Handelsgastronomie erreicht neues Rekordniveau
Die Handelsgastronomie in Deutschland hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des EHI Retail Institute stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 7,1 % auf 13,29 Milliarden €. Für Gastronomen und Hoteliers sind insbesondere die Gründe für den Aufschwung relevant: Das EHI nennt Preisvorteile gegenüber dem übrigen Außer-Haus-Markt, verlagerte Konsumanlässe und den Ausbau schnell verfügbarer Angebote.
Wachstum übertrifft die Prognose
Im Jahr 2024 hatte die Branche noch einen Umsatz von 12,41 Milliarden € erzielt. Für 2025 waren die befragten Händler von einem Wachstum um 4,1 % ausgegangen. Tatsächlich fiel die Steigerung drei Prozentpunkte höher aus.
Auch für das laufende Jahr rechnen die befragten Gastronomieverantwortlichen mit einem weiteren Plus. Sie erwarten für 2026 eine durchschnittliche Umsatzsteigerung um 4,3 % auf rund 13,86 Milliarden €.
„Die Handelsgastronomie begegnet dem anhaltend schwierigen Konsumklima mit attraktiven Preis-Leistungs-Angeboten“, erklärt Paulina Ullrich, Leiterin des Forschungsbereichs Handelsgastronomie beim EHI. Nach Einschätzung des Instituts profitiert das Segment zudem von deutlichen Preisvorteilen gegenüber dem übrigen Außer-Haus-Markt und spricht insbesondere ein ausgabefreudiges älteres Publikum an.
Vom Zusatzangebot zum relevanten Geschäftsfeld
Nach Einschätzung des EHI hat sich die Handelsgastronomie in den vergangenen Jahren von einem ergänzenden Serviceangebot zu einem strategisch relevanten Geschäftsfeld des Einzelhandels entwickelt. Zum Wachstum tragen demnach verlagerte Konsumanlässe, die Professionalisierung der Branche sowie ausgeweitete To-go- und Snackangebote bei.
Hinzu kommt der sogenannte Trading-down-Effekt: Verbraucher entscheiden sich bewusst für preisgünstigere Angebote. Damit verschieben sich Konsumanlässe innerhalb des Außer-Haus-Marktes zunehmend in Richtung Handelsgastronomie.
Was zählt zur Handelsgastronomie?
Das EHI versteht darunter gastronomische Leistungen sowie Getränke und verzehrfertig zubereitete Speisen, die kontinuierlich angeboten werden und in einem direkten oder konzeptionellen Zusammenhang mit Handelsaktivitäten stehen. Dazu zählen unter anderem Bäckereien, Cafés, Imbisse, heiße Theken, Foodcourts, Restaurants, Delis sowie Take-away- und Lieferserviceangebote.
Lebensmitteleinzelhandel dominiert den Markt
Den größten Anteil am Umsatz hat der Lebensmitteleinzelhandel mit 62,7 %. Dahinter folgen Shopping-Center mit 18,6 % und Tankstellen mit 9,5 %. Der Möbelhandel kommt auf 3,8 %, Baumärkte und Gartencenter erreichen 3,5 %.
Auch bei der Zahl der Standorte liegt der Lebensmitteleinzelhandel deutlich vorn: Von mehr als 29.000 handelsgastronomischen Standorten entfallen über drei Viertel auf diese Branche.
To-go und Snacks gelten als wichtigste Wachstumstreiber
Für die kommenden drei Jahre sehen die befragten Händler besonders dort Potenzial, wo Gäste schnell, unkompliziert und flexibel versorgt werden. 63 % nennen das To-go- und Snackgeschäft als Wachstumstreiber.
Der „Snack zwischendurch“, zu dem Convenience- und Ready-to-Eat-Produkte zählen, hat bereits einen Umsatzanteil von 17,5 %. Take-away und das Mittagessen folgen mit jeweils 51,9 %.
Weitere Impulse erwarten die Teilnehmer von Werbemaßnahmen und Social Media mit 44,4 %. Aktionen, neue Food-Innovationen und das Frühstück werden von jeweils 37 % als mögliche Wachstumstreiber genannt.
Datenbasis der Untersuchung
Für die Studie „Handelsgastronomie in Deutschland 2026“ führte das EHI vom 30. März bis zum 30. Juni 2026 eine Online-Befragung durch. Daran beteiligten sich 29 Entscheider und Gastronomieverantwortliche aus Handelsunternehmen und von Shopping-Center-Betreibern. Sie repräsentieren insgesamt 6.084 Filialen und Standorte.
Die beteiligten Unternehmen erwirtschafteten 2025 einen Bruttoumsatz von rund 58,6 Milliarden €. Da die Teilnehmerstruktur deutlich von großen Filialunternehmen geprägt ist, erhebt die Stichprobe laut Studie keinen Anspruch auf Repräsentativität.
(EHI/ SAHO)