Insolvenz

Münchner Traditionsgaststätte schließt nach 150 Jahren

Gaststätte Preysinggarten in München
Die Gaststätte Preysinggarten in München musste den Betrieb jetzt einstellen. (Foto: © picture alliance / SZ Photo | Stephan Rumpf)
Ein schwerer Schlag für die Münchner Gastroszene: Der Preysinggarten in Haidhausen muss schließen – und das nach über 150 Jahren. Der Wirt trauert um sein „Lebenswerk“.
Dienstag, 09.09.2025, 15:19 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Mit seiner über 150-jährigen Geschichte galt der Preysinggarten als älteste Gastwirtschaft Haidhausens. Nun musste das Traditionslokal in der Preysingstraße schließen. 

Die Betreiberfirma Luco GmbH hat Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht München setzte daraufhin den Sanierungsexperten Dr. Matthias Hofmann von der Kanzlei Pohlmann Hofmann als vorläufigen Insolvenzverwalter ein.

„Leider hat sich gezeigt, dass die wirtschaftliche Situation des Unternehmens eine Fortführung des Geschäftsbetriebs nicht gestattet“, teilt Dr. Hofmann mit. „Trotz intensiver Prüfung aller Möglichkeiten mussten wir zu dem Schluss kommen, dass eine Sanierung nicht realisierbar ist.“ Der Betrieb der traditionsreichen Wirtschaft mit 37 Mitarbeitern wird demnach eingestellt. 

Gescheiterte Nachfolgesuche

Der Geschäftsführer Konstantinos Papadakis hatte bereits zum Jahreswechsel 2024/2025 versucht, eine Nachfolgelösung für das Unternehmen zu finden – vergeblich.

Der 67-Jährige bedauert die Entwicklung sehr: „Diese Entscheidung fällt mir unglaublich schwer, da der Preysinggarten nicht nur mein Lebenswerk war, sondern auch ein fester Bestandteil der Haidhauser Gemeinschaft“, erklärt der Wirt.

Gründe für das Aus

Wie viele andere Gastronomiebetriebe hatte auch der Preysinggarten in den vergangenen Jahren mit schwierigen wirtschaftlichen Herausforderungen zu kämpfen. dadurch hatte sich die Situation zuletzt so weit verschlechtert, dass eine Fortsetzung des Betriebs nicht mehr möglich war. 

Hinzu kam, dass der Pachtvertrag für die Räumlichkeiten im Jahr 2026 ausläuft, wodurch mögliche Investoren oder Nachfolger keine Planungssicherheit sahen.

„Es tut mir sehr leid für die langjährigen Mitarbeiter sowie für die Stammgäste des Preysinggartens“, erklärt Hofmann. „Wir stehen im Kontakt mit der Verpächterin und sind zuversichtlich, dass der Preysinggarten in Zukunft unter neuer Führung zurückkehren wird.“

(tz/SAKL)

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