Integration

Rot-Kreuz-Restaurant erhält 12 Gault-Millau Punkte

Das Schweizerische Rote Kreuz versucht anerkannte Flüchtlinge u.a. mit einem Restaurantprojekt zu integrieren. Dieses wurde vom jüngst erschienenen 2020er Gault-Millau sogar ausgezeichnet.

Dienstag, 08.10.2019, 09:43 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein
Küchenchef Sören Wirth und seine Mitarbeiter Thevarajah Sajeeban und Tarigh Mohammed Husseini (v. l.) verleihen Gerichten den letzten Schliff

Küchenchef Sören Wirth und seine Mitarbeiter Thevarajah Sajeeban und Tarigh Mohammed Husseini (v. l.) verleihen Gerichten den letzten Schliff. (© obs/Schweizerisches Rotes Kreuz/Croix-Rouge Suisse/Remo Naegeli)

Das Restaurant Schützenmatt in Altdorf ist mit 12 Punkten erstmals im Gault-Millau Guide Schweiz gelistet. Die Schützenmatt ist somit das erste gastronomische Integrationsprogramm in der Schweiz, das eine Gault-Millau-Auszeichnung erreicht hat. Das Restaurant des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) bietet anerkannten und vorläufig aufgenommenen Flüchtlingen sieben Arbeitsplätze für die berufliche und soziale Integration.

Der 31-jährige Robel Daniel aus Eritrea ist einer davon: Dank dem Integrationsprogramm des SRK konnte er die Ausbildung zum Restaurationsangestellten im Juli 2018 abschließen. Nun arbeitet er in der Schützenmatt. Zu der ehrenhaften Auszeichnung durch Gault-Millau sagt er: „Ich bin stolz, dass wir es als Team geschafft haben. Diese Auszeichnung ist für mich eine zusätzliche berufliche Qualifikation.“

Gastronomie verbunden mit beruflicher Integration

Neben der Schützenmatt betreibt das Schweizerische Rote Kreuz auch das Ausbildungsrestaurant Fomaz, ebenfalls in Altdorf. Dort können anerkannte Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene im Rahmen eines Ausbildungsprogramms erste Erfahrungen in der Gastronomie sammeln. Sie werden von vier Festangestellten in einem speziellen Rahmen und mit viel Betreuung auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Beide Restaurants sind untrennbar miteinander verbunden und werden von Sören Wirth als Betriebsleiter und Küchenchef geführt: „Haben die Programmteilnehmer erste berufliche Erfahrungen im Fomaz gesammelt, können sie diese in der Schützenmatt mit einer befristeten ordentlichen Anstellung vertiefen.“

Durchschnittlich finden rund zwei Drittel der Programmteilnehmer in den beiden Restaurants eine Arbeit oder beginnen eine Ausbildung. 2018 waren dies acht Personen. 2019 konnten bis heute drei Teilnehmer in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden und zwei Personen begannen im August eine Ausbildung als Servicefachkraft.

Das Rezept zum Erfolg

Der 27-jährige Betriebsleiter und Küchenchef Sören Wirth verrät sein Erfolgsrezept: „Jedes Teammitglied bringt spezifische Qualitäten aus seiner Kultur mit, die wir in unsere tägliche Arbeit einfließen lassen. Wenn die Integration bei einem Grundbedürfnis wie dem Essen stattfindet, ist das ein Schlüssel zum Erfolg. Und dies gelingt uns hier in der Schützenmatt.“

 

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