Millionenumbau

Gasthof Wasner in Bad Birnbach wiedereröffnet

Holzfassade des Wasner Stadls in Bad Birnbach mit Terrasse und blau-weiß gedeckten Tischen.
Der neue Wasner Stadl bietet je nach Bestuhlung Platz für etwa 350 bis 400 Gäste. (Foto: © Gasthof Wasner)
Rund zehn Millionen Euro flossen nach mehrjähriger Betriebspause ins niederbayerische Traditionshaus. Zum Neustart gehören zusätzliche Gastronomiebereiche, erweiterte Veranstaltungskapazitäten und ein Team aus 65 Mitarbeitern.
Freitag, 06.11.2026, 10:41 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

Der Gasthof Wasner in Bad Birnbach hat am 24. September 2026 nach mehrjähriger Pause wieder geöffnet. Rund zehn Millionen Euro investierte die Eigentümerfamilie in die Erneuerung und Erweiterung des Hauses. Auf insgesamt rund 4.400 Quadratmetern verbindet der Betrieb niederbayerische Wirtshausküche und Metzgerhandwerk mit zusätzlichen Gastronomie- und Veranstaltungsangeboten.

Das bereits 1577 als Tafernwirtschaft erwähnte Haus ist seit 1904 eng mit der Familie Wasner verbunden. Mit Beginn der Corona-Pandemie wurde der Betrieb geschlossen und zunächst nicht wieder aufgenommen. Eigentümer Hannes Weber, Inhaber der Metzgerei Wasner, plante die umfassende Erneuerung bereits länger. Nachdem 2024 die Voraussetzungen geschaffen waren, begannen 2025 die Bauarbeiten.

Rund 1.200 Sitzplätze nach Neu- und Umbau

Im Zuge des Projekts entstanden rund 3.200 Quadratmeter Neubau, weitere 1.200 Quadratmeter Altbestand wurden restauriert. Historische Stuben, Stammtisch und Festsaal blieben erhalten und wurden ins neue Konzept integriert.

„Es ist uns wahnsinnig wichtig, dass wir das Traditionelle bewahren, aber trotzdem modern weiterentwickeln“, sagt Eigentümer Hannes Weber. Zum Angebot gehören unter anderem Wasner Grill & Bar, der neue Wasner Stadl, die „World of Wasner“ mit Shop und Vinothek, die Wasnerei, eine Zuckerbäckerei sowie die Weinbar „Schinder Hannes“ mit Zigarrenlounge. Hinzu kommen Hochzeitshof, Hofgarten und weitere Terrassen. Bei gleichzeitiger Nutzung sämtlicher Innen- und Außenbereiche bietet der Gasthof rund 1.200 Sitzplätze.

Rund 80 % der Aufträge für das Gesamtprojekt gingen an regionale Unternehmen, viele davon im Umkreis von etwa 30 Kilometern. Die Investitionen umfassten Neu- und Umbau, Gastronomietechnik, Ausstattung und Außenanlagen.

Wirtshausküche und Einblicke ins Metzgerhandwerk

Kulinarisch bleibt die niederbayerische Wirtshausküche die Grundlage. Auf der Karte stehen unter anderem Wasner Ente, Rottaler Bauernbratl, Tafelspitz, Brotzeiten und Spezialitäten aus der eigenen Metzgerei. Grillgerichte, Steaks und Bowls ergänzen das Angebot. Im Wasner Grill werden Fleischstücke auf offenem Feuer zubereitet, die Zuckerbäckerei bietet unter anderem Kaiserschmarrn, Rupfhaub’n und Schmalzgebackenes.

In der neuen Wasnerei werden Weißwürste und Leberkäse direkt vor Ort hergestellt. Gäste können Einblicke in die Produktion erhalten. Künftig sollen Reisegruppen dort ein „Weißwurst-Diplom“ absolvieren können. Eine erste Zusammenarbeit mit einem Reisebusunternehmen ist laut Pressemitteilung in Vorbereitung.

65 Mitarbeiter und zehn Lehrlinge zum Start

Zum Neustart beschäftigt der Gasthof 65 Mitarbeiter, darunter zehn Lehrlinge. Rund 30 Mitarbeiter arbeiten im Service, eine ähnlich große Zahl in der Küche und den dazugehörigen Bereichen.

Hannes Weber legt besonderen Wert auf die Ausbildung: „Es hilft nicht, wenn man auf der einen Seite sagt, es gibt keine Leute, und auf der anderen Seite nicht ausbildet.“ Die Ausbildung gehört nach Angaben des Unternehmens sowohl im Gasthof als auch in den anderen Betrieben der Familie seit Jahren zur Unternehmensphilosophie.

Zusätzliche Kapazitäten für Hochzeiten und Firmenveranstaltungen

Für Veranstaltungen stehen Räume vom kleinen Stüberl bis zum historischen Festsaal und dem neuen Wasner Stadl bereit. Der historische Saal bietet rund 200 Sitzplätze, der Stadl je nach Bestuhlung etwa 350 bis 400. Mehrere Veranstaltungen können parallel stattfinden, da die Bereiche weitgehend über eigene Zugänge zu Terrassen, Balkonen oder Außenflächen verfügen.

Ein eigenes Betreuungsteam begleitet die Organisation. Dazu gehören Betriebsleiter Stefan Sauner, Eva Maria Eckmüller als seine Stellvertretung und Melanie Flieger, die insbesondere die Abstimmung mit Brautpaaren übernimmt.

„Die Gäste feiern – der Wasner kümmert sich um den Rest“, beschreibt Weber das Konzept. Erste Hochzeiten und Firmenveranstaltungen waren bereits vor der Eröffnung fest vereinbart.

Zur Wiedereröffnung fand vom 24. bis 27. September ein Hoffest statt. Vorausgegangen war am 21. September eine Einweihung im geschlossenen Rahmen. Zum künftigen Betrieb sagt Weber: „Wir sperren auf für die nächsten 100 Jahre, sieben Tage die Woche, 364 Tage im Jahr – nur an Weihnachten ist geschlossen.“

(Gasthof Wasner/ Picker PR/ SAHO)

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