Lieblingsplatz Hotels

Ammersee Hotel setzt auf Partnermodell statt Franchise

Ammersee Hotel
Das Ammersee Hotel setzt auf zukunftsfähiges Partnermodell. (Foto: © Burgmann Drohnenaufnahmen)
Die Privathotellerie steht unter Druck – und sucht neue Wege: Mit dem Ammersee Hotel setzt eine Eigentümerfamilie nun auf das Partnermodell von Lieblingsplatz Hotels statt auf klassische Franchise-Strukturen. Der Schritt zeigt, wie sich Effizienz, Digitalisierung und unternehmerische Freiheit künftig verbinden lassen.
Dienstag, 07.04.2026, 15:56 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Die strukturellen Herausforderungen in der Privathotellerie nehmen weiter zu. Steigende Kosten, Fachkräftemangel und zunehmende operative Komplexität stellen viele privat geführte Häuser vor grundlegende Entscheidungen. Immer häufiger suchen Eigentümer nach flexiblen Systemlösungen jenseits klassischer Franchise-Modelle.

Ein Beispiel dafür liefert nun ein Privathotel in Herrsching am Ammersee: Die Eigentümerfamilie hat das Haus an die Lieblingsplatz Hotels verpachtet und setzt damit bewusst auf ein alternatives Systemmodell.

„Wenn sich eine traditionsreiche Eigentümerfamilie mit starker regionaler Verwurzelung für unser Modell entscheidet, zeigt das: Die Privathotellerie sucht neue Antworten. Keine starren Systeme, sondern partnerschaftliche Strukturen mit unternehmerischer Freiheit“, ordnet Geschäftsführer Niels Battenfeld ein.

Niels Battenfeld
Niels Battenfeld ist Geschäftsführer der Lieblingsplatz Hotels. (Foto: © Fischkopp Films GMBH)

Vertrauensbeweis mit Strahlkraft

Das Ammersee Hotel zählt zu den prägenden Adressen der Region. Mit seiner unverbaubaren Seelage mit eigenem Steg, prominenter Sichtachse über den See sowie ein stark positioniertes gastronomisches Angebot  genießt das Haus seit Jahren eine starke Position im Markt. Über viele Jahre wurde es persönlich von der Eigentümerfamilie geführt.

„Wir haben uns für dieses Modell entschieden, weil es aus unserer Sicht die aktuellen strukturellen Herausforderungen in Hotellerie und Gastronomie adressiert“, heißt es aus der Eigentümerfamilie. „Als Verpächter ist es uns wichtig, einen starken Pächter mit professionellen Systemstrukturen zu haben und zugleich einen lokalen Betreiber, der das Haus mit Persönlichkeit führt.“

Die Entscheidung der nächsten Generation sei bewusst zugunsten eines Modells gefallen, das wirtschaftliche Stabilität, digitale Effizienz und individuelle Handschrift miteinander verbindet.

Partnerschaft statt Franchise

Im Unterschied zu klassischen Franchise-Systemen bleibt der lokale Betreiber operativ eigenständig. Lieblingsplatz agiert als System- und Konzeptgeber und übernimmt zentrale Funktionen wie Vertrieb, Revenue Management, digitale Infrastruktur, Prozessarchitektur und Markenführung. 

„Wir geben Struktur im Hintergrund und lassen im Vordergrund Persönlichkeit zu“, erklärt Battenfeld. „Gerade in Zeiten zunehmender Standardisierung ist diese Balance ein echter Wettbewerbsvorteil.“

Die eigenen Häuser fungieren dabei als operative Labore. Neue Technologien, Automatisierungslösungen und digitale Prozesse werden zunächst im Eigenbetrieb getestet und validiert, bevor sie strukturiert in weitere Standorte übertragen werden. Ziel ist es, Effizienz und Skalierbarkeit zu schaffen, ohne die Identität der einzelnen Häuser zu nivellieren.

Am Standort Ammersee zeigt sich diese Struktur in ihrer konkreten Ausprägung: Lieblingsplatz tritt als Pächter des Hauses auf und hat den operativen Betrieb in die Hände eines lokalen Betreibers gelegt. Die Eigentümerfamilie fungiert als Verpächter. Die Rollen sind klar definiert – professionelle Systemarchitektur im Hintergrund, unternehmerische Verantwortung vor Ort und eine Eigentümerseite, die sich bewusst für ein tragfähiges Modell entschieden hat.

Digitale Exzellenz als Grundlage für Gastfreundschaft

Für Niels Battenfeld ist Digitalisierung kein Selbstzweck, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit. „Automatisierung, KI-gestützte Systeme und schlanke Prozessarchitekturen schaffen Freiräume – damit Gastgeber wieder Gastgeber sein können. Personalintensive Konzepte sind nicht mehr wirtschaftlich und zukunftsfähig.“

Mit dem Standort am Ammersee unterstreicht Lieblingsplatz die Tragfähigkeit seines Partnermodells. Weitere Partnerschaften befinden sich bereits in Vorbereitung.

