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„Auf den Tisch“ – eine neue Initiative für regionale Esskultur

Teller mit Essen in einem Restaurant
„Auf den Tisch“ ist eine Initiative für regionale Esskultur, die Erzeuger, Gastronomen und Verbraucher miteinander verbinden soll. Ziel ist es, neue Strukturen für zukunftsfähige, regionale Ernährung aufzubauen – praxisnah, kooperativ und übertragbar auf andere Regionen. (Foto: © Adi/stock.adobe.com)
Vom Feld auf den Teller: Vom 9. bis zum 15. Juni 2025 findet das erste Rügener Food Festival „Auf den Tisch“ statt. Mit exklusiven Dinnerformaten, Hoftouren und Panels zur Zukunft regionaler Ernährung sind Gastronomen, Erzeuger und Gäste eingeladen, Esskultur neu zu erleben.
Montag, 19.05.2025, 12:24 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Regionalität ist in aller Munde – und doch für viele Betriebe schwer umzusetzen. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit liegen häufig strukturelle Hürden: fehlende Logistik, instabile Lieferketten, mangelnde Sichtbarkeit kleiner Erzeuger. 

Die Initiative „Auf den Tisch“ will genau hier ansetzen. Nicht mit Forderungen oder Idealismus, sondern mit praktischen Formaten, strategischer Kompetenz und einer klaren Vision: zukunftsfähige, regionale Ernährungssysteme aufzeigen, die funktionieren – wirtschaftlich, ökologisch, sozial.

Was im Juni 2025 als Festival auf Rügen beginnen soll, ist nur der sichtbarste Teil einer langfristig angelegten Initiative. Hinter „Auf den Tisch“ steht ein interdisziplinäres Team mit Kompetenzen in Gastronomie, Projektmanagement, Regionalentwicklung und Landwirtschaft, das mit Produzenten und Betrieben aus der Region neue Wege in der Zusammenarbeit geht.

„Essen ist mehr als nur Genuss. Es ist Kultur, Verantwortung und eine Verbindung zur Region“, sagt Maria Decker, Mitgründerin des Restaurants Onda, das bereits heute über 85 Prozent seiner Zutaten von Erzeugern der Region bezieht.

Ziel: Regionale Wertschöpfung und tragfähige Kooperationen

Im Zentrum der Initiative steht nicht ein einmaliges Event, sondern der Wunsch auch langfristig regionale Erzeuger zu stärken: Wie kann regionale Gastronomie heute gelingen – auch unter wirtschaftlichem Druck, saisonalen Schwankungen und fehlenden Infrastrukturen? Wie gelingt die Koordination zwischen Hof, Küche und Gast? Wie lässt sich Regionalität so organisieren, dass sie nicht zum organisatorischen Kraftakt wird, sondern zur verlässlichen Basis?

Diese Fragen will „Auf den Tisch“ auf mehreren Ebenen bearbeiten: Mit Praxisformate, mit gemeinsamen Dinnern direkt bei den Erzeugern und Hoftouren sowie mit Wissenstransfer durch Panels, Workshops und öffentliches Sichtbarmachen von Prozessen und Herausforderungen. Langfristig, etwa durch den Aufbau eines Vereins, wollen die Initiatoren so Erzeuger, Gastronomen und Gäste zusammenbringen, um die Region zu stärken.

Von der Ausnahme zur Struktur – die Köpfe hinter „Auf den Tisch“

Die Initiative „Auf den Tisch“ lebt von einem Team, das unterschiedliche Hintergründe, Perspektiven und Kompetenzen zusammenführt – zwischen Stadt und Land, Strategie und Handwerk, Vision und Praxis.

Maria Decker, Gastronomin und Co-Gründerin des Restaurants Onda, steht für eine regionale Küche mit Anspruch und Ästhetik. Als Mitinitiatorin der Bewegung #proudtokellner setzt sie sich seit Jahren für neue Perspektiven in der Gastronomie ein – nah am Alltag, aber mit Blick aufs große Ganze.

Anne Liedtke bringt als Projektentwicklerin ihre Erfahrung aus der Berliner Digital- und Medienwelt mit – und verbindet sie mit ihren Wurzeln auf Rügen. Ihr Fokus liegt auf regionaler Wertschöpfung, digitaler Infrastruktur und dem Aufbau tragfähiger Netzwerke vor Ort.

Udo Tremmel, Soziologe und Mitbegründer des Berliner Ernährungsrats, bringt politische, kulturelle und systemische Perspektiven ein. Er versteht Ernährung als gesellschaftliche Aufgabe – und arbeitet daran, sie konkret gestaltbar zu machen.

Noni Piecha, ausgebildete Konditormeisterin mit Stationen in der Berliner Spitzengastronomie und bekannt aus der Berliner Marktszene. Für sie ist Genuss mehr als Geschmack – nämlich Begegnung, Verantwortung und Kultur.

Gemeinsam denkt das Team Regionalität nicht als Rückzug ins Lokale, sondern als zukunftsfähige Verbindung von Menschen, Wissen und Ressourcen.

Nächste Schritte

Aktuell plant die Initiative die Gründung eines Vereins, der den Aufbau regionaler Ernährungsstrukturen systematisch begleiten soll.

Im Herbst 2025 soll ein weiteres Programm rund um die Erntezeit folgen – mit erweiterten Dinner-Formaten, Panels und Kooperationsprojekten. 

(Auf den Tisch/Onda/SAKL)

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