Freiwillige Trinkgeldpauschale bei Falkensteiner
Rund 70 % der Gäste von Falkensteiner Hotels & Residences nutzen nach Unternehmensangaben die Möglichkeit, freiwillig Trinkgeld über die Hotelrechnung zu geben. Im Falkensteiner Schlosshotel Velden liegt der Anteil bei rund 80 %. Das Angebot ergänzt die herkömmlichen Möglichkeiten, Trinkgeld zu geben, und soll auch Mitarbeiter hinter den Kulissen daran beteiligen.
Die Hotelgruppe hatte 2022 begonnen, das Modell einer freiwilligen Trinkgeldpauschale zu testen. Inzwischen wurde es über Österreich hinaus auch in den kroatischen Hotels eingeführt.
Trinkgeld im Hotel: Zehn Euro pro Zimmer und Nacht
Hintergrund des Modells sind veränderte Zahlungsgewohnheiten: Immer mehr Menschen bezahlen im Urlaub mit Karte oder Smartphone und haben kaum noch Bargeld dabei. In Hotels mit umfangreichen Inklusivleistungen gibt es zudem weniger Gelegenheiten, Mitarbeitern direkt Trinkgeld zu geben. Gäste hatten Falkensteiner deshalb nach einer einfachen Alternative gefragt.
Die freiwillige Trinkgeldpauschale beträgt zehn Euro pro Zimmer und Nacht. Die Gäste werden vor der Anreise, beim Check-in und nochmals beim Check-out darüber informiert. Sie können den Betrag jederzeit reduzieren, erhöhen oder vollständig streichen lassen. Eine Verrechnung erfolgt nur mit ihrer Zustimmung.
Je nach Hotel entscheiden sich rund 20 bis 30 % der Gäste gegen die Pauschale. Sie geben entweder auf anderem Weg Trinkgeld oder verzichten ganz darauf.
„Die Idee kam ursprünglich von unseren Gästen selbst. Viele wollten sich gerne bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für guten Service bedanken, hatten aber oft kein Bargeld dabei. Deshalb haben wir nach einer Lösung gesucht, die einfach und unkompliziert funktioniert. Dass heute rund 70 % unserer Gäste dieses Angebot nutzen, zeigt uns, dass wir damit ein tatsächliches Bedürfnis erfüllen“, erklärt Alexandra Geyer, Unternehmenssprecherin der Falkensteiner Michaeler Tourism Group.
Mitarbeiter entscheiden über die Trinkgeldverteilung
In jedem teilnehmenden Hotel gibt es ein eigenes Trinkgeldkomitee, das ausschließlich aus Mitarbeitern unterschiedlicher Abteilungen besteht. Es entscheidet eigenständig, nach welchem Schlüssel das Geld verteilt wird. Weder die Geschäftsführung noch das Management sind daran beteiligt.
Bei der Verteilung des Trinkgeldes werden auch Mitarbeiter ohne unmittelbaren Gästekontakt berücksichtigt. Dazu zählen beispielsweise die Teams in der Küche, im Housekeeping, an der Rezeption oder in der Haustechnik. Das gesamte Trinkgeld kommt den Mitarbeitern zugute; Falkensteiner behält davon nichts ein.
Auch Walter Veit, Präsident der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV), begrüßt diesen Ansatz: „Entscheidend ist, dass das Trinkgeld direkt bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ankommt. Das ist ein wichtiger Aspekt, denn Trinkgeld soll den Menschen zugutekommen, die täglich mit ihrer Arbeit für das Wohl der Gäste sorgen und das auch hinter den Kulissen.“
Wie das Modell im Hotelalltag erlebt wird, beschreibt Barbara Kusternik-Salcher, Supervisor Frühstücksküche im Falkensteiner Schlosshotel Velden: „Ich arbeite vor allem hinter den Kulissen und habe deshalb nur wenig direkten Kontakt zu unseren Gästen. Umso schöner ist es, wenn man merkt, dass die eigene Arbeit trotzdem wahrgenommen wird. Das motiviert und stärkt auch das Gefühl, dass wir als Team gemeinsam für einen schönen Aufenthalt unserer Gäste sorgen.“
Freiwillige Zuwendung zusätzlich zum Gehalt
Falkensteiner betont die Trennung zwischen Gehalt und Trinkgeld. Die Mitarbeiter erhalten für ihre Arbeit ein reguläres Gehalt. Trinkgeld ist eine freiwillige zusätzliche Zuwendung der Gäste und kein Ersatz für eine angemessene Bezahlung durch den Arbeitgeber.
Zum Stellenwert des Trinkgeldes verweist die Hotelgruppe auf eine ÖHV-Umfrage aus dem Jahr 2025: Demnach geben 72 % der Befragten häufig Trinkgeld, weitere 26 % zumindest gelegentlich.
(Falkensteiner Hotels & Residences/ SAHO)