Nelson Müller über den Weg zurück zum Michelin-Stern
Anfang 2025 zog Nelson Müller mit der Schote und seinem kompletten Team von Essen nach Bergisch Gladbach. In der Diepeschrather Mühle musste sich das Restaurant „Schote“ am neuen Standort zunächst erneut beweisen. Mit Erfolg: Im Guide Michelin Deutschland 2026 wurde die Schote mit einem Stern ausgezeichnet.
Im Interview mit HOGAPAGE spricht Nelson Müller, Geschäftsführer des Relais & Châteaux Hotels Diepeschrather Mühle, über den Neustart der Schote, die Zusammenarbeit mit Küchenchef Erik Schmitz und die Zukunft des Restaurants am neuen Standort.
Herr Müller, herzlichen Glückwunsch zum Michelin-Stern! Was war Ihr erster Gedanke, als Sie von der Auszeichnung erfahren haben?
Yesss! Wir haben es gemeinsam geschafft! – Der Stern ist für mich vor allem eine Auszeichnung für mein großartiges Team. Jeder Einzelne hat mit viel Leidenschaft, Hingabe und höchstem Qualitätsanspruch darauf hingearbeitet. Dieser Erfolg gehört uns allen.
Wie schwierig war es, den Michelin-Stern nach dem Umzug von Essen nach Bergisch Gladbach erneut zu holen?
Natürlich war es uns bewusst, dass wir uns in jedem Fall am neuen Standort erneut beweisen müssen. Den Michelin-Stern nimmt man ja nicht einfach nur mit. Man muss ihn jedes Jahr aufs Neue verdienen. Seit unserem Umzug sind wir aber konsequent unseren Weg gegangen, haben die die Qualität der Küche noch einmal erheblich weiterentwickelt und gleichzeitig unser Getränkeangebot auf ein neues Niveau gehoben. Umso mehr freut es mich, dass dieser Einsatz jetzt mit dem Michelin-Stern belohnt wurde.
Ein Standortwechsel bedeutet neue Abläufe, ein anderes Umfeld und neue Erwartungen. Welche Herausforderungen mussten Sie hierbei meistern?
Die Diepeschrather Mühle ist eine komplett neue Welt. Das gesamte Umfeld ist anders: Die Lage im Grünen, die Architektur, das Interior Design, die neue Küche und besonders die Atmosphäre des Hauses. All das prägt auch das neue Restaurant-Erlebnis. Für uns bedeutete der Neustart die gewohnten Abläufe in die Gegebenheiten des Hotels anzupassen und dabei unseren eigenen hohen Qualitätsanspruch konsequent zu folgen. Das war und ist ganz sicher eine spannende Herausforderung.
Die „Schote in der Diepeschrather Mühle ist keine Kopie des Restaurants in Essen, sondern ein komplett eigenständiges Konzept mit einer ganz eigenen Identität.
Haben Sie auch Druck gespürt, am neuen Standort wieder auf Sterneniveau abliefern zu müssen?
Auf diesem hohen Niveau gehört ein gewisser Druck einfach dazu. Wer den Anspruch hat, wie mein Team und ich, jeden Tag Spitzenleistungen zu bieten, spürt diese Verantwortung auch. Ich habe gelernt, diesen Druck nicht als Belastung zusehen, sondern als Antrieb. Entscheidend ist, dass wir als Team geschlossen hinter unseren Aufgaben stehen und immer wieder mit Freude und Leidenschaft Gastgeber sind. Genau das hat uns dorthin geführt, wo wir heute stehen.
Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Küchenchef Erik Schmitz?
Die Zusammenarbeit mit Erik Schmitz ist hervorragend und von gegenseitigem Vertrauen geprägt. Wir begegnen uns auf Augenhöhe und tauschen uns intensiv aus. Erik hat eine eigene Handschrift und kocht anders als ich. Genau das macht unsere Zusammenarbeit so spannend. Gleichzeitig versteht er die Philosophie der Schote.
Mir ist es wichtig, meinem Team Freiräume zu geben, damit sich Kreativität und Persönlichkeit entfalten können. Erik nutzt diese Freiheiten in beeindruckender Weise und entwickelt spannende neue Interpretationen. Sein Gespür für Aromen und sein Saucen-Handwerk sind außergewöhnlich. Darin ist er wirklich perfekt! Das sage ich mit großer Anerkennung und einem Lächeln.
Was bedeutet der Michelin-Stern nun für die Positionierung und die weitere Entwicklung der „Schote“ und der Diepeschrather Mühle?
Der Michelin-Stern ist eine großartige Bestätigung für die Arbeit unseres gesamten Teams und zugleich ein wichtiges Qualitätsversprechen für unsere Gäste. Von der Auszeichnung profitiert nicht nur die Schote, sondern das gesamte Relais & Châteaux Hotel. Der Michelin-Stern stärkt unsere Positionierung im Markt weiter, erhöht unsere Sichtbarkeit und schafft eine hervorragende Grundlage für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Diepeschrather Mühle. Unser Ziel ist es, noch mehr Gäste für dieses besondere Gesamterlebnis zu begeistern.
Haben Sie Tipps für andere Gastronomen, die nach einem Michelin-Stern streben?
Am Anfang steht eine klare Vision, wofür das Restaurant stehen soll und was es einzigartig macht. Genauso wichtig ist es, ein starkes Team zu formieren, das diese Vision mitträgt und mit Leidenschaft umsetzt. An Ende entscheiden aber vor allem Handwerk, Präzision, Konsequenz und die Bereitschaft, sich ständig weiterzuentwickeln.
Und noch etwas: Geht selbst regelmäßig in ausgezeichnete Restaurants essen. Nur wer neugierig bleibt und offen für Impulse ist, kann den eigenen Horizont erweitern.
Welche weiteren Ziele streben Sie für die Zukunft an – sowohl Sie persönlich als auch für Ihr Restaurant?
Mein Anspruch ist es, mich niemals auf dem Erreichten auszuruhen. Gemeinsam wollen Wir als Team jeden Tag aufs neue beweisen, das höchste kulinarische Qualität, herzliche Gastfreundschaft und echter Genuss untrennbar zusammengehören. Gleichzeitig werden wir das Gesamterlebnis „Diepeschrather Mühle“ kontinuierlich weiterentwickeln. Dazu gehört auch, den Wellnessbereich des Hotels weiter auszubauen, damit unsere Gäste einen Ort finden, an dem Kulinarik, Entspannung und Erholung auf höchstem Niveau miteinander verschmelzen. Mein Ziel ist es, die Schote dauerhaft als eine der ersten Adressen für Gourmets zu etablieren – nicht allein wegen der Auszeichnungen, sondern vor allem, weil unsere Gäste begeistert sind, uns weiterempfehlen und immer wieder gern zu uns zurückkehren.
Vielen Dank für das Gespräch, Herr Müller!
(SAKL)