Genuss, Qualität und Verantwortung

Neues RAL Gütezeichen Nachhaltige Gastronomie startet

Speisenvorbereitung Gastronomie
Das neue RAL Gütezeichen Nachhaltige Gastronomie umfasst unter anderem Anforderungen an Einkauf, Produktion, Lebensmittelsicherheit und Ressourcenschonung. (Foto: © auremar/stock.adobe.com)
Ein neues Gütezeichen soll Betrieben Orientierung für eine nachhaltige Betriebsführung geben. Es bündelt Anforderungen zu Gesundheit, Ökologie, Wirtschaftlichkeit und sozialer Verantwortung.
Dienstag, 23.06.2026, 13:22 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Ob Mensa, Betriebsrestaurant oder Catering: Gastronomische Angebote sind längst mehr als reine Verpflegung. Sie prägen den Alltag vieler Menschen und beeinflussen Ernährungsgewohnheiten, Gesundheit, Konsumverhalten und gesellschaftliches Miteinander.

Gleichzeitig wächst der Anspruch an Betriebe, wirtschaftlich erfolgreich und zugleich verantwortungsvoll zu handeln. Orientierung dabei soll künftig eine neues Zeichen bieten: Das RAL Gütezeichen Nachhaltige Gastronomie der Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz soll gastronomischen Betrieben klare Leitlinien liefern und Transparenz für Gäste, Auftraggeber und Öffentlichkeit schaffen.

Es ist das dritte Gütezeichen der Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz und richtet sich an Einrichtungen der Gemeinschaftsgastronomie – wie Kantinen, Kliniken, Pflegeeinrichtungen oder Catering-Unternehmen – sowie an Betriebe der Individual- und Systemgastronomie, die die Anforderungen der Gütesicherung erfüllen. 

Elf Themenfelder

Das RAL Gütezeichen enthält verbindliche Anforderungen für eine verantwortungsvolle Betriebsführung in der Gastronomie. Dabei vereint es Aspekte aus den Bereichen Gesundheit, Ökologie, Ökonomie und Soziales.

Die Vergabekriterien gliedern sich in elf zentrale Themenfelder. Dazu zählen Management, Personal, Lebensmittelsicherheit, Einkauf, Produktion, Abfallmanagement und Ressourcenschonung.

Insgesamt bildet das Gütezeichen alle wesentlichen Bereiche eines modernen Gastronomiebetriebs ab. Die zugrunde liegenden Güte- und Prüfbestimmungen orientieren sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs).

Die Anforderungen werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Das Gütezeichen soll damit als Nachweis dienen, dass Anforderungen an eine nachhaltige Betriebsführung eingehalten werden.

Ganzheitlicher Ansatz

Nach Angaben der Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz steht das Gütezeichen für eine Verpflegungskultur, die Genuss, Qualität und Verantwortung verbindet. Es soll eine nachhaltige und gesundheitsbewusste Ernährung fördern, ressourcenschonende Prozesse etablieren, hohe Hygienestandards sichern, soziale Verantwortung stärken und eine zukunftsfähige Betriebsführung unterstützen.

„Nachhaltigkeit in der Gastronomie heißt heute, ganzheitlich zu denken – nicht nur bei Zutaten oder Verpackung, sondern entlang der gesamten Prozesskette“, sagt Susanne Lange, Geschäftsführerin der Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz. „Mit unserem neuen Gütezeichen geben wir Betrieben ein praxisnahes Instrument an die Hand, um diesen Anspruch umzusetzen – und ihr Engagement zugleich transparent sichtbar zu machen. Nachhaltige Gastronomie ist kein Trend, sondern der neue Standard.“ 

Bezug zur EmpCo-Richtlinie

Auch mit Blick auf die kommende EmpCo-Richtlinie soll das RAL Gütezeichen Nachhaltige Gastronomie Betrieben Vorteile bieten. RAL Gütezeichen basieren nach Angaben der Gütegemeinschaft auf klar definierten und öffentlich zugänglichen Güte- und Prüfbestimmungen, unabhängigen Prüfstrukturen sowie einem geregelten Zulassungs- und Überwachungsverfahren.

Damit erfülle das neue Zeichen zentrale Anforderungen der Richtlinie an Transparenz, Unabhängigkeit, Nachvollziehbarkeit und überprüfbare Standards. Damit sei das Zeichen EmpCo-konform.

(RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung/SAKL)

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