Auszeichnung

Hamburger Azubi gewinnt deutschen Genuss-Kultur-Preis

Porträt von Ed Ladino mit seinem Preis
Ed Ladino ist der Preisträger des Genuss-Kultur-Preises. (Foto: © Josef Laufer Stiftung)
Auf einer Bootstour mit dem Titel „Genuss auf dem Fluss“ erhielt der in Kolumbien geborene Ed Ladino Samboni den Genuss-Kultur-Preis der Josef Laufer Stiftung.
Freitag, 17.10.2025, 11:39 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

Die mit 500 Euro dotierte Ehrung bekam der im Carls an der Hamburger Elbphilharmonie angestellte Auszubildende für seine kulinarische Geschichte der Kartoffel auf ihrem Weg von seiner Heimat in Südamerika nach Europa.

Die theoretische Aufgabenstellung „Stell dir vor, du hast ein eigenes Restaurant. Wie machst du deine Gäste glücklich?“ hatte er damit in den Augen der Jury mit Bravour gelöst. Den praktischen Beweis trat er nun auf dem Schiff „RheinStar“ der Rüdesheimer Rössler-Linie in Assmannshausen an. 

Menü

60 Gäste applaudierten Ed Ladino für seine Ausführungen und sein Drei-Gang-Menü mit Ajiaco Santafereño, einer Kartoffel-Hühnchen-Suppe mit Guascaskraut, Frühlingslauch, Reis, Avocado und garniert mit Kochbananen Chips als Vorspeise. Das Hauptgericht war eine Causa Limeña, ein Kartoffelauflauf mit roter Bete und Räucherforelle, dazu Mais-Krokant, Aji-Amarillo-Sauce und gebratenem Lachsforellenfilet. Zum Abschluss erwartete die Schiffsbesucher Dulce de Boniato, ein kaltes Süßkartoffel-Flan mit Karamellsauce, Zwetschgen und Walnuss Crumble.

Als Küchenpersonal durfte der Preisträger als „Chef des Abends“ den Wirt des Weinhauses „Zum Krug“, Josef Laufer, und den ehemaligen Sterne-Koch im Grauen Haus, Egbert Engelhardt, neben Auszubildenden der Reederei und des Hattenheimer Weinhotels delegieren. 

Über die Veranstaltung

Zum Essen hatte die Vereinigung Zeilensprung e. V. rund um die anwesenden Weinmacher Theresa Breuer, Mariett Schmoranz, Pascal Sohns, Sebastian Hanka und Marcel Dillmann unterstützende Weine beigesteuert und nebenan auch eine Verkostungstheke eingerichtet.

Schiffseignerin Bianka Rössler hatte sich ebenso die Genuss-Veranstaltung nicht entgehen lassen und begrüßte die Gäste auf dem Rhein, den sie aufgrund seiner eigene, langen Geschichte und Verkehrsader nicht nur im Rheingau als passenden Ort für eine solche Veranstaltung bezeichnete. 

Wir freuen uns sehr, ein herausragendes Talent entdeckt zu haben.

Josef Laufer

„Mit seiner Geschichte der Kartoffel auf ihrem Weg in der Kolonialzeit von Kolumbien über Spanien bis ganz Europa hat er uns nicht nur die Vielfältigkeit der oftmals als Beilage unterschätzten Knolle gezeigt, sondern auch neue Erkenntnisse in die Geschichte seiner und unserer Heimat beigebracht“, strahlte Stiftungsgründer Josef Laufer in seiner Ansprache.

Laudator HP Mayer ergänzte, dass „Genuss schließlich nie ausschließlich Essen und Getränke beinhaltete, sondern immer ein Gesamterlebnis aller Bestandteile auf dem Teller und drumherum von Atmosphäre bis zum Wetter, Licht und Musik. Alle Sinne müssen genießen können, um wahrhafte Freude dabei zu empfinden“. Dies sei Ed Ladino vortrefflich gelungen. 

Lebensweg des Preisträgers

Der Stiftungsrat würdigte in seiner Laudatio nicht nur diese Leistung, sondern berichtete auch von dem erstaunlichen Lebensweg des 34-Jährigen. In den Anden unweit von Bogota war er aufgewachsen, kochte bereits seit seiner Kindheit gerne und zeigte auch großes Interesse an Kunst und Kultur.

Fotografie wurde seine erste Leidenschaft, die er mit einem Journalismus-Studium intensivierte. Als Kultur-Journalist war in Kolumbien unterwegs und gründete parallel mit Freunden und seiner Mutter ein kleines Bistro, in dem schnelle, aber dennoch ausschließlich frisch zubereite Gerichte und eigene Fruchtsäfte auf den Tisch kamen.

Seine Heimat wurde für den aufstrebenden und schon erfolgreichen Unternehmer jedoch unsicher, den einzigen Ausweg sah er in der Flucht. Die trieb ihn nach Europa und schließlich nach Hamburg, wo er nach kurzen Aushilfsjobs in der Gastronomie bei Sterne-Koch Thomas Martin anheuerte und im Restaurant Carls eine Lehre begann. Seine bereits in der Heimat erlernten Deutsch-Kenntnisse halfen und aufgrund seiner Erfahrungen wurde seine Ausbildung auf zwei Jahre beschränkt. Diese endet nun Anfang 2026.

Mit dem Preisgeld will Samboni sich professionelle Messer kaufen, die ihn auf seinem weiteren Weg begleiten sollen. Diesen plant er weiterhin in der höheren Gastronomie, um sich weiterzuentwickeln und vielleicht eines Tages im eigenen Spitzenrestaurant seine Gäste glücklich zu machen. 

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(Josef Laufer Stiftung/SAHO)

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