Trend-Studie

„Die Hotellerie steht an der Schwelle zu einem neuen Kapitel“

Mehr Individualität für Gäste, mehr Emotionalität, mehr Technik, weniger Standards – das sind die wichtigsten Ergebnisse einer jetzt publizierten globalen Studie zur Trendforschung in der Hotellerie.

Dienstag, 30.04.2019, 12:54 Uhr, Autor: Kristina Presser
elegantes Hotelzimmer mit Smart-Home-Schaltfläche

Vernetzung und individuelle Zimmerwünsche werden laut „Drivers of Change in Hospitality“-Studie künftig die Hotel-Branche bestimmen. (Foto: © Fotolia/Robert Kneschke)

Was erwarten Gäste von morgen von einem Hotel? Oder von der anderen Seite aus gesehen: Was sollte ein Hotel seinen Gästen in Zukunft bieten, um deren Bedürfnissen nachzukommen? Es sind nur zwei von vielen Fragen, mit denen sich die jetzt erschienene Studie „Drivers of Change in Hospitality“ von Amadeus und InterContinental Hotel Group (IHG) auseinandergesetzt hat. Ziel war es zu eruieren, welche Entwicklungen die Hotellerie künftig prägen werden und was die dazugehörigen Faktoren sind. Herauskristallisiert haben sich letztlich drei Trends, die zeigen: Es brechen neue Zeiten an.

Das Ende traditioneller Zimmerkategorien
Eine der wichtigsten Entwicklungen wird laut nun veröffentlichter Studie sein, dass es mittelfristig wohl keine herkömmlichen Zimmerkategorien mehr geben wird. Traditionelle Klassifizierungen wie Einzel-, Doppel-, Zweibett- und Familienzimmer oder Suiten wird es dann nicht mehr geben – „The Beginning of the End for Room Types“, wie es heißt. Das wird es Gästen ermöglichen, Yogamatten gegen Schreibtische zu tauschen, ihre eigenen Inhalte über den Fernseher im Zimmer zu streamen oder nach dem Zimmer im dritten Stock mit der Aussicht zu fragen, die sie schon immer gemocht haben.

Insgesamt heißt es also mit Blick durch die Trend-Brille: Weg von einheitlichen Standards, hin zu mehr Individualität und maßgeschneiderten Optionen. Diese wünschen sich immerhin 61 Prozent der Studienteilnehmer und würde damit ausgestattete Hotels bevorzugen. Daraus würde also eine Hotelbuchung resultieren, bei der man individuelle Komponenten für das Zimmer hinzufügen kann.

Mehr Technik – aber richtig eingesetzt
Die zweite große Entwicklung heißt Vernetzung. Zugegeben, keine vollkommene Neuheit. Aber auch in der Hotellerie werden automatisierte Lösungen eine zunehmende Rolle spielen. Die Herausforderung für Hoteliers? Die richtige Balance zu finden zwischen digital-vernetztem und menschlichem, persönlichen Service für die Gäste. Wichtig dabei: Die Technologie sollte unterstützen, wie der Studie zu entnehmen, nicht Personal ersetzen, da nicht zuletzt die Mehrheit der Gäste (67 Prozent) großen Wert auf Service von Person zu Person legt.

Markentreue erreichen
Neben Individualität erreicht man Verbraucher vor allem über Emotionalität und Persönlichkeit. Indem Hotels ihren Gästen das bieten, emotionale Bindungen zu ihren Gästen aufbauen und somit eine treue Fangemeinde generieren, hat jedes die Möglichkeit, DAS Hotel für den Gast zu werden. Gastgewerbeunternehmen sollten künftig also noch stärker herausfinden, wie sie Mehrwert für ihre Gäste und persönliche Aufmerksamkeiten schaffen. Tatsächlich wünschen sich 70 Prozent der globalen Reisenden, dass Hotels mehr Ratschläge und Tipps zu einzigartigen Aktivitäten geben, wobei nur 20 Prozent sagen, dass sie derzeit Ideen aus dem Hotel bekommen.

Chris K. Anderson, Direktor des Center for Hospitality Research, Cornell University, bemerkte: „Die Hotellerie steht an der Schwelle zu einem neuen Kapitel. Gäste suchen nach umfangreicheren individuellen Beziehungen und unverwechselbaren Erfahrungen mit ihren Gastgebern und sind bereit, mehr Daten und Einblicke als je zuvor preiszugeben.“

Basis der Studie
Es wurde eine Online-Umfrage mit Personen durchgeführt, die in den letzten zwölf Monaten in einer Reiseunterkunft untergebracht waren. Insgesamt gründet die Studie auf 7.516 Teilnehmern, verteilt auf Europa, Amerika und Asien. Zusätzliches Wissen kam von Experten der Hotelbranche. Die Untersuchungen führte Foresight Factory durch, ein weltweites Forschungsinstitut für Verbrauchertrends.

 

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