Corona-Krise

„Grenzübergreifende Sorgen im Gastgewerbe“

Eine deutsch-österreichische Flagge
Trotz aller Öffnungen: Die deutschsprachigen Verbände des Gastgewerbes sehen eine unzureichende staatenübergreifende Koordination. (© Premium Collection/stock.adobe.com)
Die Verbände der Hotellerie und Gastronomie tauschten sich über die national unterschiedlichen Herausforderungen der Corona-Krise aus. Länderübergreifend wird mehr Koordination gefordert.
Donnerstag, 11.06.2020, 14:56 Uhr, Autor: Thomas Hack

In einer gut zweistündigen Videokonferenz diskutierten 20 Vertreter der deutschsprachigen Verbände der Hotellerie und Gastronomie auf Einladung von HotellerieSuisse die aktuellen länderübergreifenden Herausforderungen der Branche. Im Zentrum des Austauschs standen die Auswirkungen der Corona-Krise und die Bewältigung der Langzeitfolgen für die Branche.

Vereinheitlichung tut Not

Eine wirkungsvolle Maßnahme sähen die Verbände in einem einheitlichen Vorgehen bei der Erweiterung der Reisefreiheit innerhalb von Europa und bei der Anwendung der unterschiedlichen Branchen-Schutzkonzepte. Die geltenden Schutzkonzepte der Tourismusbranche unterschieden sich von Land zu Land oder sogar innerhalb des Landes stark. Das führe zu Verunsicherung bei den Gästen und dämpfe somit das Geschäft. Ein positives Zeichen sei die Aufhebung der Maskenpflicht für Gäste, die Verlängerung der Sperrstunde auf 1 Uhr oder die Reduktion der Distanz zwischen den Tischen auf 1 Meter in Österreich, die Öffnung der Hotel-Wellnessbereiche in Österreich und der Schweiz oder die Erhöhung der Gruppengrösse pro Tisch in allen Ländern.

Das Bewusstsein für die Situation des Business-Tourismus stärken

Während Betriebe im deutschsprachigen Raum, die auf den Freizeittourismus und entsprechende Nahmärkte fokussiert sind, langsam steigende Buchungszahlen vermelden, so verzeichnen Hotels und Restaurants mit vorwiegend Businesskundschaft oder mit Fokus auf Fernmärkte im Juni immer noch eine durchschnittliche Auslastung von tiefen 10% – 15%. Da sich dies in diesem Jahr nur langsam verbessern wird, schauen diese Betriebe in eine düstere Zukunft. „Wir müssen der Öffentlichkeit und insbesondere der Politik klar aufzeigen, dass wir hier von zwei Teilbranchen mit grossen Unterschieden bezüglich Kundschaft und Angebotsgestaltung reden“, meint HotellerieSuisse Präsident Andreas Züllig stellvertretend für alle Beteiligten. Einschneidend sei auch, dass die Regierungen und einige Unternehmen weiterhin das Arbeiten im Homeoffice empfehlen und Dienstreisen untersagen.

Das gewonnene Profil nutzen

Die deutschsprachigen Verbände waren sich einig, dass sie die Anliegen der Hotellerie und Restauration während der Corona-Krise in der Politik mit Nachdruck vertreten konnten und die Branche politisches Gehör gefunden hat. Das in den vergangenen Monaten gewonnene Profil müsse nun genutzt werden, um für die besonders stark betroffenen Regionen und Betriebe aller Größenordnungen weitere Unterstützung zu erwirken. Je nach Land gehe es hier um die Verlängerung der Kurzarbeit, um nicht rückzahlbare Zuschüsse zu Betriebskosten, um Senkungen der Mehrwertsteuer oder um die Stundung von Rückzahlungen für Überbrückungskredite und Darlehen.

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