Tourismus

IHK-Chef fordert mehr Kooperationen mit Polen

Torsten Haasch
Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg: „Wir wissen schlicht und einfach noch zu wenig voneinander.“ (Foto: © IHK Neubrandenburg)
Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg, will die Zusammenarbeit mit Polen vertiefen. Gleichzeitig regt er eine Änderung am Fachkräfte-Einwanderungsgesetz an. 
Freitag, 24.09.2021, 09:55 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz

Die Tourismusbranche in der deutsch-polnischen Grenzregion muss sich nach Ansicht der IHK Neubrandenburg stärker gemeinsam vermarkten. Das betrifft vor allem den Osten Mecklenburg-Vorpommerns und die Woiwodschaft Westpommern mit der Großstadt Stettin (Szczecin), wie IHK-Hauptgeschäftsführer Torsten Haasch sagte. „Wir wissen schlicht und einfach noch zu wenig voneinander“, sagte Haasch nach einem Treffen von Touristikern beider Seiten. Dabei seien Hotels, Pensionen und Gaststätten an der polnischen Ostseeküste ähnlich gefragt wie die Tourismusanbieter auf deutscher Seite und hätten auch ähnliche Probleme, wie beispielsweise fehlende Arbeitskräfte.

Die Übernachtungszahlen im Vergleich

Eine Metropolregion Stettin, wie sie seit Jahren im Gespräch ist, könne international viel stärker wahrgenommen werden, als einzelne kleinere Regionen. Hier stehe man „noch ganz am Anfang“. In der Nachbarwoiwodschaft, die so groß wie ganz Mecklenburg-Vorpommern ist und auch 1,6 Millionen Einwohner hat, gab es vor der Corona-Krise etwa 16 Millionen Übernachtungen, 2020 waren es zehn Millionen. Dabei kommt ein Fünftel der Gäste aus Deutschland.

„Wir wären in MV froh über so viele ausländischen Gäste“, erklärte der IHK-Chef. In Mecklenburg-Vorpommern waren die Übernachtungen 2020 auf 27,8 Millionen, also um 20 bis 30 Prozent gegenüber den Vorjahren, gesunken. In Polen, wo viele Hotels und Straßen gebaut werden, habe man die gleichen demografischen Probleme wie in MV.

Änderungen am Fachkräfte-Einwanderungsgesetz

„Unsere Gastronomen und Beherbergungsbetriebe haben in der Corona-Zeit zehn Prozent der Beschäftigten verloren, die sich sicherere Jobs gesucht haben“, sagte Haasch. Auch polnische Arbeitskräfte seien zurückgegangen in die Heimat. In Polen werde der hohe Zusatzbedarf im Tourismus durch Ukrainer abgedeckt. Hier bräuchte man Änderungen am Fachkräfte-Einwanderungsgesetz in Deutschland, forderte Haasch. Die Kammer vertritt die Interessen von 25 000 Firmen in den Kreisen Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte. In MV arbeiten rund 150 000 Beschäftigte im Tourismus.

(dpa/NZ)

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