Betriebsschließung

Insolvenz nach Zufahrtsproblemen: Höhenhotel Rote Lache stellt Betrieb ein

Dr. Dirk Pehl von der Kanzlei Schultze & Braun
Dr. Dirk Pehl von der Kanzlei Schultze & Braun ist der vorläufige Insolvenzverwalter der Betreibergesellschaft Mali’s Hotellerie GmbH. (Foto: © Schultze & Braun)
Das Forbacher Höhenhotel Rote Lache hat einen Insolvenzantrag gestellt und muss den Betrieb einstellen: Die wirtschaftliche Lage der Betreibergesellschaft lässt eine Fortführung nicht mehr zu. Der Grund für die Insolvenz sind hohe Umsatzrückgänge, die wohl durch Zufahrtsprobleme verursacht wurden. 
Freitag, 11.07.2025, 12:49 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Der Hotel- und Restaurantbetrieb des Forbacher Höhenhotels Rote Lache wird mit der Abreise des letzten Gastes am Montag, 14. Juli 2025, ruhen. Das teilt der vorläufige Insolvenzverwalter der Betreibergesellschaft Mali’s Hotellerie GmbH, Rechtsanwalt Dr. Dirk Pehl von der Kanzlei Schultze & Braun mit.

„Ein laufender Geschäftsbetrieb kann sowohl im Restaurant als auch im Hotel angesichts der wirtschaftlichen Lage der Betreibergesellschaft aktuell nicht länger finanziert werden“, erklärt Dr. Pehl.

Vollsperrung und Einbahnstraßenregelung der Zufahrtsstraße führten zum Insolvenzantrag

Ursache des Insolvenzantrages der Betreibergesellschaft des vor allem bei Wanderern, Fahrrad- und Motorradfahrern beliebten Ausflugsziels ist ein deutlicher Umsatzrückgang. „Zunächst war unsere einzige Zufahrtsstraße, die L 76, voll gesperrt. Direkt nach der Sperrung wurde sie zu einer Einbahnstraße. Das hat vielen Gästen die Anreise unmöglich gemacht oder deutlich erschwert. Das haben wir mit sinkenden Gästezahlen und einem Umsatzrückgang um rund 50 Prozent unmittelbar gespürt“, sagt der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, Mustafa Özbagci. 

Zuletzt habe es zudem Krankheitsfälle gegeben, die einen geregelten Hotel- und Restaurantbetrieb weiter erschwert hätten. „Wir waren in einer Phase, in der wir nach der Neueröffnung im Frühjahr 2024 das Hotel erst wieder etablieren mussten. Dafür hatten wir mit einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren geplant. Die zweiwöchige Sperrung im August 2024 und jetzt die Einbahnstraßenregelung, die dazu führt, dass Besucher aus Forbach bei der Abreise eine kilometerlange Umleitung über Gernsbach fahren müssen, kamen daher in einer sehr sensiblen Phase für uns“, sagt Özbagci.

Vorläufiges Insolvenzverfahren bereits eröffnet

Angesichts der Umsatzeinbußen hat die Betreibergesellschaft des Höhenhotels Insolvenzantrag beim Amtsgericht Baden-Baden stellen müssen. Das Gericht eröffnete am 4. Juli 2025 ein vorläufiges Insolvenzverfahren und bestellte Rechtsanwalt Dr. Dirk Pehl von Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Dr. Pehl verschaffte sich in den darauffolgenden Tagen einen Überblick über die wirtschaftliche Lage der Betreibergesellschaft.

„Die Situation lässt einen geordneten Weiterbetrieb durch diese Betreibergesellschaft leider nicht zu. Den 12 Mitarbeitern musste deshalb die Kündigung ausgesprochen werden“, erklärt Dr. Pehl. „Wir werden uns in den kommenden Tagen jedoch sehr eng mit dem Eigentümer der Immobilie abstimmen. Das Ziel ist, schnellstmöglich mit einem neuen Betreiber erneut einen Hotel- und Restaurantbetrieb in der Roten Lache zu etablieren.“

Die Gespräche sollen zügig zu einem erfolgreichen Ende gebracht werden, sodass eine Wiederaufnahme des Betriebes noch in diesem Sommer möglich sein könnte.

(Schultze & Braun/SAKL)

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