Kritik an 2G-plus-Regel

„Wir sind kein Pandemietreiber“

Seit 1. Dezember gilt für gastronomische Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern die 2G-plus-Regel. Zu unrecht, findet Lars Schwarz, Präsident des Dehoga MV, und fordert bessere Wirtschaftshilfen für die Branche.

Donnerstag, 02.12.2021, 12:18 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz
Gastronom mit Schutzmaske hebt warnend den Zeigefinger

Im Sommer hat das Gastgewerbe gezeigt, dass es kein Pandemietreiber ist. (Foto: © dusanpetkovic1 – stock.adobe.com)

Der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands in Mecklenburg-Vorpommern , Lars Schwarz , hat die seit 1. Dezember geltende 2G-Plus-Regelung in der Gastronomie scharf kritisiert. Die Situation sei hochdramatisch. „Wir sind wirklich verzweifelt“, sagte Schwarz im phoenix-Interview. „Wir haben tatsächlich jeden Tag mit Stornierungen zu tun und hochverzweifelten Kollegen.“ Die verschärften Corona-Regeln führten dazu, dass die Restaurants verwaist seien. „Wir haben kaum noch Gäste, Weihnachtsfeiern sind abgesagt. Jeden Tag wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben, jeden Tag gibt es neue Verschärfungen, die wir innerhalb von wenigen Tagen umsetzen müssen“, beklagte der Dehoga MV-Chef. Dabei sei seine Branche nicht der Verursacher der aktuellen Lage. „Wir sind keine Pandemietreiber. Wir haben in den Sommermonaten immer wieder bewiesen, dass wir Hygieneprofis sind, dass wir sicheren Urlaub mit Millionen von Urlaubern gut umsetzen können, ohne dass es ein Infektionsgeschehen gab.“

Forderung: Wirtschaftshilfen aufstocken

Schwarz forderte von der Politik finanzielle Unterstützung. Er erwarte „eine deutliche Aufstockung und Wiederaktivierung von Wirtschaftshilfen, sonst werden die allermeisten Kollegen, ohnehin in der umsatzschwachen zweiten Jahreshälfte, das nicht schaffen.“ Die Lage der Mitarbeiter bezeichnete er als desaströs: „Die werden jetzt wieder in Kurzarbeit gehen. Und dann die deutliche Verschlechterung beim Kurzarbeitergeld noch ab Januar, das macht uns ehrlich gesagt fassungslos.“ Es brauche daher klare Aussagen von der Politik, wie es weitergehen solle, „ein Vertagen, ein Verschieben, ein Lavieren, ein Stochern im Nebel, das bringt uns nicht weiter“, so Schwarz.

(Phoenix/NZ)

 

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