Kehlsteinhaus: Berggasthof soll wieder aufgebaut werden
Das Kehlsteinhaus am Obersalzberg bei Berchtesgaden ist in der Nacht zum Samstag fast vollständig niedergebrannt. Das historische Gebäude liegt auf mehr als 1.800 Metern Höhe und wurde seit Jahrzehnten als Berggaststätte genutzt. Der entstandene Schaden wird ersten Schätzungen zufolge auf mehrere Millionen Euro beziffert.
Die Löscharbeiten waren am Sonntag abgeschlossen. Bis zu 200 Einsatzkräfte hatten unter teils schwierigen Wetterbedingungen gegen die Flammen gekämpft. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung; ein 33-jähriger Tatverdächtiger wurde festgenommen und in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung gebracht.
Gastronomie mit besonderer Lage und Geschichte
Das Kehlsteinhaus ist seit 1952 als Berggaststätte öffentlich zugänglich und zählt zu den bekannten Ausflugszielen im Berchtesgadener Land. Neben seiner historischen Bedeutung machte vor allem die Lage hoch über dem Tal den Betrieb zu einem besonderen Ziel für Besucher aus dem In- und Ausland. Bei guter Sicht reicht der Blick über die Alpen.
Wiederaufbau angekündigt
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte bereits am Samstag an, dass das Kehlsteinhaus wieder aufgebaut werden soll. Das Gebäude befindet sich im Eigentum des Freistaates Bayern. Wie der Wiederaufbau umgesetzt werden soll und wann die Berggaststätte wieder öffnen könnte, ist bislang offen.
Das Haus wurde in den 1930er-Jahren als Teil des nationalsozialistischen Komplexes am Obersalzberg errichtet und 1938 fertiggestellt. Heute informiert eine Ausstellung über die Geschichte des Gebäudes und seinen historischen Kontext.
(dpa/KAGI)