies gelte nur für „allgemeine Besuche“ und nicht für Besuche, die einen „klaren Auftrag“ zur Besichtigung der Räumlichkeiten intendieren, wie der Schwarzwälder Bote weiter schreibt. Laut den Villingern hätte man Dormero bereits im Oktober alle notwendigen Unterlagen zur Vorbereitung der Übernahme zukommen lassen. Aschke echauffiert sich auch über einen weiteren Umstand: Es sei „nicht branchenüblich“, dass der nachfolgende Betreiber bereits Reservierungen entgegennehme, bevor nicht die letzten Formalitäten geklärt seien. Fallen die verbuchten Reservierungen aus, müsse das Sierra Hotel Management bis zur endgültigen Übernahme im März haften. „Darauf lassen wir uns natürlich nicht ein“, wie Aschke im Interview mit dem Schwarzwälder Boten weiter betont. Die Hoffnung auf eine gütliche Einigung und professionelle Stab-Übergabe hat er aber nicht aufgegeben. Am Ende werde unter den Villinger Tannenzipfeln alles sauber vonstatten gehen. (Schwarzwälder Bote / FL)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Michael Stahl-Wolf und Julia Haupt vor dem aja Resort Travemünde
Personalie
Personalie

Führungswechsel im aja Travemünde

Das Resort der DSR Hotel Holding stellt sich personell neu auf: Michael Stahl-Wolf übernimmt die Leitung des aja Travemünde. Gleichzeitig steigt die bisherige Direktorin Julia Haupt innerhalb der DSR Hotel Holding auf.
Hochhaus
Studie
Studie

Europäischer Hotelinvestmentmarkt wächst – kreative Transaktionsansätze gewinnen an Bedeutung

Eine neue Studie zeigt steigende Investitionen in Hotelimmobilien. Gleichzeitig werden Partnerschaften und neue Modelle für Investoren und Betreiber immer relevanter.
Ammersee Hotel
Lieblingsplatz Hotels
Lieblingsplatz Hotels

Ammersee Hotel setzt auf Partnermodell statt Franchise

Die Privathotellerie steht unter Druck – und sucht neue Wege: Mit dem Ammersee Hotel setzt eine Eigentümerfamilie nun auf das Partnermodell von Lieblingsplatz Hotels statt auf klassische Franchise-Strukturen. Der Schritt zeigt, wie sich Effizienz, Digitalisierung und unternehmerische Freiheit künftig verbinden lassen.
Leonardo Köln
Neustart
Neustart

Leonardo Köln nach umfassender Modernisierung wiedereröffnet

Nach dreimonatiger Renovierung startet das Leonardo Köln neu durch: Modernisierte Zimmer, neugestaltete öffentliche Bereiche und aufgewertete Tagungsräume sollen das Hotel für Geschäfts- und Städtereisende gleichermaßen attraktiver machen. 
Augustine Hotel Prague
Strategiewechsel
Strategiewechsel

Kempinski kauft Augustine Hotel in Prag – erste Akquisition seit über 50 Jahren

Kempinski Hotels richtet sich strategisch neu aus: Mit dem Kauf des Augustine Hotels in Prag tätigt die Luxushotelgruppe ihre erste Akquisition seit über 50 Jahren. Die Übernahme eines der geschichtsträchtigsten Häuser Europas stellt dabei einen Schritt hin zu einem stärker anlagenorientierten Ansatz für das globale Portfolio dar. 
Mario von Hoesslin
Personalie
Personalie

H World International erweitert Führungsebene

Mit Mario von Hoesslin holt Steigenberger einen erfahrenen Branchenmanager in die Geschäftsführung. Als neuer COO soll er die operative Steuerung und strategische Weiterentwicklung vorantreiben.
Hilton Garden Inn Innsbruck
Restrukturierung
Restrukturierung

Revo: Insolvenzverfahren für 175 Hotels gestartet

Rund zweieinhalb Monate ist es her, dass die Revo Hospitality Group Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt hat. Jetzt wurden die Verfahren für 175 Hotels eröffnet. 
Accor
Transaktion
Transaktion

Accor verkauft seine Essendi-Anteile

Der französische Hotelkonzern trennt sich von seinen Anteilen an der europäischen Hotel-Eigentümergesellschaft Essendi. Die 30,56-prozentige Beteiligung soll für bis zu 975 Millionen Euro veräußert werden. 
Christian Stachel, Sascha de Clerque (CEO allinvos), Janine Schwanenhorst, Jochen Oehler und Simon Wetzel
Krisenfest
Krisenfest

Iran-Krieg: „Hotels müssen Kosten und Ausstattung optimieren“

Aufgrund des Iran-Kriegs droht der Hotellerie eine erneute Energiepreisexplosion. Branchenexperten sehen in optimierten Einkaufsprozessen, Digitalisierung und gezielten Investitionen entscheidende Hebel, um wettbewerbsfähig zu bleiben.