„Die Zukunft der Privathotellerie entscheidet sich nicht allein über Lage oder Design“, resümiert Battenfeld. „Sie entscheidet sich darüber, ob Eigentümer tragfähige Strukturen finden, die Effizienz und Identität verbinden. Genau dort setzen wir an.“ 

(Lieblingsplatz Hotels/SAKL)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Paul Cash, General Counsel, Wyndham; Dimitris Manikis, President EMEA, Wyndham; Ivans Dokicans, Co-CEO, Mogotel; Sean Woods, Head of Development DACH, Wyndham; Amit Sripathi, Chief Financial Officer, Wyndham; Ken Lakra, Head of Strategic Development, Wyndham
Franchise-Vereinbarung
Franchise-Vereinbarung

Wyndham plant Doppelprojekt in Berlin

Zwei Nutzungskonzepte, ein Standort: Wyndham hat eine Franchise-Vereinbarung für ein neues Doppelprojekt in Berlin unterzeichnet. In Partnerschaft mit Mogotel entsteht in Berlin Reinickendorf Deutschlands erstes Ramada Residences by Wyndham sowie das zweite Ramada Encore by Wyndham.
Philip Ibrahim und Conny Doß
HOGAPAGE-Interview
HOGAPAGE-Interview

Warum das Moa Berlin künftig ohne Franchise-Logo agieren will

Nach zehn Jahren löst sich das Moa Berlin aus dem Accor-Franchise. Im Interview mit HOGAPAGE erklären Conny Doß, Director Commercial & Strategy, und General Manager Philip Ibrahim die Hintergründe – und welche Strategie hinter der Neupositionierung als hybrider „Urban Hub“ steckt.
Moa Berlin
Unabhängigkeit
Unabhängigkeit

Moa Berlin löst sich von Accor und startet als eigene Marke

Das Moa Berlin schlägt ein neues Kapitel auf: Nach zehn Jahren beendet das Konferenzhotel die Franchise-Partnerschaft mit Accor. Als hybrides „Urban Hub“ will sich das Haus nun neu positionieren.
Marcus Smola, Ralph Stock und Carmen Dücker
Kooperation
Kooperation

BWH Hotels und ipartment schließen Partnerschaft

BWH Hotels Central Europe und ipartment beschreiten zukünftig gemeinsame Wege: Das internationale Hotelnetzwerk und der Serviced-Apartment-Anbieter bündeln ihre Kräfte, um neue Zielgruppen, Märkte und Marktanteile in Deutschland und perspektivisch auch in Europa zu erschließen.
und Anna Maria Losos
Partnerschaft
Partnerschaft

Beehive und Henri Hotels starten eine neue Kooperation

Der Coworking-Anbieter und die Hotelmarke arbeiten künftig zusammen. Ziel ist es, Geschäftsreisenden und mobilen Berufstätigen ein stimmiges Duo aus Arbeitsplatz und Hotel zu bieten.
Stefan Floret und Dirk Böge
Kooperation
Kooperation

Seminaris Hotel Lüneburg wird Partner der SVG Lüneburg

Aufschlag für das Seminaris Hotel Lüneburg: Das Haus mit 210 Zimmern ist eine Partnerschaft mit SVG Lüneburg eingegangen. Ziel der Kooperation ist es, regionale Verbundenheit zu fördern, gemeinsame Veranstaltungen zu gestalten und Fans, Gäste und Partner näher zusammenzubringen.
Dimitris Manikis und Andreas Erben
Vertragsunterzeichnung
Vertragsunterzeichnung

Wyndham und Gorgeous Smiling Hotels unterzeichnen Deal für 25 Häuser

Das Hotel-Franchise-Unternehmen und der Multi-Brand-Operator vertiefen ihre Partnerschaft. Wyndham Hotels & Resorts nimmt dabei 25 Häuser an strategisch bedeutenden Standorten in Deutschland und Österreich unter Vertrag.
Candlewood Suites Düsseldorf Airport
Partnerschaft
Partnerschaft

IHG Hotels & Resorts kooperieren mit myroom24 für Langzeitaufenthalte

Der Markt für Langzeitaufenthalte wächst. Die IHG Hotels & Resorts reagieren auf diese Entwicklung und sind eine Partnerschaft mit myroom24 eingegangen. Dabei wird zunächst das deutsche IHG-Portfolio in die Buchungsplattform von myroom24 integriert.
Dimitris Manikis und Güliz Öztürk
Kooperation
Kooperation

Wyndham Hotels und Pegasus Airlines starten Bonus-Partnerschaft

Das Hotel-Franchiseunternehmen und die türkische Fluggesellschaft verknüpfen ihre Bonusprogramme. Durch die Kooperation soll den Gästen ein Punktetransfer ermöglicht werden.