Übernachtungsabgabe

Wien will von Airbnb die Daten der Unterkunftgeber

Airbnb
Airbnb will mit seiner App „Trips“ den Reisemarkt weiter aufmischen. (© APA (AFP)/ John MacDougall)
Im Kampf um die Eintreibung der Ortstaxen verlangt die Stadt Wien von der Zimmervermittlungsplattform Airbnb, personenbezogene Daten der Unterkunftsgeber herauszurücken. Dass man Steuern bezahlt, sei keine Frage, die ein privates Unternehmen entscheidet, sondern eine Pflicht.
Dienstag, 29.11.2016, 12:31 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein

Andere Plattformen hätten der Stadt bereits Daten über Unterkunftsgeber übermittelt. Natürlich gehe es da um personenbezogene Daten, denn wie sonst solle die Stadt feststellen, wer die Übernachtungsabgabe entrichtet hat, so Klemens Himpele, Leiter der MA 23. Auch für Kontrollen brauche die Stadt die Namen und Adressen der Unterkunftsgeber. Airbnb hatte diesbezüglich Datenschutzbedenken geäußert.

Derzeit scheinen nur wenige Wiener, die ihre Wohnung oder einzelne Zimmer über Airbnb an Reisende vermieten, Ortstaxe zu entrichten. „Das Delta zwischen denen, die ein Ortstaxekonto haben und denen, die bei Airbnb vermieten, ist ziemlich groß“, weiß Himpele. Vermutlich zahle nur „eine Minderheit“.

Die Stadt Wien habe bereits vor zwei Jahren eine Informationskampagne zum Homesharing gestartet. Privaten Unterkunftsgebern seien im Internet alle nötigen Informationen zur Verfügung gestellt worden. Parallel dazu habe man sich zu einer Gesetzesänderung entschlossen. Das neue Wiener Tourismusförderungsgesetz ging bereits im September durch den Landtag, es ist aber noch nicht in Kraft. Himpele rechnet damit, dass es Anfang 2017 veröffentlicht wird.

Das Gesetz sieht Vereinbarungen zwischen der Stadt und den Vermittlungsplattformen zur Datenübermittlung vor. Da die rechtliche Grundlage aber formell noch nicht da ist, kann noch nicht über Konkretes gesprochen werden. Wobei Himpele betont, dass es Sache der Verhandlungen sei, ob überhaupt eine Lösung gefunden wird und wie diese aussehen könnte.

Die Stadt Wien sei aber jedenfalls gesprächsbereit und habe auch schon seit längerem Kontakt mit Airbnb. Das letzte Mal habe man sich im zweiten Halbjahr 2016 mit Vertretern des US-Konzerns zusammengesetzt. Auf Airbnb werden in Wien derzeit rund 7.700 Unterkünfte verschiedener Art angeboten.

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

hand hält Glühbirne vor grünem Hintergrund. Glühbirne enthält Co2, außenherum Kacheln mit Klimaschutz-Symbolen
Unterstützung
Unterstützung

Neues Klimawissen für Gastgeber

Brandenburg stellt Tourismusbetrieben ab sofort ein neues Wissenspapier sowie acht Leitfäden zur Klimaanpassung zur Verfügung. Ergänzend startet Ende Januar eine digitale Lernreihe, die Inhalte praxisnah vertieft.
Gruppe von Touristen macht ein Selfie in Frankfurt
Bilanz
Bilanz

Deutschland steuert 2025 auf neues Rekordjahr zu

Mit 465,5 Millionen gezählten Übernachtungen bis einschließlich November bleibt der Markt auf Wachstumskurs. Auch im Spätherbst kamen mehr Gäste als ein Jahr zuvor.
Gruppe von Urlaubern mit Koffern in einem Gebäude auf dem Weg zur Reise
DRV
DRV

Reisewirtschaft blickt optimistisch auf das Touristikjahr 2026

Die Reisewirtschaft rechnet in diesem Jahr mit steigenden Urlaubsausgaben auf 86 Milliarden Euro, bei nahezu stabiler Nachfrage. Kreuzfahrten, Fernreisen und Ziele am östlichen Mittelmeer legen laut DRV besonders zu.
Panorama von Köln bei Sonnenuntergang mit Kölner Dom, Hohenzollernbrücke und Rhein im Vordergrund.
Bilanz
Bilanz

NRW-Tourismus auf Rekordkurs

Trotz fehlender Großereignisse ziehen die Reisezahlen in Nordrhein-Westfalen weiter an. Für die ersten zehn Monate melden die Statistiker Bestwerte – der Branchenverband rechnet mit einem Spitzenjahr.
Kletterfelsen Wehlnadel, hinten Basteibrücke und Lilienstein, Nationalpark Sächsische Schweiz, Deutschland
Sachsen
Sachsen

Sächsische Schweiz meldet starkes Tourismusjahr 2025

Neuer Mountainbike-Park, mehr ausländische Gäste und ein Kulturfestival im Winter: Die Region setzt 2026 auf frische Ideen für Urlauber.
Mann fährt mit einem geländegängigen, solarbetriebenen Strandrollstuhl über den Strand auf Juist; im Hintergrund Nordsee und Spaziergänger.
Inklusion
Inklusion

Juist: Tourist-Informationen erhalten „Reisen für Alle“-Zertifikat

Die Anlaufstellen im Rathaus und am Hafen sind für ihr Engagement im barrierearmen Tourismus ausgezeichnet worden. Das Zertifikat „Reisen für Alle“ soll Gästen mehr Transparenz bei der Reiseplanung bieten.
Altstadt von Plau am See in Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland – kleine Boote am Fluss Elde
Infrastruktur
Infrastruktur

Tourismus stärken: Land fördert Projekte in der Mecklenburgischen Seenplatte

Mehrere Vorhaben im Landkreis erhalten Unterstützung durch Mecklenburg-Vorpommern. Im Fokus stehen Müritzeum, Radwegeausbau und ein Brückenneubau.
Wanderer steht auf einem Felsen am Pferdskopf an der Wasserkuppe in der Rhön und blickt über eine weite Landschaft aus Feldern und Wäldern.
Fahrplan
Fahrplan

Thüringen-Tourismus setzt 2026 auf Parks und Theater

Der Freistaat startet bundesweite Werbekampagnen mit 400.000 € Budget.Im Fokus stehen die Landesgartenschau Leinefelde-Worbis und der 200. Geburtstag von Herzog Georg II. 
Blick auf Kappeln an der Schlei
Inkusion
Inkusion

Schleswig-Holstein stärkt barrierefreien Tourismus

Mit einer neuen Masterlizenz setzt das Bundesland auf mehr Transparenz bei Angeboten für Menschen mit Einschränkungen. Das System „Reisen für Alle“ soll Gästen die Planung erleichtern und Betriebe zur Teilnahme motivieren.