Tarifvertrag

Südwest-Gastgewerbe: Neuer Entgelt-Tarif bis 2028

Zwei Servicekräfte im Restaurant geben sich ein High Five, eine Person hält ein Tablet in der Hand.
Tarifabschluss im Gastgewerbe Baden-Württemberg: Die Löhne steigen in drei Stufen, auch Auszubildende profitieren. (Foto: © peopleimages.com/stock.adobe.com)
Nach harten Verhandlungen haben sich Dehoga Baden-Württemberg und die NGG auf einen neuen Abschluss für das Südwest-Gastgewerbe verständigt. Die Löhne und Gehälter steigen in drei Stufen, mit Sonderregelungen für untere Tarifgruppen.
Mittwoch, 14.01.2026, 09:11 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

Nach harten Verhandlungen haben sich der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Baden-Württemberg und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am 12. Januar 2026 auf einen neuen Entgelt-Tarifvertrag für das baden-württembergische Gastgewerbe geeinigt. Der Vertrag läuft bis zum 31. März 2028 und sieht Entgeltanhebungen in mehreren Schritten vor.

Lohnerhöhungen in drei Stufen 

Die vereinbarte Erhöhung erfolgt gestaffelt:

  1. In der ersten Stufe steigen die Löhne und Gehälter ab April 2026 um 3,5 %.
  2. Eine weitere Anhebung um 3,5 % ist ab Januar 2027 vorgesehen.
  3. In einer dritten Stufe werden die Entgelte ab September 2027 nochmals um 2 % erhöht.

Diese prozentualen Anpassungen gelten auch für die Vergütung der Auszubildenden.

Dehoga: Signal für die Branche, aber Belastungsgrenze erreicht

Dehoga-Landesvorsitzender Dr. Hans-Ulrich Kauderer, der die Verhandlungen für die Arbeitgeberseite führte, kommentiert: „Dass wir trotz weit auseinanderliegender Positionen zu einer Einigung gekommen sind, zeigt, dass die Tarifpartnerschaft im baden-württembergischen Gastgewerbe funktioniert. Das ist ein gutes Signal für die Branche im Land.“

Mit den getroffenen Vereinbarungen sei man an die Grenze dessen gegangen, was für die Betriebe in der aktuell schwierigen Wirtschaftslage leistbar sei. Gleichzeitig habe man unrealistische Forderungen der Gewerkschaft, etwa eine Anhebung der Azubi-Gehälter um 200 Euro, erfolgreich abgewehrt.

(Dehoga Baden-Württemberg/dpa/SAHO)

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